Ortsnecknamen

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Ortsnecknamen sind in Unterfranken weit verbreitet, so dass es sich das Unterfränkische Dialektinstitut der Julius-Maximilians-Universität Würzburg zur Aufgabe gemacht hat, diese zu sammeln und zu dokumentieren.

Herkunft[Bearbeiten]

Ortsnecknamen haben eine lang Tradition, um Bewohner von Nachbargemeinden mit einem Spitz- oder Spottnamen zu titulieren. Möglicherweise wurde wegen der Kleinräumigkeit mit vielen Herzogtümern und Landesherren die Spötterei herausgefordert. Die Namen stammen entweder aus historischen Ereignissen oder besonderen Charaktermerkmalen oder Verhaltensweisen der Einwohner im näheren oder weiteren Umfeld.

Unterfränkische Bereichsnecknamen[Bearbeiten]

Mit dem Begriff Sackfranken werden die Bewohner des Dreiecks betitelt, das der Main zwischen Würzburg und Marktheidenfeld bildet.

Liste der Ortsnecknamen im Landkreis (Auswahl)[Bearbeiten]

Gemeinde Spitzname Herkunft
Aub Äber Duredreher, Holzböck Geschichte
Baldersheim Ballerdamer Louchblaser Geschichte
Burggrumbach Hochseicher, Stürzenschlager Charakterzug (Hochnäsigkeit)
Darstadt Kracken Fauna
Dürrbachtal Kracken Fauna
Eibelstadt Siebenlister Geschichte (Dreißigjähriger Krieg)
Erlabrunn Kröpf Gesundheit
Estenfeld Dallerlagger Charakterzug (Geiz)
Frickenhausen Moustgeuger Fasching
Gaubüttelbrunn Türken
Gelchsheim Deutschherrische Ortsherrschaft Deutscher Orden
Gerbrunn Sandhasen Geologie
Goßmannsdorf Kracken Fauna
Gramschatz Hummellein
Greußenheim Zwiewldrader Landwirtschaft
Güntersleben Säubirle Landwirtschaft
Hausen b. Würzburg Kälblein Wesenszug
Heidingsfeld Giemaul Geschichte
Helmstadt Blomäuser Zahlungsmittel
Hettstadt Häracha Landwirtschaft
Hilpertshausen Veiter Religion (Ortspatron)
Hopferstadt Schlackohren Charakterzug (Begeisterungsfähigkeit)
Höchberg Kracken Fauna
Holzkirchen Madelschieber Tanzkunst
Holzkirchhausen Glotzer Charakterzug (Neugier)
Kirchheim Halbfeine/Kleinberliner Landwirtschaft/Steinindustrie
Kist Holzböck/Rehlein /Wesenszug
Kleinochsenfurt Kröpf Gesundheit
Kleinrinderfeld Steemessel Handwerk
Kürnach Körnier Ruckser/Stützenscheißer Brauchtum (Tracht)/
Leinach Heringszüller Armut [1]
Lengfeld Frumma/Lemmetrater Landwirtschaft/Arbeit
Margetshöchheim Laura/Marokkaner /Ortsnamen
Maidbronn Glockescheißer Legende
Mühlhausen Ketzer/Scheitli
Neubrunn Steeklopfer Handwerk
Oberdürrbach Knorreköpf Wesensart
Oberpleichfeld Schweizer Geschichte
Oesfeld Holzböck Forstwirtschaft
Opferbaum Lorbser Geschichte
Prosselsheim Hummellein
Püssensheim Gatzer/Gebützich
Randersacker Heubeutel/Raulein/Rauler
Remlingen Pfenkel/Pfaangl/Remmler Landwirtschaft
Riedenheim Holzböck Forstwirtschaft
Rimpar Gigagää/Hepper/Gässmauser /Landwirtschaft/Straftat
Rottendorf Buschklopfer Geschichte (Dreißigjähriger Krieg)
Rupprechtshausen Käskübel
Sommerhausen Sandhasen Geologie
Sulzdorf Manschettenclub Wesenszug
Sulzwiesen Sulzschnitz
Theilheim Hamba
Thüngersheim Hochseicher,Sandhasen Charakterzug (Hochnäsigkeit)/Geologie
Uengershausen Russen Geschichte (1814)
Unteraltertheim Bachzipfel Geographische Lage
Untereisenheim Meeschisser/Muttergotteslein /Religionszugehörigkeit
Unterpleichfeld Blöelein/Krautsköpf /Landwirtschaft
Uettingen Schneesenger Wetterphänomen
Veitshöchheim Pfahlhacke Handwerk
Versbach Rochusbeutel Religion (Ortspatron)
Waldbrunn Rehböcke Wesenszug
Waldbüttelbrunn Böhmen/Spatzen Landwirtschaft
Winterhausen Kümmeltürken Heraldik
Würzburg Meeschisser/Meebrunzer/Kiliansvögel/Städter/Warmländer/Stadtfräck Geschichte/Religion (Stadtpatron)/Lebensweise
Zell a. Main Hafenputzer/Schnüdel/Dallerlagger Beruf/Charakterzug
Zeubelried Linsenspitzer Landwirtschaft

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Monika Fritz-Scheuplein, Almut König, Sabine Krämer-Neubert, Norbert Richard Wolf (Hrsg.): Dreidörfer Narrn stehn auf drei Sparrn - Ortsnecknamen in Unterfranken. Verlag Königshausen & Neumann, Würzburg 2012. ISBN 978-3-8260-5048-0

Weblinks[Bearbeiten]

Hinweise[Bearbeiten]

  1. Siehe auch Spottgedicht von Friedrich Rückert: „Dorf Leinach“ in den Mainsagen von Alexander Kaufmann, Aschaffenburg 1853, S. 134