Greußenheim

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Greußenheim
Ortstyp Gemeinde
Verwaltungsgemeinschaft Verwaltungsgemeinschaft Hettstadt
Landkreis Würzburg
Regierungsbezirk Unterfranken
Freistaat Bayern
Land Deutschland
Kfz-Kennzeichen
Höhe 259 m ü. NN
Fläche 17,67 km²
Einwohner 1.609 (30. Juni 2018) [1]
Bevölkerungsdichte 91 Ew./km²
Gemeindekennzahl 09 6 79 141
Anschrift Birkenfelder Str. 1, 97259 Greußenheim
Telefon 09369 - 98 16 - 0
Telefax 09369 - 98 16 - 20
E-Mail rathaus@greussenheim.de
Webseite www.greussenheim.de
1. Bürgermeister Karin Kuhn
Wappen
Wappen Greußenheim.png
Luftbild von Greußenheim
Blick auf Greußenheim, kommend von Hettstadt
Dorfansicht nach Westen Greußenheim
Weinberg am Geisberg von Greußenheim

Greußenheim ist eine Gemeinde im Landkreis Würzburg. Mit der Nachbargemeinde Hettstadt besteht eine Verwaltungsgemeinschaft.

Ortsteile[Bearbeiten]

Neben dem eigentlichen Ort gibt es die Weiler Obere Mühle und Untere Mühle sowie das Gut Greußenheim.

Geschichte[Bearbeiten]

Greußenheim um 1900

Die erste nachweisliche urkundliche Erwähnung der Gemeinde stammt vom 15. Februar 1136, als Bischof Embricho von Würzburg dem Kloster Triefenstein die Pfarrei Kreuzwertheim, und damit die Pfarrei Greußenheim und 5 Morgen Weinberge am Kalmuth übergibt. Am 30. Mai 1479 überfiel Kaspar von Buchenau, der junge, wegen einer Fehde mit dem Hochstift Würzburg mit seinen Helfern und Ganerben auch Greußenheim, brannte 16 Häuser mit Scheunen und Erntevorräten nieder und tötete den Schultheis Hans Kun und Endres Christians Mutter mit vier jungen Söhnen. Am 13. April 1525 schloss sich Greußenheim im Bauernkrieg den aufständischen Bauern unter Führung von Götz von Berlichingen, dem Anführer des „hellen Haufens aus dem Odenwald“ an. In den Jahren 1691 und 1732 wurde Greußenheim von großen Bränden heimgesucht, denen große Teile der historischen Bausubstanz zum Opfer fielen.

Die Schlacht von Würzburg zwischen den französischen Revolutionstruppen und den kaiserlich-österreichischen Verbänden (Nieder-Rhein-Armee) unter Führung von Erzherzog Karl von Österreich war Teil des Ersten Koalitionskrieges (1792–1797) und dauerte vom 1. bis zum 3. September 1796. Auch Greußenheim wurde in Mitleidenschaft gezogen. 1797 konnte die Gemeinde Greußenheim kaum noch die Handgelder für die zustellenden Soldaten aufbringen. Fürstbischof Georg Karl von Fechenbach, 1795 geweiht und Greußenheim zugeteilt, musste schon ein Jahr später vor den Franzosen fliehen und seine Residenz in Würzburg verlassen. Das Fürstbistum wurde aufgelöst und von Napoleon an die ihm ergebenen Fürsten verteilt.

Greußenheim war somit zunächst Teil des Hochstiftes Würzburg und kam im Reichsdeputationshauptschluss 1803 an die Grafen Löwenstein-Wertheim. 1806 wurde es Bestandteil des badischen Mediatamtes Steinfeld, das dem zweiten badischen Landamt Wertheim einverleibt wurde, und das 1816 an Österreich abgetreten wurde. Im Rezess von Frankfurt 1819 fiel es an das Königreich Bayern. 1866 lag Greußenheim im Aufmarschgebiet des Deutschen Krieges zwischen Preußen und Österreich-Bayern.

Historische Ansichten[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung[Bearbeiten]

Gespalten von Gold und Blau; vorne ein senkrechter blauer Schlüssel, hinten übereinander drei goldene Rosen.

Wappendeutung[Bearbeiten]

Die Rosen sowie die Farben Gold und Blau sind dem Wappen der Grafen von Wertheim entnommen, die seit 1359 in Greußenheim belegt sind. Der Schlüssel weist auf das Augustiner-Chorherrenstift Triefenstein hin, das 1088 gegründet wurde. Greußenheim gehörte zum Ausstattungsgut des Klosters.

Gemeindepartnerschaft[Bearbeiten]

Seit 1995 existiert eine Partnerschaft mit der Gemeinde Valfabbrica in Umbrien, Italien. Im Jahre 2012 wurde in Valfabbrica offiziell ein Platz „PIAZZETTA GREUSSENHEIM“ eingeweiht. Die „PIAZZETTA GREUSSENHEIM“ liegt am Franziskusweg zwischen Gubbio und Assisi, der durch die Partnergemeinde führt.

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Bekannte Persönlichkeiten der Gemeinde[Bearbeiten]

► siehe auch: Personen, die in Greußenheim geboren sind

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten]

Feuerwehrgerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Greußenheim
Tagespflege Vinzentinum Greußenheim
Sportheim 2019 Greußenheim

Freizeitmöglichkeiten[Bearbeiten]

  • Beach-Volleyball-Feld am Sportplatz
  • Kegelbahn in der Geisberghalle
  • Europäischer Kulturwanderweg - Route 3 „Zu Tisch in Greußenheim“, Beginn am Kirchplatz
  • Wanderweg GeDANKEnWeg - Ein Weg der Besinnung, Beginn Nähe Sportgelände
  • Walkingwege z.B. Waldgebiet am Sportgelände
  • Obstlehrpfad des Landesbundes für Vogelschutz (LVB) im Wasserschutzgebiet am Säckerwinkel
  • Kneippen am Süßen Brünnle
  • Freizeitanlage mit Mehrgenerationen-Geräten, Barfußpfad, Muster-Wildkräutergarten und Boule-Platz am Süßen Brünnle
  • Radwege: Richtung Uettingen (zum Aalbach-Radweg), Richtung Hettstadt, Richtung Birkenfeld

Landwirtschaft, Tierzucht, Teichwirtschaft und Weinbau[Bearbeiten]

  • Landwirtschaft: Auf rund 90 % der landwirtschaftlichen Fläche wird Ökolandbau betrieben.
  • Tierzucht (Weidehaltung): Deutsches Gelbvieh, Deutsches Angus, Zebu Rinder (Buckelrinder), Burenziegen
  • Teichwirtschaft: Karpfen, Forellen
  • Weinbau: In der registrierten Weinbaulage Greußenheimer Geisberg erfolgt Weinbau auf einer Fläche von rund 1 Hektar

Forstwirtschaft[Bearbeiten]

Holzlagerplatz Forstbetriebsgemeinschaft Greußenheim

In der Gemarkung Greußenheim (1767 ha) sind ca. 500 ha Waldbestand. Davon sind ca. 250 ha Gemeindewald, ca. 230 ha Privatwald und ca. 20 ha Wald der Kath. Kirchenstiftung. Durch eine Waldflurbereinigung konnten ca. 869 Besitzstände mit 1.148 Eigentümern und einer Waldfläche von ca. 345 Hektar mit ca. 4.700 Flurstücken bereinigt, 5,7 Kilometer Waldwege gebaut und 2.200 Grenzsteine gesetzt werden. Die Vermarktung des kommunalen Holzbestandes erfolgt über die Forstbetriebsgemeinschaft Würzburg w.V.- (FBG). Ein Submissionsplatz der FBG Würzburg w.V. ist in Greußenheim im Bereich Bauholz am Getrad.

Wasserschutz[Bearbeiten]

Wasserschutzgebiet Greußenheim

Greußenheim hat eine Eigenwasserversorgung in der Flurlage Säckerwinkel. Das ca. 70 ha große Wasserschutzgebiet, wovon die Gemeinde Greußenheim ca. 30 ha im Eigentum hat, wurde aus der intensiven Landwirtschaft herausgenommen und stillgelegt. Das geförderte Wasser hat beste Trinkwasserqualität.

Ruhewald[Bearbeiten]

Ruhewald Kreuz von Greußenheim

In der Gemeinde liegt der erste Ruhewald im Landkreis Würzburg in der Flurlage „Alter Berg“ im westlichen Gemeindegebiet an der Uettinger Gemarkungsgrenze.Der Ruhewald bietet die Möglichkeit einer naturnahen Bestattung in einem gemischten Laubwald auf einer Fläche von derzeit 4,5 ha.

Unternehmen und Gewerbe[Bearbeiten]

Sportstätten[Bearbeiten]

In Greußenheim stehen für sportliche Betätigung zwei Fußballplätze, einen Bolzplatz, drei Tennisplätze und die Geisberghalle als Mehrzweckhalle zur Verfügung.

Religion[Bearbeiten]

Die katholische Pfarrkirche St. Bartholomäus in Greußenheim gehört zur Pfarreiengemeinschaft St. Kilian Würzburg-West. Die evangelischen Einwohner gehören seit 1867 zur Evangelisch Lutherischen Kirchengemeinde Uettingen. In Greußenheim bestand eine jüdische Gemeinde bis etwa 1925.

Religionszugehörigkeit (Stand 31. Dezember 2018):

  • Römisch-katholisch 1143 EW, 68%
  • Evangelisch 141 EW, 8%
  • Verschiedene (auch ohne Religion) 401 EW, 24%

Infrastruktur[Bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Durch Greußenheim verläuft die Staatsstraße 2310 Miltenberg-Zellingen. Am östlichen Ende zweigt die Kreisstraße WÜ 10 in Richtung Hettstadt ab. Das Gemeindegebiet befindet sich im Planungskorridor der B26n (Westumgehung). Die geplante Trasse würde zwischen Greußenheim und Hettstadt hindurchführen.

ÖPNV[Bearbeiten]

Zwischen Greußenheim und Würzburg verkehrt regulär die Buslinie 50, ergänzt um einige Fahrten der Buslinie 48 im Verkehrsverbund Mainfranken. (Fahrplan)

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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