Giemaul

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Giemaul am Heidingsfelder Rathaus
Nahaufnahme

Das Giemaul ist eine urkundlich nicht belegte Figur der Heidingsfelder Geschichte.

Sage[Bearbeiten]

Zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges waren viele Heidingsfelder Bürger der Meinung, dass eine Eroberung ihres Städtchens nicht mehr abzuwenden war. Im Oktober 1631 hat deshalb ein Bürger die feindlichen schwedischen Truppen durch das Bett des Zwischengemäuerbaches in die Stadt eingelassen. Als die Schweden 1634 wieder abzogen, zog man den Verräter zur Verantwortung, schnitt ihm die Zunge heraus und nagelte seinen Kopf zur Abschreckung an das Rathaus.

Symbolfigur[Bearbeiten]

Beim Wiederaufbau des Heidingsfelder Rathauses nach dem Zweiten Weltkrieg brachte man das alte Wahrzeichen 1960 wieder an. Dargestellt ist ein finster dreinblickender, schwarzbärtiger Mann, in einer roten und goldbesetzten Uniform. Gefertigt wurde das Kunstwerk aus Holz vom Heidingsfelder Bildhauer Oskar Müller. Jeden Tag um 12 Uhr mittags sperrt er sein Maul auf, jedoch ohne einen Laut hervorzubringen.

Posthume Würdigung[Bearbeiten]

Die Fasenachtsgilde Giemaul Heidingsfeld und das Giemaulfest wurden nach der Gestalt benannt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen und Literatur[Bearbeiten]

  • Stefan Rettner: Oskar Müller. Bildhauer. 1908 - 1994. Hrsg.: Bauhütte Alt-Heidingsfeld e.V. und Bürgervereinigung Heidingsfeld e.V. in Kooperation mit Stadtarchiv Würzburg, Spurbuchverlag, Baunach 2016
  • Stadelmayer-Gräter-Dettelbacher: Merian Reiseführer Mainfranken, Deutscher Taschenbuchverlag. München 1984, S. 117. ISBN 3-423-03720-2