Höchberg

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Höchberg
Ortstyp Markt
Landkreis Würzburg
Regierungsbezirk Unterfranken
Freistaat Bayern
Land Deutschland
Kfz-Kennzeichen
Höhe 280 m ü. NN
Fläche 7,55 km²
Einwohner 9.545 (Stand: 31. März 2025) [1]
Gemeindekennzahl 09 6 79 147
Anschrift Hauptstraße 58, 97204 Höchberg
Vorwahl 0931 - 49707-0
Telefax 0931 - 49707-98
E-Mail poststelle@hoechberg.de
Webseite www.hoechberg.de
1. Bürgermeister Alexander Knahn
Wappen
Wappen Hoechberg.svg.png
Höchberg Logo.jpg
Rathaus

Die Marktgemeinde Höchberg mit knapp 10.000 Einwohnern liegt im Landkreis Würzburg westlich von Würzburg.

Geografie

Geografische Lage

Das Höchberger Gemeindegebiet grenzt im Osten und Süden an das Stadtgebiet Würzburg (Zellerau und Frankenwarte), die Bundesautobahn 3, im Westen an Eisingen und Waldbüttelbrunn, nördlich an die Gemeinde Zell a. Main.

Ortsteile

Neben dem Altort Höchberg existiert die Neubausiedlungen Hexenbruch und Mehle.

Bevölkerung

Religionen

Ehrenbürger der Marktgemeinde Höchberg

Geschichte

Erstmals schriftlich erwähnt wird Höchberg als „huohhobura“ bei einer Grenzbegehung der Würzburger Mark im Jahr 779/780. Die Schreibweise „huegbur“ des Ortsnamens im Jahr 748 ist zeitgenössisch nicht überliefert; sie basiert auf der Chronik des Lorenz Fries (1498–1550).

Bis 1803 bestimmte das Ritterstift St. Burkard in Würzburg als Grundherr und damit oberste Verwaltungsbehörde die Geschicke des Ortes.

Aufgrund seiner topographischen Lage versorgte Höchberg jahrhundertelang die Würzburger Festung Marienberg mit Trinkwasser. Bis in die Mitte des 17. Jahrhunderts leitete das natürliche Gefälle über einen Höhenunterschied von 26 Metern das Wasser in den Innenhof der Festung.

Vor allem im 17. und 18. Jahrhundert behauptete die kath. Pfarrkirche Mariä Geburt ihre Stellung als bedeutende Wallfahrtsstätte im Umkreis von Würzburg.

Am 21. Juni 1749 wurde der enthauptete Leichnam von Maria Renata Singer, Subpriorin des Klosters Unterzell, in einem aufgelassenen Muschelkalksteinbruch an der Stadtgrenze von Würzburg verbrannt. Sie war eines der letzten Opfer der Hexenverfolgung. Durch Umgemarkung befindet sich der Ort der Leichenverbrennung heute auf Höchberger Gebiet. In den 1950er Jahren begann die Bebauung des Ortsteils. Vorher wurde das Gebiet militärisch genutzt. Außerdem wurde in mehreren mittlerweile zugeschütteten Steinbrüchen bis Anfang des 20. Jahrhunderts Muschelkalk abgebaut. Der Name „Hexenbruch“ wird erst seit Beginn des 19. Jahrhunderts verwendet.

Einen wesentlichen Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens bildete seit ca. 1660 die jüdische Gemeinde. Zu nennen ist an dieser Stelle vor allem die Familie Sonnemann. Leopold Sonnemann, der Begründer der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, wurde 1831 in Höchberg geboren. In der Pogromnacht 1938 wurde die Synagoge in Höchberg zerstört.

Die stattlichen Barockhäuser einiger jüdischer Einwohner prägen bis heute das Höchberger Ortsbild. Eines dieser Wohnhäuser, Sonnemannstraße 15, beherbergte von 1861 bis 1931 die Israelitische Präparandenschule. Sie bereitete jüdische Schüler aus ganz Bayern auf den Lehrerberuf vor. Heute befinden sich im Gebäude eine Arztpraxis und Dokumentationsräume zur Geschichte der jüdischen Einwohner Höchbergs.

Die Höchberger fanden ihr Auskommen fast ausschließlich als Tagelöhner und Häcker. Auf den Weinbau verweist auch das Ortswappen, das die Gemeinde Höchberg 1937 entwerfen ließ.

Im 19. Jahrhundert eröffnete die Industrialisierung der Höchberger Bevölkerung neue Verdienstmöglichkeiten. Firmen und Fabriken im benachbarten Würzburg suchten nun Arbeitskräfte. In Höchberg selbst boten mehrere Steinbrüche Arbeitsplätze.

Mit dem wirtschaftlichen Umbruch der Nachkriegszeit wandelten sich viele landwirtschaftlich genutzte Flächen zu Bauland und Höchberg entwickelte sich zum Kleinzentrum. Am Ortsrand entstand ein Gewerbegebiet, am neuen Ortsteil „Hexenbruch“ moderne Hoch- und Reihenhaussiedlungen, sowie das das Schul- und Sportzentrum.

Am 27. Juli 1990 wurde Höchberg zur Marktgemeinde erhoben.

Historische Abbildungen

Politik

Bürgermeister

► Siehe Bürgermeister Höchberg

Partnergemeinden

Wappen

Der Entwurfsfertiger des Wappens, welches am 12. Dezember 1952 genehmigt wurde, war Prof. Otto Hupp [2] aus Schleißheim.

Blasonierung

In Blau über einer heraldischen goldenen Lilie schräg gekreuzt ein goldener Karst und ein goldener Dreschflegel.

Wappen

Die Lilie ist dem Wappen des Adeligen Säkularkanonikerstifts St. Burkard in Würzburg entnommen, zu dem der Ort bis 1803 mit Grund und Gericht gehörte. Karst und Dreschflegel weisen als bäuerliche Geräte auf die Arbeit der früheren Bevölkerung Höchbergs in Landwirtschaft und Weinbau hin.

Kultur

Veranstaltungsort

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Lindenfest: Anfang Mai in der Brunnengasse, Veranstalter: Musikfreunde Höchberg
  • Hexenbruchfest: Juli, eine Woche vor dem Marktfest am Pfarrhof St. Norbert
  • Marktfest: Juli, im Bereich Marktplatz und Hauptstraße
  • Verkaufsoffener Kirchweih-Sonntag: zweiter Sonntag im Oktober
  • Christkindlesmarkt: ein Wochenende im Advent am Partnerschaftsplatz (2023 erstmals am Waldsportplatz)
  • Schnitzel- und Kotelettfest der Faschingsgilde Helau Krakau
  • Krackenfest
  • Brunnengassenfest (alle 5 Jahre, zuletzt 2014)

Sehenswertes

Architektur

Katholische Pfarr- und Wallfahrtskirche Mariä Geburt in Höchberg
Denkmalgeschützter Brunnen in der Brunnengasse
barockes Wohnhaus, Sonnemannstraße 15. Seit 1865 war hier die Israelitische Präparandenschule untergebracht.
Wasserversorgung der Festung Marienberg in Höchberg
► Siehe auch: Baudenkmäler in Höchberg

Wandern und Erholen

Vereine

Wirtschaft und Infrastruktur

Hotels

Gastronomie

Unternehmen

Gewerbegebiet Matzenhecke

Altort

Ehemalige Unternehmen

Öffentliche Einrichtungen

Verkehr

Wichtige Straßen sind die Bundesstraße 8 und 27, die an der Anschlussstelle Würzburg-Kist die Verbindung zur Bundesautobahn 3 herstellt.

Fränkische Bocksbeutelstraße

Höchberg wird von der Westroute der fränkischen Bocksbeutelstraße durchquert. Bis 2016 lag Höchberg auch an der Romantischen Straße.

ÖPNV

Buslinien 17 und 18 sowie weitere Landkreislinien im Nahverkehr Mainfranken (NVM).

Unterwegs im Landkreis Würzburg (Video)

„Unterwegs im Landkreis Würzburg. Heute: Markt Höchberg“ von wuerzburg-fotos.de

(Mit dem Start des Videos stimmen Sie der Weiterleitung und Übermittlung von Daten an YouTube zu.)

Siehe auch

Quellen und Literatur

  • Richard Bauer: Markt Höchberg - Heimatbuch und Chronik. Hrsg.: Markt Höchberg, 1993
  • Höchberger Lesebuch. Alltägliches, Historisches und Amüsantes aus einer Gemeinde. Höchberg 1998
  • Martin Wilhelm: Chronik Dorf Höchberg Hugbur 748. (handschriftliche Ortschronik erstellt im Zeitraum von 1936 bis 1945. Transkription bei hoechberg.de)

Weblinks

Einzelnachweise und Hinweise

  1. Zahlen & Fakten des Landkreises Würzburg auf www.landkreis-wuerzburg.de
  2. Nähere Informationen zu Prof. Otto Hupp bei Wikipedia [1].

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