Helmstadt

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Helmstadt
Ortstyp Markt
Verwaltungs­gemeinschaft Helmstadt
Landkreis Würzburg
Regierungsbezirk Unterfranken
Freistaat Bayern
Land Deutschland
Kfz-Kennzeichen
Höhe 301 m ü. NN
Fläche 22,8 km²
Einwohner 2.674 (Stand: 31. Dezember 2022) [1]
Gemeindekennzahl 09 6 79 144
Postleitzahl 97264
Anschrift Im Kies 8, 97264 Helmstadt
Telefon 09369 - 9079-79
E-Mail bgmhelmstadt@​vgem.helmstadt.bayern.de
Webseite www.helmstadt-ufr.de
1. Bürgermeister Tobias Klembt
Wappen
Wappen Helmstadt.png
Pfeiferdenkmal am Rathausplatz in Helmstadt

Helmstadt ist eine Marktgemeinde im Landkreis Würzburg und Sitz der gleichnamigen Verwaltungsgemeinschaft Helmstadt. Die Gemeinde umfasst die Gemarkungen Helmstadt und Holzkirchhausen.

Geografie

Ortsteile

Neben Helmstadt gehört noch die ehemalige Gemeinde Holzkirchhausen zur Marktgemeinde.

Bevölkerung

Religion

Ehrenbürger

► Siehe Ehrenbürger der Gemeinde Helmstadt

Persönlichkeiten

Geschichte

772 wird Helmstadt erstmals in einer Urkunde des Klosters Fulda erwähnt. 815 wurde Helmstadt als Eigentum des Klosters Fulda im Vertrag von Retzbach bestätigt. Um 1130 erhielt die Grafschaft Wertheim das Vogteirecht über die Gemeinde. 1291 wird die Pfarrei Helmstadt erstmals urkundlich erwähnt. Während einer Fehde zwischen dem Deutschen Orden unter Deutschmeister Ulrich von Lentersheim und dem Grafen Johann von Wertheim wurden 1466 die Dörfer Helmstadt, Roßbrunn und Uettingen niedergebrannt. Der Helmstadter Hans Böhm, genannt der Pfeifer von Niklashausen, wurde 1476 in Würzburg auf dem Schottenanger von Fürstbischof Rudolf von Scherenberg auf dem Scheiterhaufen verbrannt, nachdem er durch seine aufrührerischen Predigten wider die geistliche und weltliche Herrschaft, Tausende von Anhängern in den Ort an der Tauber geführt hatte. Sein Denkmal steht heute auf dem Helmstadter Rathausplatz. Infolge der Reformation trat Graf Georg II. von Wertheim 1522 zur Lehre Luthers über und reformierte als Landesherr nach und nach alle Dörfer der Grafschaft Wertheim, so auch Helmstadt im Jahre 1530. Bis in die Zeit der Gegenreformation 1612 blieb Helmstadt evangelisch. Nach dem Aussterben der Grafen von Wertheim 1556 wurde Nikolaus Haas Dorfherr. Als dieser bereits im Jahr 1559 starb, hinterließ er seiner Tochter Dorothea, die aus zweiter Ehe hervorgegangen war, das Erbe. Da Dorothea Haas noch nicht volljährig war, überließ sie Helmstadt dem Grafen von Stolberg zu einem jährlichen Lehenszins von 200 Gulden. Nachdem Dorothea Haas am 9. Februar 1574 den Patrizier Ernst Haller von Hallerstein zu Kalchreuth in der Nürnberger Sebalduskirche geheiratet hatte, belehnte Graf von Stolberg ihren Ehemann mit dem Lehenszins von 250 Gulden. Als Graf Ludwig von Stolberg 1574 starb, kam es zwischen den Erben und dem Würzburger Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn zu Streitigkeiten um die Vorherrschaft im Ort Helmstadt. Diese Würzburger Fehde endete mit dem Tod der letzten Tochter des Grafen von Stolberg, Elisabeth von Krichingen, im Jahre 1612. Noch in diesem Jahr zog Würzburg seine seit 1556 beanspruchten Lehen ein, wodurch Helmstadt endgültig würzburgisches Lehen wurde. 1590 erhielt Helmstadt sein Dorfsiegel und ein Gerichtsbuch.

Bereits seit 1574 hatte sich Ernst Haller von Hallerstein, dessen Ehefrau Dorothea im Jahr 1600 gestorben war, bemüht, das Dorf Helmstadt als Afterlehen zu erhalten. Aber erst nach langwierigen Streitigkeiten und Verhandlungen wurden Haller und seine Söhne nach vierzigjähriger Wartezeit von Fürstbischof Julius Echter im Jahr 1614 mit dem Dorf belehnt. Doch bereits am 19. September 1615 starb der jüngste Sohn Hans Bartel kinderlos, am 21. Januar 1618 der Vater Ernst Haller und noch im selben Jahr, am 6. September, der zweite Sohn Hans Wilhelm Haller I. Nachdem auch der älteste Sohn Hans Ernst Haller bereits 1606 ohne männliche Erben geblieben war, ging das Dorf an den einzigen Sohn aus der Ehe von Johann Wilhelm Haller I. und seiner Frau Klara Imhoff, den am 14. Oktober 1617 geborenen Hans Wilhelm Haller II., der am 18. April 1636 von Fürstbischof Franz von Hatzfeld belehnt wurde.

1664 erhielt Christoph Andreas Imhoff, Neffe von Hans Wilhelm Haller II. von Hallerstein, Helmstadt als Lehen. Am 1. Oktober 1770 bekam Helmstadt das Marktrecht verliehen. Das Rittergut der Freiherren von Imhoff fiel nach der Mediatisierung 1806 durch das Großherzogtum Würzburg mit diesem 1814 an das Königreich Bayern. Am 26. Juli 1866 fand im Rahmen des Deutschen Krieges zwischen Preußen und dem Königreich Bayern das Gefecht bei Helmstadt statt, bei dem Ludwig III. von Bayern verwundet wurde. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde. 1914 erhielt Helmstadt eine Wasserversorgung und 1920 elektrisches Licht. Helmstadt gehört seit der Landkreisreform am 1. Juli 1972 zum Landkreis Würzburg. Zuvor gehörte Helmstadt zum aufgelösten Alt-Landkreis Marktheidenfeld. 1978 wurde die Verwaltungsgemeinschaft Helmstadt für die Gemeinden Helmstadt, Holzkirchen, Neubrunn (bis 1980), Remlingen und Uettingen mit Sitz in Helmstadt gegründet.

Namensgeber

Vermutlich vom Personennamen eines Adalhalm abgeleitet, wandelte sich der Ortsname, nachdem dieser aus der Mode und in Vergessenheit geraten war. In der frühen Neuzeit leitete man diesen dann von den Begriffen „Helm“ und „Halm“ im Sinne von Beilstiel, Werkzeugstiel ab. Ein solcher ist auch im ältesten Wappen von Helmstadt um 1580 abgebildet.

Politik

Rathaus der Marktgemeinde Helmstadt

Bürgermeister

► Siehe Bürgermeister Helmstadt

Partnergemeinde

Wappen

Blasonierung

In Gold drei, zwei zu eins gestellte, sechsblättrige rote heraldische Rosen, dazwischen ein waagrechtes blaues Helmeisen.

Wappendeutung

Die Rosen sind dem Wappen der Grafen von Wertheim entnommen, die auf Burg Helmstadt ihren Amtssitz als Vögte hatten. Die Herkunft der als Keule bezeichneten Wappenfigur ist unklar, sie wird als örtliches Beizeichen angesehen.

Sehenswertes

Katholische Pfarrkirche St. Martin
► Siehe auch Baudenkmäler in Helmstadt

Vereine

Wirtschaft und Infrastruktur

Märkte

Seit 1770 sind drei Markttage im Jahr überliefert, am Rosenmontag, am Pfingstmontag und am Bartholomäustag (24. August). Am jeweils darauf folgenden Tag findet ein Viehmarkt statt.

Hotels und Gastronomie

Unternehmen

Ehemalige Unternehmen

Öffentliche Einrichtungen

Verkehr

Helmstadt ist durch die Anschlussstelle Helmstadt der Bundesautobahn 3 hervorragend an das bundesdeutsche Fernstraßennetz angebunden. Über die Bundesstraße 468 besteht auch Anschluss an die Bundesstraße 8.

ÖPNV

Buslinie 472 Würzburg - Böttigheim im Verkehrsverbund Mainfranken.

Siehe auch

Quellen und Literatur

  • Richard Wander u.a.: Helmstadt - Chronik und Heimatbuch. Hrsg.: Markt Helmstadt, Helmstadt 2004

Weblinks

Einzelnachweise

Kartenausschnitt

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