Uengershausen

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Uengershausen
Ortstyp Ortsteil
Markt Reichenberg
Landkreis Würzburg
Regierungsbezirk Unterfranken
Freistaat Bayern
Land Deutschland
Höhe 298 m
Fläche 8.074.918 m² [1]
Einwohnerzahl 568 (Stand 31.12.2018) [1]
Eingemeindung 1. Mai 1978
Postleitzahl 97234
Vorwahl 09366
Kfz-Kennzeichen
Evangelisch-Lutherische Kirche in Uengershausen
Dorfladen Uengershausen
Brunnen in der Uengershauser Straße
Walzenmühle, rechts im Hintergrund der Thorwartshof

Uengershausen (fälschlicherweise gelegentlich auch Üngershausen) ist ein Ortsteil der Gemeinde Reichenberg im Landkreis Würzburg.

Lage[Bearbeiten]

Uengershausen liegt an der Staatsstraße 511 zwischen Reichenberg und Geroldshausen in einer Schleife der Bahnlinie Würzburg-Stuttgart.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Dorf Uengershausen war bereits während der Jungsteinzeit von sogenannten Linearbandkeramikern besiedelt. Später legte man hier einige junghallstattzeitliche Gräber an. Nachdem das heutige Dorf infolge des Einfalls der Franken um den Hof des Frankenherren Hungo gegründet worden war, stieg im Laufe der Zeit das Würzburger Kloster St. Burkard zum Dorfherren auf. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1367 und erfolgte damit später als bei den anderen Reichenberger Ortsteilen. [2] 1474 kaufte Wolfgang von Wolffskeel von Reichenberg das Dorf von Pancratio Fischlein und dessen Frau Anna Fischlein (geborene von Lichtenstein). [3] Während des 16. Jahrhunderts wuchs der Einfluss der Lutheraner im Dorf. Hierzu trug auch der Ritter Götz von Berlichingen bei, der im Bereich der Pfarrei Uengershausen wirkte.

Die Wolffskeel von Reichenberg, die großen Einfluss auf die Geschichte des Dorfes hatten, wandten sich ebenfalls bald der neuen Lehre zu. Weipprecht von Wolffskeel war 1516 zwar noch Domherr in Würzburg, seine Schwester, Nonne in Heidingsfeld, trat allerdings aus dem Kloster aus. Im Jahr 1525 schlossen sich die Uengershäuser dem Deutschen Bauernaufstand an, der bald niedergeschlagen wurde. [4] Noch 1565 war allerdings das katholische Kloster St. Burkard der Zehntherr im Dorf.

Unter der Herrschaft des Julius Echter von Mespelbrunn wurde die Gegenreformation forciert. Bis 1607 hatte sich die evangelische Lehre dann endgültig durchgesetzt. Dennoch versuchte Philipp Adolf von Ehrenberg erneut die Uengershäuser zum alten Glauben zurückzuführen. Während des Dreißigjährigen Krieges und den wechselnden Besetzungen durch die Schweden und die Kaiserlichen fiel Uengershausen zeitweise wüst und wurde erst nach und nach wieder besiedelt. [5]

Nach der Mediatisierung und er Auflösung der kleineren Herrschaftsgebiete zu Beginn des 19. Jahrhunderts kam Uengershausen an Kurpfalz-Bayern. Später wurde es Landgemeinde im mittlerweile zum Königreich aufgestiegenen Bayern. Um 1820 wurde ein Großteil des Dorfes bei einem Brand zerstört. [6] Am 1. Mai 1978 wurde Uengershausen in die Gemeinde Reichenberg in Unterfranken eingemeindet.

Überregional bekannt wurde das Dorf durch die jahrelangen Erfolge der Damenfußballabteilung des TSV Uengershausen, aus der unter anderem die deutsche Nationalspielerin Ursula Holl hervorging. 2008 schlossen sich die Frauenfußballmannschaften dem ETSV Würzburg an.

Spitzname der Dorfbewohner[Bearbeiten]

Auf dem Weg Richtung Geroldshausen erinnert eine Tafel des damaligen Bürgermeisters Andreas Hofmann an die Besetzung des Dorfes durch eine Soldateneinheit aus der damaligen russischen Provinz Finnland im Zuge der Befreiungskriege in Mitteleuropa, die an derselben Stelle 1814 eine Sauna errichtet hatte.  [7] Mit Bezugnahme auf die Geschehnisse dieser Zeit entwickelte sich im Volksmund schließlich die noch heute gebräuchliche Bezeichnung die Russen für die Bewohner Uengershausens.

Religion[Bearbeiten]

Sehenswertes[Bearbeiten]

  • Dorfmitte mit evangelisch-lutherischer Kirche aus dem Jahr 1602, Dorfladen und Dorfplatz
  • Gedenktafel von 1814 zur Erinnerung an die Besetzung des Dorfes durch eine Soldateneinheit aus der damaligen russischen Provinz Finnland im Zuge der Befreiungskriege in Mitteleuropa
  • Kriegerdenkmal zu Ehren der Gefallenen der Kriege von 1849, 1866 und 1870/71 sowie der beiden Weltkriege
  • Walzenmühle mit Thorwartshof (Fachwerkbau aus dem Jahr 1816; bis 1837 wolffskeelisches Forstamt[8])

Vereine[Bearbeiten]

Bürgerbeteiligung[Bearbeiten]

  • Agenda-21-Gruppe Uengershausen [1]

Einrichtungen[Bearbeiten]

Unternehmen[Bearbeiten]

  • Bernhardt Ballonfahrten [3]
  • Blumen-Ecke Katja Barklind [4]
  • Metallbau/Schmiede Adrio [5]
  • Kunststoffspritzerei und Formenbau Otto Zimmermann GmbH & Co. KG

ÖPNV[Bearbeiten]

Bus.png Nächste Bushaltestellen: Uengershausen/Feller, Uengershausen/Birkenweg
Eisenbahn.png Nächste Bahnstationen: Geroldshausen, Reichenberg


Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen und Literatur[Bearbeiten]

  • Christian Will: Üngershausen. In: Die Gemeinden des Landkreises Würzburg. Würzburg 1963/1964. S. 136–137.
  • Ulrich Rüthel: Uengershausen - einige Geschichtssplitter.
  • Wolfgang Schindler und Ulrich Rüthel: Markt Reichenberg mit seinen Ortsteilen Albertshausen, Fuchsstadt, Lindflur und Uengershausen. Bilder aus vergangener Zeit. 2. Auflage. Horb am Neckar 1990.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 1,0 1,1 Internetseiten der Marktgemeinde Reichenberg
  2. Ulrich Rüthel: Uengershausen - einige Geschichtssplitter. S. 1.
  3. Johann Gottfried Biedermann: Geschlechts-Register Der Reichs Frey unmittelbaren Ritterschafft Landes zu Francken Löblichen Orts Ottenwald. Tabula VIII.
  4. Christian Will: Üngershausen. S. 136.
  5. Christian Will: Üngershausen. S. 137.
  6. Wolfgang Schindler und Ulrich Rüthel: Markt Reichenberg mit seinen Ortsteilen Albertshausen, Fuchsstadt, Lindflur und Uengershausen. S. 6 / 90.
  7. Ulrich Rüthel: Uengershausen - einige Geschichtssplitter. S. 2.
  8. Ulrich Rüthel: Uengershausen - einige Geschichtssplitter. S. 1.

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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