Hopferstadt

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Hopferstadt
Ortstyp Stadtteil
Stadt Ochsenfurt
Landkreis Würzburg
Regierungsbezirk Unterfranken
Freistaat Bayern
Land Deutschland
Kfz-Kennzeichen WÜ / OCH
Einwohner 622
(Stand: Januar 2022) [1]
Eingemeindung 1. Mai 1978
Blick auf Hopferstadt

Hopferstadt ist der südlichst gelegene Stadtteil von Ochsenfurt im Landkreis Würzburg.

Geografie

Geografische Lage

Hopferstadt liegt südlich von Ochsenfurt auf der Hochfläche des Ochsenfurter Gaus an der Staatsstraße 2269. Der Ort wird vom Thierbach durchflossen, einem linken Zufluss des Mains.

Bevölkerung

Religion

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

► siehe Ehrenbürger der Gemeinde Hopferstadt

Geschichte

Urkatatsterplan von Hopferstadt (um 1825)
Ortsmitte von Hopferstadt um 1895
Ansichtskarte: Dorfweiher „Mittlere Weed“ um 1936

In einer um 880 zu datierenden Überlieferung wird Hopferstadt erstmals mit Namen erwähnt. 1401 belehnte der Würzburger Bischof Johann I. von Egloffstein den Erbkämmerer Konrad von Weinsberg mit der Herrschaft Reichelsberg und der Burg, dem Markt Aub, halb Baldersheim, Burgerroth, Buch, Bieberehren, Hopferstadt, Gülchsheim und Stalldorf. Das Dorf war ab etwa 1420 mit einem Dorfgraben und Erdwall sowie drei Torhäusern versehen, die Kirche mit dem Friedhof wird mit einer hohen Mauer umgeben.

Zu Beginn des 15. Jahrhunderts war das Stift Neumünster bereits mächtigster Grundherr in Hopferstadt. Durch Schenkungen, gezielten Gütererwerb und wohl auch durch Rodungen bislang naturbelassener Flächen auf der Gemarkung hatte das Stift seinen Besitz an Ackerland und Wiesen im Laufe des Mittelalters Zug um Zug erweitert. Da die Böden auf der Gemarkung wuie auch bei anderen Gemeinden des Ochsenfurter Gaus überwiegend ertragreich waren, bestand bei Propst und Kapitel von Neumünster wohl ein nachhaltiges Interesse an weiterem Grunderwerb in Hopferstadt. Bedeutende Güterbesitzer in der Gaugemeinde waren zu dieser Zeit neben Neumünster das Würzburger Stift Haug, Konrad und Anna von Weinsberg, die gemeinsam das Erbe der Herren von Hohenlohe-Brauneck in Hopferstadt verwalteten und auch die Herrschaft über das Dorf ausübten, sowie die Würzburger Dompropstei. Bewegung in dieses über mehrere Jahrhunderte gewachsene Besitz- und Machtgefüge brachten Streitigkeiten um Rechtsansprüche zwischen Konrad von Weinsberg und seiner Ehefrau auf der einen Seite und [[Eberhard von Wertheim}}, Domherr in Würzburg und Propst des Stifts Neumünster, andererseits.

Im Jahre 1416 kam es in Hopferstadt zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen den Streitparteien, an denen auch Soldaten des Würzburger Bischofs Johann II. von Brunn beteiligt waren. Dem Einsatz der bischöflichen Truppen dürfte ein entsprechendes Hilfeersuchen Eberhards von Wertheim vorausgegangen sein. Wohl in die Zeit unmittelbar nach den bewaffneten Auseinandersetzungen fällt ein am 1. September 1416 ausgestellter Fehdebrief, mit dem zahlreiche Angehörige des fränkischen Niederadels Konrad von Weinsberg Konsequenzen für sein Verhalten gegenüber dem Propst von Neumünster androhten. Um den Konflikt beizulegen oder wenigstens zu entschärfen, bemühten sich die Kontrahenten um Einschaltung eines Schiedsgerichts, das am 26. September 1416 zusammenkam und die Konfliktparteien zur friedlichen Beilegung ihres Streits verpflichtete. Konrad von Weinsberg und seine Ehefrau veräußerten schließlich am 13. Dezember 1416 ihre Besitztümer und Rechte in Hopferstadt an den Propst von Neumünster zu verkaufen. Der Besitzerwechsel zwischen den beiden Kontrahenten verlief offensichtlich friedlich. Die neu erworbenen Güter und Rechte wurden nach einer stiftsinternen Regelung der Propstei zugewiesen.

War der Propst von Neumünster mit dem Erwerb der hohenlohisch-weinbergischen Besitzungen und Rechte im Jahre 1416 und der Vogtei im Jahre 1452 in Hopferstadt zum unbestrittenen größten Güterbesitzer und Dorfherrn geworden, so gelang es dem Kapitel des Stifts in der Folgezeit durch geschickte Verhandlungen in der Gaugemeinde beträchtlichen Grundbesitz und Anteil an der Herrschaft zu erlangen. Die Zehntscheune in der Ortsmitte, in heutiger Form von 1603, zeugt bis heute von dieser Anwesenheit.

Im Zweiten Markgrafenkrieg war das neumünsterische Dorf Hopferstadt durch direkte Kriegsereignisse besonders betroffen, da die Markgräflichen unter der Führung von Albrecht Alkibiades von Brandenburg-Kulmbach einfielen und Häuser und Scheunen anzündeten.

Mit der Säkularisation im Jahre 1803 fiel Hopferstadt an das Königreich Bayern, anschließend an das Großherzogtum Würzburg und 1814 endgültig an das Königreich Bayern.

Ortsbild

Hopferstadt wird geprägt durch einen historisch gewachsenen ovalen Dorfgrundriss und typisch fränkischen giebelständigen Häusern und Scheunen. Die Landwirtschaft bestimmt in knapp 50 Betrieben immer noch das Dorfgeschehen.

Politik

Bürgermeister

► Siehe Bürgermeister Ochsenfurt

Sehenswertes

► Siehe Baudenkmäler in Hopferstadt

Vereine

Infrastruktur

Öffentliche Einrichtungen

Ehemalige öffentliche Einrichtungen

ÖPNV

Bus.png Nächste Bushaltestellen: Hopferstadt/Rittershauser Straße, Hopferstadt/Zehntstraße
Eisenbahn.png Nächste Bahnstation: Ochsenfurt


Quellen und Literatur

  • Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, Baudenkmäler in Ochsenfurt, Abschnitt Hopferstadt
  • Geographische Beschreibung von Hopferstatd, dem ersten Dorfe im Ochsenfurter Gau in Franken, S. 681-695
  • Hopferstadt - Ein Dorf im Ochsenfurter Gau. Hrsg.: Katholische Kirchenstiftung Hopferstadt, Vier Türme Verlag, Münsterschwarzach 2006 [2]

Weblinks

Einzelnachweise und Hinweise

  1. Einwohner in Ochsenfurt und Stadtteile auf ochsenfurt.de
  2. Die Chronik von Hopferstadt „Hopferstadt - Ein Dorf im Ochsenfurter Gau“ kann über das Pfarrbüro der Pfarreiengemeinschaft Tückelhausen käuflich erworben werden.

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