Stift Neumünster

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Romanischer Kreuzgangflügel des ehemaligen Stiftes
Eingangstor in der Martinstraße
Hof des Neumünsterstifts
Ehemaliges Kapitelhaus des Neumünsterstifts (vor 1885)

Das Stift Neumünster ist ein ehemaliges Kollegiat- und Kanonikerstift in der Würzburger Altstadt.

Definition Kollegiatstift[Bearbeiten]

Im Gegensatz zu den mit den Kathedralkirchen verbundenen Hochstiften mit einem Bischof an der Spitze hießen die Kollegiatkirchen, denen kein Bischof vorstand, Kollegiatstifte. Die Mitglieder derselben wohnten in einem Gebäude zusammen und wurden von dem Ertrag eines Teils der Stiftsgüter und Zehnten unterhalten.

Geschichte[Bearbeiten]

Ein Kollegiatstift zu Ehren Mariens wurde von 1058 bis 1063 von Bischof Adalbero mit Unterstützung des Edelfreien Emehard aus dem Haus der Grafen von Rothenburg-Comburg und der Königin Richiza von Polen eingerichtet. Er siedelte dazu die Kanoniker aus dem bereits bestehenden Kanonikerstift St. Peter, Paul und Stephan in der Würzburger Vorstadt Sand in die von ihm errichteten neuen Stiftsgebäude neben dem Würzburger Dom um und wandelte das alte Stift in das spätere Benediktinerkloster St. Stephan um.

Besitzungen[Bearbeiten]

Zum Gründungsbesitz des Stiftes gehörten: Bütthard, Eßfeld, Gaurettersheim, Giebelstadt, Hopferstadt, Riedenheim, Teile von Rittershausen, sowie weitere Besitzungen im Taubertal. [1]

Hof des Neumünsterstifts[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Der Wirtschaftshof des Neumünsterstifts (alte Nr.: II. Distrikt 376 [2]) lag nördlich der Neumünsterkirche.

Baubeschreibung[Bearbeiten]

Der etwas zurückliegende Bau mit dem hohen Pultdach, kleinen Fenstern und einem großen rundbogigen Kellereingang war der Fruchtboden des Neumünsterstifts. Nach links, ebenfalls mit einem Pultdach, schloss ein zweigeschossiges Gebäude an, zur dessen Eingang eine Freitreppe empor führte. Im rechten Winkel nach links schloss in Süd-Nord-Richtung ein großer Fachwerkbau mit einem hohen, vorkragenden Giebel an. Im Untergeschoss lag eine offene Halle, das Obergeschoss wurde von zwei kräftigen Säulen getragen und hatte große, gedoppelte mit Butzenscheiben verglaste Fenster. Hier lag der ehemalige Kapitelsaal des Neumünsterstifts, der nach der Säkularisation als Fechtboden der Universität genutzt wurde.

Ende des 12. Jahrhunderts erhielt das Neumünsterstift einen romanischen Kreuzgang. Ein Teil davon ist bis heute erhalten und befindet sich im Lusamgärtchen.

Stiftskapitel[Bearbeiten]

Zwischen 1584 und 1802 gingen fünf Würzburger Weihbischöfe aus dem Stiftskapitel hervor.

Stiftspröpste (Auszug)[Bearbeiten]

Stiftsdechanten (Auszug)[Bearbeiten]

Ende des Kanonikerstifts und des Neumünsterstiftshofes[Bearbeiten]

Das Stift Neumünster wurde mit der Säkularisation 1806 aufgehoben. Das gesamte Ensemble des Neumünsterstiftshofes wurde in den Jahren von 1882 bis 1885 abgebrochen und auf dem Areal das Kaufhaus Seisser errichtet.

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen und Literatur[Bearbeiten]

  • Ansichten aus dem alten Würzburg 1545 - 1945. Öffentliche Bauten und Höfe. Aus der Graphischen Sammlung des Mainfränkischen Museums Würzburg / Bearb. von Hanswernfried Muth. Kataloge des Mainfränkischen Museums Würzburg Nr. 13 ISBN 3-932461-16-9. S. 326
  • Alfred Wendehorst: Das Stift Neumünster in Würzburg. Germania Sacra NF 26: Die Bistümer der Kirchenprovinz Mainz. Das Bistum Würzburg 4. de Gruyter, Berlin/New York 1989, ISBN 3-11-012057-7. Germania Sacra Online

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Enno Bünz: Stift Haug in Würzburg. Untersuchungen zur Geschichte eines fränkischen Kollegiatstiftes im Mittelalter. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1998, ISBN 3-525-35444-4, S. 107
  2. Uraufnahme im geoportal.bayern.de/bayernatlas