Wortwin, der Jüngere

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Wortwin, der Jüngere (* um 1135; † 1198) war Kanoniker in Würzburg, Aschaffenburg und Mainz, von 1172 bis 1180 Protonotar Kaiser Friedrich I.

Leben und Wirken

s.g. Lucius-Urkunde von 1184 ausgefertigt von Wortwin

Wortwin wahrscheinlich in den Jahren 1130 bis 1135 in Franken geboren, Schulbildung in Würzburg, gefördert durch seinen Onkel/Oheim (?) gleichen Namens als Wortwin der Ältere 1113 Kanoniker am Kollegiatstift Neumünster, wurde 1128 Dekan, 1161 letztmals genannt, muss 1161/62 verstorben sein, da 1162 Richer als Dekan von Neumünster genannt wird.

Als Kanoniker am Stift Neumünster zu Würzburg Worthwinus junior im Jahre 1159 im Alter von etwa 25 Jahren erstmals erwähnt, war er zuerst als Kanzleikraft des Würzburger Bischöfe Heinrich II. von Stühlingen und Herold von Höchheim tätig. 1165 hatte er erste Kontakte zur Reichskanzlei; im Jahre 1172 wurde er von Kaisers Friedrich I. genannt Barbarossa zu dessen Protonotar ernannt und gehörte so zum engeren Beraterkreis des Kaisers. Im selben Jahr wurde er auch Domherr in Würzburg. Er war der Verfasser des kaiserlichen Diploms, das seit Lorenz Fries als Güldene Freiheit bekannt ist. Darin bescheinigte Friedrich Barbarossa dem Bischof von Würzburg das Recht, den Titel des Herzogs von Franken zu tragen. 1180 beendete er die Arbeit für Kaiser Friedrich; er wurde Propst des Würzburger Kollegialstifts Neumünster.

Im Jahre 1183 zum Propst des Kollegialstifts St. Peter und Alexander zu Aschaffenburg gewählt, er wurde auch Pfarrer zu Gochsheim, wo er sich meist durch einen Vikar vertreten ließ.

Mit Urkunde vom 21. Dezember 1184 nimmt Papst Lucius III. Propst Wortwin und die Kanoniker von Aschaffenburg in seinen apostolischen Schutz. Hier werden die Besitzungen des Stiftes bezeichnet. Mit dieser Urkunde feierten zahlreiche Gemeinden um Aschaffenburg ihre Ersterwähnung vor mehr als 800 Jahren. 1186 wurde er Propst von Stift St. Viktor vor Mainz. In den folgenden Jahren erfolgten Beurkundungen in Würzburg, Aschaffenburg und Mainz

Das Jahr 1198 wird als Todesjahr angenommen, der Todestag ist nicht überliefert. [1]

Siegel

Wortwins Original-Siegel als Protonotar

Beglaubigt hat Wortwin eine Urkunde vom 24. Januar 1179 als Propst des Wormser Kollegialstifts St. Andreas mit seinem Siegel, das gut erhalten und das älteste bekannte Insiegel eines kaiserlichen Protonotars darstellt. Die Form spitzoval, die Umschrift: + WORTWIN(us) . D(e)I – GRAT(ia) . I(m)P(er)IAL(is) . AVLE . P(ro)THONOTARI(us) . Das Siegelbild zeigt ihn stehend, barhäuptig, in der seitwärts gestreckten linken Hand ein Buch haltend, die angewinkelte rechte Hand wie zum Schwur erhoben. Das geistliche Gewand zeigt über einer langen Albe eine Dalmatika, deren Saum bestickt ist. Dass Wortwin den Weihegrad eines Diakon hatte, zeigt die schräg gebundene Stola an der Seite. Wie lange er das Amt in Worms innehatte ist nicht bekannt. [2]

Siehe auch

Quellen und Literatur

  • Peter Kolb, Ernst-Günter Krenig (Hrsg.): Unterfränkische Geschichte. Band 1: Von der germanischen Landnahme bis zum hohen Mittelalter. Echter Verlag, Würzburg 1989, ISBN 3-429-01263-5, S. 344
  • Friedrich Hausmann: Wortwin. Protonotar Kaiser Friedrichs I., Stiftspropst zu Aschaffenburg. In: Aschaffenburger Jahrbuch. Band 4, 1957, S. 321–372
  • Alfred Wendehorst: Das Stift Neumünster in Würzburg. Germania Sacra NF 26: Die Bistümer der Kirchenprovinz Mainz. Das Bistum Würzburg 4. de Gruyter, Berlin/New York 1989, ISBN 3-11-012057-7, S. 293. (Germania Sacra Online)

Einzelnachweise

  1. Friedrich Hausmann: Wortwin, Protonotar Kaiser Friedrichs I.
  2. Friedrich Hausmann: Wortwin, Protonotar Kaiser Friedrichs I., S. 354.

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Wortwin (Protonotar) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.