Johann Wilhelm Ganzhorn

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Dr. Johann Wilhelm Ganzhorn (auch Gantzhorn) (* 1541 in Würzburg; † 20. April 1609) war Jurist, Chorherr im Stift Neumünster und Universitätsrektor in Würzburg.

Familiäre Zusammenhänge

Er war der Sohn von Dr. Wilhelm Ganzhorn und seiner Frau Ursula, geborene Maier. Geboren wurde er im Sandhof (heute: Maulhardgasse 6). Er war ein Vetter von Hieronymus Ganzhorn.

Leben und Wirken

1557 erhielt er ein Kanonikat am Stift Neumünster und studierte ab 1564 unter anderem in Köln, Löwen und Paris. 1569 wurde er an der Universität Dole zum Dr. iur. utr. promoviert. Anschließend war er dort Rektor. Er verfasste eine als „Ganzhornsche Chronik“ bekannte Fortsetzung der Würzburger Bischofs-Chronik des Lorenz Fries. 1600 erwarb er das sogenannte „Manuale“ des Michael de Leone. [1] Mehrere Bücher aus seinem Besitz befinden sich in der Universitätsbibliothek Würzburg.

Geistliche Laufbahn

Zwischen 1573 und 1576 erhielt er die Weihen zum Subdiakon, Diakon und Kapitular. Er wurde 1581 Unterpropst am Stift Neumünster, aber erst am 17. Dezember 1594 zum Priester geweiht. Am 26. Februar des gleichen Jahres wurde er zum Dekan des Stiftes gewählt.

Ämter an der Universität Würzburg

Mit Gründung der Universität wurde er 1582 von Julius Echter zum Prodekan der Juristischen Fakultät berufen. Von 1593 bis 1596 war er Rektor der Julius-Maximilians-Universität Würzburg.

Bautätigkeit

Sein Geburtshaus, den Sandhof, erwarb er 1587 zurück und ließ ihn aufwändig umbauen.

Ehrungen und Auszeichnungen

Letzte Ruhestätte

Am 23. April 1609 wurde er in der Stiftskirche Neumünster begraben und erhielt dort ein Grabdenkmal in Messingguss mit Portraitrelief und Wappen.

Siehe auch

Quellen und Literatur

  • Alfred Wendehorst: Das Stift Neumünster in Würzburg. Germania Sacra NF 26: Die Bistümer der Kirchenprovinz Mainz. Das Bistum Würzburg 4. de Gruyter, Berlin/New York 1989, ISBN 3-11-012057-7, S. 354

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Universitätsbibliothek Würzburg: M. p. misc. f. 6