Adriaan van Roomen

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Prof. Dr. Adriaan van Roomen, latinisiert Adrianus Romanus (* 29. September 1561 in Löwen; † 4. Mai 1615 in Mainz) war flämischer Geistlicher und Mathematiker. Er war Würzburgs erster Anatom, einer der Leibärzte Julius Echters und lehrte als ordentlicher Professor der theoretischen Anatomie an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg von 1593 bis 1604.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Adriaan van Roomen studierte am Jesuitenkolleg in Köln und Medizin an der Universität Löwen. Zwischen 1586 und 1592 lehrte er als Professor für Mathematik und Medizin in Löwen.

Professor in Würzburg[Bearbeiten]

In Würzburg war er Mathematiker am Domkapitel und heiratete Anna Steegh, eine Nichte des Leibarztes von Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn, der ihn 1593 zur „Miterrichtung der Medizinischen Fakultät und wissenschaftlichen Ausrichtung des Juliusspitals“ [1] auf eine medizinische Professur nach Würzburg berufen und ihn zum Zweiten Leibarzt gemacht hatte. [2]. Er übernahm als einer der drei ersten Professoren der Medizinischen Fakultät der neugegründeten Würzburger Universität auch die theoretische Ausbildung an deren Institut für Anatomie. Die von ihm vergebenen anatomischen Arbeiten befassten sich mit Knochenkunde, dem Aufbau des Gehirns sowie der Anatomie von Brustkorb und Bauch. Sein Nachfolger als Ordinarius für theoretische Anatomie wurde Hermann Birkman. [3]

1604 erhielt Adriaan van Roomen die Priesterweihe. Wohl im Zusammenhang mit seinen Verdiensten um die Medizinische Fakultät hatte er eine „Kanonikat-Präbende“ im Stift Neumünster erhalten. [4] Ab 1610 lehrte er Mathematik in Polen.

Forschungsschwerpunkte[Bearbeiten]

Er beschäftigte sich mit der Zahl Pi, die er 1593 auf 15 Nachkommastellen genau bestimmte. Er befasste sich auch mit Trigonometrie erzielte Resultate über Polygone (Vielecke) mit maximalem Flächeninhalt bei gegebenem Umfang (Isoperimetrisches Problem).

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Otto Volk: Mathematik, Astronomie und Physik in der Vergangenheit der Universität Würzburg, in: Vierhundert Jahre Universität Würzburg. Eine Festschrift, hrsg. von Peter Baumgart, Verlag Degener & Co., Neustadt an der Aisch 1982, S. 751-785, S. 752 f.
  2. Alfred Wendehorst: Das Stift Neumünster in Würzburg (= Das Bistum Würzburg, 4), in: Germania Sacra, Neue Folge 26 (Die Bistümer der Kirchenprovinz Mainz), hrsg. vom Max-Planck-Institut für Geschichte (Göttingen), Walter de Gruyter, Berlin und New York 1989, S. 607 f.
  3. Theodor Heinrich Schiebler: Anatomie in Würzburg (von 1593 bis zur Gegenwart), in: Vierhundert Jahre Universität Würzburg. Eine Festschrift, hrsg. von Peter Baumgart, Verlag Degener & Co., Neustadt an der Aisch 1982, S. 985-1004, S. 986 und 1003
  4. Johann Baptist Scharold: Geschichte des gesammten Medizinalwesens im ehemaligen Fürstenthum Würzburg. Stahel'sche Buchhandlung, Würzburg 1825, S. 100

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