Schneiderskreuz (Greußenheim)

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Schneiderkreuz in der Gemarkung Greußenheim

Das Schneiderskreuz ist die Nachbildung eines ehemaliges Sühnekreuzes in der Gemarkung Greußenheim. [1]

Standort[Bearbeiten]

Das Kreuz steht in der Flurabteilung Hardt im Norden der Gemarkung Greußenheim.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Steinkreuz mit einer Schere, das Berufszeichen des Getöteten, wurde nach einem Mord im Jahre 1605 aufgestellt und stand bis ca. 1955 in der Flurlage. Nach der Entfernung des Sühnekreuzes war das Relikt aus der Ortsgeschichte verschwunden. 2017 hat die Nachbildung des Kreuzes wieder ihren Platz am bisherigen Standort, am sogenannten „Herretannlesweg“, gefunden.

Beschreibung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Greußenheim ließ die Nachbildung aus rotem Sandstein nach einem Entwurf von Hans-Joachim Schneider vom Arbeitskreis Heimat- und Geschichtspflege im Obst- und Gartenbauverein Greußenheim von Steinmetz und Steinbildhauer Andreas Gugel (Neubrunn) fertigen. Eine kleine Informationstafel soll Wanderer und Fahrradfahrer bei Innehalten Hintergründe zur Geschichte des „Schneiderskreuz“ liefern.

Trivia[Bearbeiten]

Der mündlichen Überlieferung nach sollen sich an der Stelle, wo das Schneiderskreuz steht, „drei Schneider gegenseitig erstochen haben“. Diese mündliche Überlieferung findet ihre Bestätigung in den Verhörakten des Centgerichts Remlingen. Allerdings ist hier nur von einem einzigen Mord die Rede. Auch soll der Schneider nicht erstochen, sondern erwürgt worden sein. Dass es sich dabei um einen Schneider handelte, ist einem Schreiben des Fürstbischofs Julius Echter von Mespelbrunn zu entnehmen. Deshalb auch die Schere auf dem Sühnekreuz als Berufssymbol der Schneider. [2]

Bildergalerie[Bearbeiten]

Radweg[Bearbeiten]

Den Aalbach-Radweg zwischen Roßbrunn und Uettingen abzweigen Richtung Greußenheim. Am Anfang von Greußenheim auf dem Radweg Richtung Leinach weiterfahren. Das Schneiderskreuz befindet sich vor dem Johannishof auf der linken Seite. Ein Rastplatz lädt zum Verweilen ein. [3]

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  • Hans-Joachim Schreiber: Sühnemal „Schneiderskreuz“. Der Mord an einem Schneider in der Gemarkung Greußenheim 1605. Greußenheim 2017

Weblinks[Bearbeiten]

Erläuterungen und Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Sühnekreuze sind Denkmale mittelalterlichen Rechts. Sie waren ein Erfüllungsteil von Sühneverträgen, welche zwischen zwei verfeindeten Parteien geschlossen wurden, um eine Blutfehde wegen eines begangenen Mordes oder Totschlages zu beenden. Der überwiegende Teil der Sühnekreuze ist in Kreuzform gestaltet, oftmals ist die Mordwaffe bzw. ein berufstypisches Gerät des Entleibten in den Stein gehauen. In den seltensten Fällen finden sich eingeschlagene Jahreszahlen. Text findet sich auf keinem echten Sühnekreuz aus dem 13.-16. Jahrhundert. Der einfache Bauer hätte es ohnehin nicht lesen können, weshalb Bilddarstellungen dominierten. Mit der Einführung der Halsgerichtsordnung Kaiser Karls V. im Jahre 1533 wurden private Abmachungen nicht mehr geduldet, an ihre Stelle trat das ordentliche Gericht, das den Täter nach dem neuen Recht verurteilte. Mit der Einführung dieses neuen Rechtes wurden die Sühneverträge zwar offiziell abgeschafft, lebten jedoch je nach Landessitte noch durch das ganze 16. Jahrhundert fort; erst das 17. Jahrhundert räumte mit ihnen endgültig auf. (Quelle: www.suehnekreuz.de)
  2. Nachforschungen von Greußenheims Ex-Bürgermeister Thomas Rützel im Staatsarchiv Wertheim
  3. Radweg bei komoot.de

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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