Die Schatzgräber von Greußenheim

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Die Schatzgräber von Greußenheim ist eine Sage in der Gemeinde Greußenheim im westlichen Landkreis Würzburg.

Sage[Bearbeiten]

Da ist doch einmal vor vielen Jahren ein Fremder in das Dorf gekommen und hat den Männern weisgemacht, dass er mit seinem „Erdspiegel“ im Bauholz den Keller eines ehemaligen Raubritters entdeckt habe. Große Schätze an Gold und kostbaren Gesteinen seien dort verborgen. Als er in der Wirtsstube seine Entdeckung den Männern erzählte, fand er bald Neugierige, die gern bereit waren, den Schatz aus dem zerfallenen Keller herauszuholen.

Nur hatte die Sache einen Haken. Der Fremde sagte zu den Männern, dass nur in der Nacht gegraben werden dürfe. Am Tag könnten sonst die kostbaren Funde vom prallen Sonnenlicht erblassen und würden dann ihren ganzen Wert verlieren. Und eine weitere Bedingung war, dass bei den Grabarbeiten niemand sprechen dürfe. Denn der geringste Laut könne die Rache der unruhigen Raubritterseelen wachrufen. Und wenn in der Frühe der erste Peitschenknall eines aufs Feld fahrenden Bauern zu hören sei, dann mussten sie alle, ohne ein Wort zu reden, schnell nach Hause gehen.

Abend für Abend ging nun eine mutige Schar von Schatzgräbern zum Bauholz. Schweigend gruben sie an der bezeichneten Stelle. Nach vier Wochen hatten sie jedoch noch nichts gefunden. Einmal passierte es, als sie kaum einige Stunden geschaufelt hatten, dass sie vom Dorf her einen Peitschenknall hörten. Getreu der Anweisung verließen sie ihre geheime Arbeitsstätte und eilten zum Dorf. Doch wie waren sie erstaunt, als es erst Mitternacht war und alles im tiefen Schlaf lag. Sicher war das der Geist eines Raubritters, der die Schatzgräber nur vertreiben wollte. Ein andermal, es war in einer stockdunklen Nacht glaubten die Schatzsucher, dass ein wildes Heer von Raubrittern ankäme, so wurden sie erschreckt. Vom Getrad her sahen sie hellen Feuerschein. Vom Dorf her hörten sie die Glocken läuten, und Hilferufe durchbrachen die Stille der Nacht. So schnell es ging, rannten sie den berg hinauf dem Dorfe zu. Als sie aber oben ankamen, sahen sie Greußenheim friedlich im Tale liegen.

Wütend gingen sie zurück und nahmen sich fest vor, die Ruhe zu bewahren und nicht eher heimzukehren, bis sie auf die Kellergewölbe gestoßen waren. Noch in derselben Nacht stießen sie auf Mauerwerk, und nach kurzer Zeit gelang der erste Durchbruch. Im Dunkel der Kellergewölbe sahen sie das erste Funkeln , genau wie es der Fremde geschildert hatte. Drei beherzte Männer sprangen in den Keller. Sie erblickten eine schwere Kiste – und einen riesengroßen Kater, der sie so anfauchte, dass sie vor Angst davon liefen und niemals mehr zurückkehrten. Ein furchtbares Fauchen, Donnern und Grölen vertrieben die Schatzgräber, und vom gefundenen Schatz sah man bis zum heutigen Tag nichts mehr.

Quellen[Bearbeiten]