Veitshöchheim

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Veitshöchheim
Ortstyp Gemeinde
Landkreis Würzburg
Regierungsbezirk Unterfranken
Freistaat Bayern
Land Deutschland
Kfz-Kennzeichen
Höhe 167–281 m ü. NN
Fläche 10.76 km²
Einwohner 9.673 (31.12.2015)
Bevölkerungsdichte 922 Ew./km²
Gemeindekennzahl 09 6 79 292
Anschrift Erwin-Vornberger-Platz
97209 Veitshöchheim
Telefon 0931 / 9802-6
Telefax 0931 / 9802-766
E-Mail webadmin@veitshoechheim.de
Webseite www.veitshoechheim.de
1. Bürgermeister Jürgen Götz (CSU)
Wappen
Wappen Veitshoechheim.svg.png

Die Gemeinde Veitshöchheim liegt im Norden von Würzburg am rechten Mainufer. Sie gehört zum Landkreis Würzburg. Ihr bekanntestes Bauwerk ist das kleine Rokokoschloss der Fürstbischöfe mit seinem Hofgarten.

Geografie[Bearbeiten]

Schloss Veitshöchheim
Großer See mit dem Musenberg Parnass im Hofgarten des Schlosses
Katholische Pfarrkirche St. Vitus
Bahnhofsgebäude des Bahnhofs Veitshöchheim
Heiligste Dreifaltigkeit

Veitshöchheim ist mit 1076,21 Hektar Gemeindefläche eine flächenmäßig eher kleine Gemeinde mit einem recht geringen Anteil an Wald- (23%) und Landwirtschaftsfläche (36%). Die Siedlungs- und Verkehrsfläche hat mit fast 38% den größten Anteil. Entsprechend hoch ist die Einwohnerdichte mit 924 Einwohner pro Quadratkilometer. Die Gemeinde liegt unmittelbar am Main und wird durch die Bundesstraße 27 und die parallel verlaufende Bahnlinie zweigeteilt. Von Würzburg sind es etwa sechs Kilometer bis nach Veitshöchheim.

Lage[Bearbeiten]

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Neben dem Kernort Veitshöchheim besteht die Gemeinde aus dem nordöstlich des Ortes gelegenen Weiler Gadheim. Dieser wurde mit der Auflösung der selbstständigen Gemeinde Oberdürrbach 1976 eingemeindet.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nördlich von Veitshöchheim liegen die Gemeinden Thüngersheim und Güntersleben, in östliche Richtung ist es nicht weit bis Rimpar. Im Osten (Bereich Oberdürrbach) und Süden (Bereich Dürrbachau) grenzt der Ort an Würzburg. Im Süden ist Veitshöchheim dabei direkt mit dem Industriegebiet Neuer Hafen verbunden. Ebenfalls im Süden, allerdings linksmainisch liegt Zell am Main. Im Westen liegt auf der gegenüberliegenden Mainseite die Gemeinde Margetshöchheim. Diese ist nur über den Ludwig-Volk-Steg erreichbar.

Geschichte[Bearbeiten]

Veitshöchheim wurde im Jahr 779 erstmals in einer Markungsbeschreibung als Ort erwähnt. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 1097 im Rahmen einer Schenkung der „Pfarrei Hochheim“ an das Würzburger Benediktinerkloster St. Stephan. Im Jahr 1246 fand im Ort die Wahl zum deutschen (Gegen-)König statt, Heinrich Raspe ging als Sieger hervor. Veitshöchheim ist schon um 1290 als Wallfahrtsort belegt, Patron ist der Heilige Vitus (zu deutsch Veit), der in heißem Öl für Christus sterben musste. 1301 taucht erstmals der Ortsname Höchheim ad sanctum Vitum auf.

Das Schloss Veitshöchheim wurde in den Jahren 1680-1682 unter dem Fürstbischof Peter Philipp von Dernbach erbaut und 1749–53 durch Balthasar Neumann erweitert. Mit der Anlage des Hofgartens, der zum Schloss gehört, begann man 1702. Die heute noch erhaltene Pfarrkirche St. Vitus wurde 1691 eingeweiht und die Synagoge in Veitshöchheim in den Jahren 1727-1730 erbaut.

Im Jahr 1814 fiel der Ort endgültig an das Königreich Bayern, nachdem er neun Jahre vorher zum neuen Großherzogtum Würzburg kam. Die Gemeinde wurde in ihrer heutigen Form im Zuge der bayerischen Verwaltungsreformen 1818 gebildet. Der Bahnhof Veitshöchheim mit Königspavillion wurde 1853-1854 beim Ausbau der Bahnlinie Würzburg-Aschaffenburg unter König Maximilian II. Joseph von Bayern erbaut.

1881 wurde erstmals eine Straßenbeleuchtung eingerichtet, 1909 ein Gaswerk in Betrieb genommen und 1921 eine Wasserleitung in Betrieb genommen. Die Stromversorgung wurde ab 1924 aufgebaut.

Von 1933 bis 1945 stand der Ort im Zeichen des Nationalsozialismus: Die jüdische Synagoge wurde entwidmet und zum Feuerwehrhaus umgebaut, viele Veitshöchheimer Juden wurden in Konzentrationslager deportiert oder ermordet. Bei Bombenangriffen 1945 wurden einige Privathäuser getroffen. Eine für den Bahnhof vorgesehene Fliegerbombe zerstörte am 31. März 1945 die Kaskade im Hofgarten des Schlosses.

1965 wurde die Balthasar-Neumann-Kaserne eingeweiht. Seit 1967 findet in Veitshöchheim die bekannte Prunksitzung Fastnacht in Franken statt, die wiederum seit 1987 vom Bayerischen Fernsehen als Live-Sendung ausgestrahlt wird. Veranstaltungsort sind die Mainfrankensäle. Ebenfalls in den 1960er Jahren eröffneten unter anderem die evangelische Christuskirche, die Kuratiekirche Heiligste Dreifaltigkeit, das Geisbergbad und der Ludwig-Volk-Steg.

1976 wurde Gadheim eingemeindet. 1981 erfolgte die Einweihung der Mainfrankensäle, zwei Jahre später wurde das Sportgelände der Turngemeinde in Betrieb genommen. 1988 wurde die markante, 32 Meter hohe Maintalbrücke Veitshöchheim fertiggestellt. Die Mainlände erhielt ihr jetziges Aussehen weitestgehend 1990. 1995 entstand das heutige Feuerwehrhaus im Süden Veitsöchheims. Zwei Jahre später gab es mit „900 Jahre Veitshöchheim“ ein großes Jubiläum zu feiern.

2009 nahm Veitshöchheim am bundesweiten Wettbewerb „Entente Florale“ teil und gewann die Goldmedaille. Zwischen 2012 und 2015 wurden die Mainfrankensäle umfangreich saniert. Seit 2012 verfolgt die Gemeinde unter dem Motto „Veitshöchheim schützt Klima“ mit einem integrierten Klimaschutzkonzept das Ziel, die Treibhausemissionen bis zum Jahr 2040 um 80% zu verringern.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung[Bearbeiten]

In Rot aus einem dreibeinigen goldenen Ölkessel wachsend der golden nimbierte, nackte heilige Vitus, beseitet oben von je einem sechsstrahligen goldenen Stern.

Wappendeutung[Bearbeiten]

Der Würzburger Fürstbischof Friedrich von Wirsberg (1558 bis 1573) verlieh dem Ort Höchheim unter Würzburg am 26. Juli 1563 ein Wappen. Im Schild steht der Heilige Veit in einem Ölkessel, der als Attribut auf sein Martyrium hinweist. Er ist der Kirchen- und Ortspatron, von dem sich auch der spätere Ortsname ableitet. Die Sterne werden als alte Ortszeichen gedeutet. Die Wiederannahme erfolgte 1966.

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

► siehe auch: Baudenkmäler in Veitshöchheim

Bildergalerie[Bearbeiten]

Kulturangebot[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

Oper[Bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Bekanntester Veranstaltungsraum sind die Mainfrankensäle.

  • Fastnacht in Franken, die Prunksitzung des Fastnacht-Verband Franken (FVF), die jährlich vom Bayerischen Fernsehen ausgestrahlt wird.
  • Immer am 1. Mai wird der geschmückte Maibaum von der Feuerwehr auf dem Erwin-Vornberger-Platz aufgestellt.
  • Tag der offenen Tür der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, jedes Jahr am ersten Sonntag im Juli.
  • Weinfeste auf dem Erwin-Vornberger-Platz oder entlang der Mainlände.
  • „Letzte Fuhre“, ein Fest zum Abschluss der Weinlese mit Umzug.
  • Altortweihnacht an den Adventswochenenden: Weihnachtsmarkt auf dem Erwin-Vornberger-Platz.
  • Stadtradeln, bundesweiter Wettbewerb
  • Repair Café, Selbsthilfewerkstatt zur Reparatur defekter Gegenstände
  • Weinfest im Rokokogarten (letztes Juliwochenende)

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

Freizeit- und Sportanlagen[Bearbeiten]

Bundeswehr[Bearbeiten]

In der Balthasar-Neumann-Kaserne in Veitshöchheim waren u.a. der Stab der Division Luftbewegliche Operationen (DLO), einer der größten Divisionen des Heeres, samt dem Fernmeldebataillon DLO bis Juni 2014, und sind Teile des Feldjägerbataillons 452, der Stabskompanie, des Logistikbataillons 12 und ein Kraftfahrausbildungszentrum stationiert. Die Kaserne war ehemals Standort der 12. Panzerdivision. Außerdem ist das Bundeswehr-Dienstleistungszentrum Veitshöchheim als Ortsbehörde der territorialen Wehrverwaltung vorzufinden. An der ebenfalls der territorialen Wehrverwaltung zugehörigen Bundeswehrfachschule Würzburg können ausscheidende Soldaten auf Zeit in den letzten Jahren ihrer aktiven Dienstzeit höherwertige Schulabschlüsse (Mittlere Reife und Fachhochschulreife) erwerben. Seit 2015 ist Veitshöchheim der neue Divisionstandortes der 10. Panzerdivision und ist damit einer von nur drei bundesweit existierenden Oberbefehlsstellen des Bundesheeres.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

  • Binz Immobilien
  • Filiale der Metzgerei Flach
  • Frankonia Schokoladenwerke GmbH
  • Lidl (Am Geisberg 23)
  • Müller Viktor Rolladenbau GmbH
  • KBA-Metronic GmbH
  • MainMarketing - Agentur für strategisches Marketing & Vertriebsoptimierung
  • Mehlig & Heller GmbH - Veitshöchheimer Fleischvertrieb
  • Staudigel GmbH - Möbelserienteile
  • panoramafabrik.de - Panoramafotografie & Webdesign
  • Parker Store HPS GmbH - Hydraulik/Pneumatik
  • Penny-Markt (Benzstraße)
  • Rossmann (Pont-l'Eveque-Allee 1)
  • Ulsamer Markt (Lindentalstraße)
  • Franken-Industrie - Hersteller von Auswuchtgewichten
  • DIMA Diamanthonleistungen GmbH - Werkzeugbau
  • Michaelis GmbH und Co KG - Umwelttechnik
  • NKM NOELL GmbH
  • EDV-Plus

Hotels[Bearbeiten]

Gastronomie[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Der Altort ist heute eine verkehrsberuhigte Zone für Anwohner und Touristen. Der Durchgangsverkehr wird entlang der Bahnlinie um den Ortskern herumgeführt. Die meistbefahrene Straße Veitshöchheims ist die Kreisstraße WÜ 3, die von der Bundesstraße 27 durch den Ortbereich über Güntersleben nach Rimpar führt.

Straße[Bearbeiten]

Veitshöchheim liegt direkt an der Bundesstraße 27 von Würzburg nach Fulda. Die Entfernung nach Würzburg beträgt etwa 6 km.

Bus und Bahn[Bearbeiten]

Veitshöchheim ist durch Busse und Bahnen an das öffentliche Nahverkehrsnetz angebunden. Aus Würzburg führen drei Buslinien nach Veitshöchheim (Buslinie 11, Buslinie 19 und Buslinie 8065). Außerdem besitzt der Ort einen Bahnhof an der Main-Spessart-Bahn, der von der Regionalbahn mindestens stündlich bedient wird. Die Maintalbrücke Veitshöchheim der Schnellfahrstrecke Hannover–Würzburg führt über den südlichen Altort.

Personenschifffahrt[Bearbeiten]

Linienfahrten der Weißen Flotte von/nach Veitshöchheim finden stündlich nach Fahrplan statt (tagsüber, Dauer ca. 45 Minunten)

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Vera Struchholz: Veitshöchheim. Herausgeber: Gemeinde Veitshöchheim, Veitshöchheim, 1982.
  • 900 Jahre Veitshöchheim. Herausgeber: Gemeinde Veitshöchheim, 1. Bürgermeister Rainer Kinzkofer. Benedikt-Press, Vier-Türme GmbH, Abtei Münsterschwarzach, 1997.
  • Veitshöchheim blüht auf. Herausgeber: Gemeinde Veitshöchheim zum Wettbewerb „Entente Florale“, Veitshöchheim, 2009.
  • Bundeswehr: Mein Standort Veitshöchheim. Mediaprint WEKA-Info-Verlag, Mering, 2010.
  • Thomas Struchholz: Veitshöchheim - eine Chronik aus Franken. Struchholz Kunst-GbR, Veitshöchheim, 2012. ISBN 978-3-9812318-4-7
  • Dorit Schatz: Mord im Elferrat, Kriminalroman, Hess-Verlag, 2016

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  • Beitrag zum Neuanfang der Bundeswehr in Veitshöchheim in TV Touring vom 12. Juni 2014
  • Das Kapitel Geschichte basiert auf Angaben der Gemeinde Veitshöchheim

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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