Heinrich Raspe

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Heinrich Raspe ( * um 1204, † 16. Februar 1247 auf der Wartburg) war thüringischer Landgraf und wurde 1246 in Veitshöchheim zum Gegenkönig gewählt.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Als sein älterer Bruder Ludwig, der am Kreuzzug von Friedrich II. teilnehmen wollte, im September 1227 einer Seuche erlag, übernahm Heinrich die vormundschaftliche Regierung für den erst viereinhalb Jahre alten Sohn des Verstorbenen, Hermann II. Bald kam es zu Auseinandersetzungen mit Ludwigs Witwe, Elisabeth von Thüringen, deren verschwenderische Liebestätigkeit er einschränkte, um das Hausvermögen ungeschmälert zu erhalten, woraufhin Elisabeth die Wartburg gen Marburg verließ. Im Februar 1237 nahm Heinrich in Wien an der Königswahl von Konrad IV. teil. Als sich das Verhältnis zwischen Kaiser und Papst verschlechterte, kam es zu einem antistaufischen Fürstenbund, bestehend aus Österreich, Bayern und Böhmen.

Wahl zum Gegenkönig[Bearbeiten]

Endgültig fiel Heinrich nach der Absetzung Friedrichs II. durch das Konzil von Lyon am 17. Juli 1245 vom Kaiser ab. Im April 1246 forderte Innocenz IV. alle Fürsten Deutschlands, denen die Wahl eines römischen Königs zustehe, auf, Heinrich zum König und künftigen Kaiser zu wählen. Aber nur die Erzbischöfe von Mainz und Köln, die Bischöfe von Würzburg, Speyer, Straßburg und Metz und 17 thüringische und hessische Grafen und Herren wählten Heinrich am 22. Mai 1246 in Veitshöchheim zum König. Wegen dieser Wahlhilfe und darüber hinausgehender Zuwendungen Roms erhielt er schon bald den Beinamen rex clericorum („Pfaffenkönig“). Heinrich berief für den 25. Juli einen Reichstag nach Frankfurt ein, in dessen Nähe sich ihm Konrad IV. entgegen stellte. Am 5. August griff Heinrich ihn an der Nidda an und siegte, da gleich zu Anfang der Schlacht verschiedene schwäbische Adlige, von päpstlichem Geld gekauft, den Staufer verräterisch im Stich gelassen hatten.

Heinrichs Ende[Bearbeiten]

Vermutlich aus Geldmangel musste Heinrich aber nach Thüringen zurückkehren und erst im Dezember konnte er zu einem neuen Feldzug aufbrechen, der sich gegen das staufische Kernland Schwaben richtete. Die Wetterverhältnisse und sein schlechter Gesundheitszustand zwangen Heinrich Ende des Monats zum Rückzug. Unterwegs verschlechterte sich sein Zustand noch durch einen Sturz vom Pferde und er verstarb auf der Wartburg.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Schaller, Hans Martin, "Heinrich Raspe" in: Neue Deutsche Biographie 8 (1969), S. 334-336 Onlinefassung

Weblinks[Bearbeiten]