St. Vitus (Veitshöchheim)

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St. Vitus
Pfarrort Veitshöchheim
Dekanat Würzburg rechts den Mains
Diözese Würzburg
Regierungsbezirk Unterfranken
Katholiken ca. 4.100 Gemeindemitglieder
Anschrift Herrnstraße 1, 97209 Veitshöchheim
Telefon 0931 / 92150
Telefax 0931 / 9912345
E-Mail st-vitus.veitshoechheim@bistum-wuerzburg.de
Webseite www.veitshoechheim-kirchen.de
Seelsorger Pfarrer Robert Borawski
Nördliche Schaufassade der St. Vitus-Kirche
Innenraum der St. Vitus-Kirche
Orgelempore in der St. Vitus-Kirche

Die Pfarrkirche St. Vitus im Zentrum von Veitshöchheim gehört zur Pfarrgemeinde St. Vitus des Bistums Würzburg im Dekanat Würzburg rechts des Mains. Zur Pfarrgemeinde St. Vitus zählen weiterhin die Martinskapelle (Veitshöchheim) im Friedhof, Schlosskapelle und Hauskapelle St. Hedwig (Veitshöchheim).

Geschichte[Bearbeiten]

Eine erste urkundliche Erwähnung der Pfarrgemeinde Veitshöchheim findet sich 1097. Unter Fürstbischof Johann Gottfried von Guttenberg wird die Pfarrkirche St. Vitus von 1690 bis 1691 neu gebaut. Baumeister war Christian Hermann. Die Nord-Süd-Richtung der barocken Kirche und ihre Einordnung in das Gelände zwischen Altort und Schloss werden durch den Bau des Schlosses im Hofgarten als Sommerresidenz des Fürstbischofs bestimmt.

Den Neubau der Kirche ermöglichten das Benediktinerkloster St. Stephan in Würzburg [1], Fürstbischof Johann Gottfried von Guttenberg, die Veitshöchheimer Bürger und Wohltäter.

Die erste heilige Messe wurde am 15. Juni 1691, dem Fest des heiligen Vitus, in der noch unvollendeten Kirche gefeiert. Die Weihe fand am 17. Juli 1695 durch Weihbischof Stephan Weinberger statt. Anwesend waren bei den Feierlichkeiten der Fürstbischof Johann Gottfried von Guttenberg, alle Mönche des Benediktinerklosters St. Stephan, die Pfarrer der umliegenden Orte und die Gläubigen von Veitshöchheim.

In den Jahren 1990/91 erfolgte die letzte Renovierung der Pfarrkirche. Der neue Zelebrationsaltar wurde am 21. Juli 1992 von Weihbischof Helmut Bauer geweiht.

Im Dezember 2016 wurde die Innenbeleuchtung der Kirche auf energiesparende LED-Leuchtmittel umgestellt. Dabei wurden 60-Watt-Glühbirnen durch 7-Watt-LED-Filamentleuchten ersetzt.[2]

Baubeschreibung[Bearbeiten]

Die imposante nördliche Schaufassade mit einer Höhe von 22,5 Metern zeigt mit ihrer strengen waagrechten Gliederung, dem Portal mit den beiden kannelierten Säulen und ihren rechteckigen Fenstern noch Züge der Renaissancezeit. Den Halbsegment-Giebel ziert das Wappen des Fürstbischofs.

Der 44 Meter hohe Turm stammt noch aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts und wurde erhalten. Im Turm befinden sich heute vier Glocken. Die St. Vitus-Glocke, die älteste von ihnen, ist auf das Jahr 1630 datiert, eine weitere St. Vitus-Glocke, eine St. Bilhildis- und eine St. Sebastian-Glocke stammen aus dem Jahre 1953.

Die Veitshöchheimer St. Vitus-Kirche beeindruckt durch ihre geschlossene Raumgestaltung mit den weißen Wänden, den braunroten Kanten, Bögen und Säulen sowie den in schwarzem Stuckmarmor errichteten Altären. Das Langhaus hat eine Flachdecke mit geometrischen Feldern, die Decke im Chor eine Art Netzgewölbe, bei denen die Steinrippen durch hochgezogene Putzkanten ersetzt sind.

Aussenansicht[Bearbeiten]

Kunstwerke[Bearbeiten]

Hochaltar[Bearbeiten]

Der von Fürstbischof Johann Gottfried von Guttenberg gestiftete barocke Hochaltar zu Ehren des Kirchen- und Ortspatrons St. Vitus mit einem viersäuligem Aufbau von Johann Caspar Brandt wurde 1692 errichtet und in Anwesenheit des Fürstbischofs von Weihbischof Stephan Weinberger am 17. Juli 1695, dem Tag der Kirchweihe, geweiht. Der Hochaltar wird vom Wappen des Fürstbischofs geziert. Der Tabernakelaufbau wurde 1892/93 vom Würzburger Künstler Ludwig Link geschaffen. Das Altarblatt „Martyrium des heiligen Vitus“ aus dem Jahre 1692 stammt von Oswald Onghers.

Chorkreuz[Bearbeiten]

Das Chorkreuz wurde in der Mitte des 16. Jahrhunderts geschaffen und wird der Werkstatt von Tilman Riemenschneider zugeschrieben. Ursprünglich hing es in der Veitshöchheimer Martinskapelle. Die Wolken und den Engelskopf wurden vom Würzburger Künstler Franz Christian Handschuher im Jahre 1695 gefertigt.

St. Bilhildis-Altar[Bearbeiten]

Der St. Bilhildis-Altar (linker Seitenaltar) wurde 1711 als Marienaltar gestiftet von Johannes Gallus Jacob, Rat der kaiserlichen Majestät, persönlicher Berater des Fürstbischofs Johann Gottfried von Guttenberg und dessen Finanzdirektor und Militärberater. Das ursprüngliche Altarbild der Unbefleckten Empfängnis Mariens wurde 1958 durch ein Gemälde der heiligen Bilhildis, geschaffen von einem unbekannten Maler, ersetzt. Das obere Gemälde des Retabelaltars [3] stellt die „Krönung Mariens“ dar und ist eine Stiftung des Ratsherrn Stefan Schubert aus dem Jahre 1783. Auf dem Altartisch steht die Halbfigur der heiligen Bilhildis mit einem Reliquienbehälter in der Mitte. Dieses Kunstwerk ist ein Geschenk der Äbtissin des Klosters Altmünster Maria Luitgardis Wilk und des Fürstbischofs Johann Philipp Franz von Schönborn aus dem Jahre 1722.

St. Sebastian-Altar[Bearbeiten]

Der St. Sebastian-Altar (rechter Seitenaltar) ist ein Geschenk des Abtes Alberich Ebenhöch vom Benediktinerkloster St. Stephan aus dem Jahre 1715. Das Altarbild zeigt den an einen Baum gebundenen und mit Pfeilen durchbohrten heiligen Sebastian. Engel bemühen sich die Pfeile vorsichtig herauszuziehen. Das Oberbild des Altars mit der Martyriumsszene der „Steinigung des heiligen Stephanus“ weist auf das Kloster St. Stephan hin.

Marienaltar[Bearbeiten]

Der Marienaltar mit seinem viersäuligen Aufbau und seitlichem Akanthur an der Ostwand des Kirchenschiffes wurde 1816 von dem seit 1795 als Pfarrer an St. Vitus tätigen Stefan Hammel (1756-1830) vom ehemaligen Kloster Unterzell erworben. Die Altarfiguren des Heiligen Augustinus (links) und des Heiligen Norbert (rechts) weisen auf die Herkunft des Altars hin. Die Figur der Maria Immaculata in der Mitte des Altars steht auf einer Weltkugel, die von acht Engeln getragen wird. In der Altarbekrönung befindet sich ein ovales Gemälde mit der Darstellung des Schweißtuches der Veronika.

Vierzehn-Heiligen[Bearbeiten]

Die Gruppe der Vierzehn-Heiligen an der Ostwand des Kirchenschiffes stammt aus dem Jahre 1714 und wurde von Wohltätern gestiftet.

Heiliger Urban[Bearbeiten]

Neben der Gruppe der Vierzehn-Heiligen befindet sich die Figur des Heiligen Urban aus dem 18. Jahrhundert.

Kanzel[Bearbeiten]

In den Nischen der frühbarocken Kanzel mit kleinen gewundenen Säulen finden sich die vier Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes mit ihren Attributen. [4]

Madonna mit Jesuskind[Bearbeiten]

Ebenfalls an der Westwand steht auf einem Sockel eine frühbarocke Madonna mit Jesuskind. Sie stand ursprünglich in der Martinskapelle.

Heilige Familie[Bearbeiten]

Die Holzrelief mit der Darstellung der Heiligen Familie an der Westwand des Kirchenschiffes wurde 1894 von Matthäus Schiestl d.Ä. geschaffen.

Orgelempore[Bearbeiten]

Das Prospekt der Orgel stammt von Anton Etthöfer aus dem Jahre 1715. Die Orgel wurde 1994 von der Orgelbaufirma Vleugels aus Hardheim neu eingebaut und besitzt 26 Register (10 Stimmen im Hauptwerk, 10 Stimmen im Schwellwerk und 6 Stimmen im Pedal). Ihre Weihe erfolgte am 27. März 1994.

Patronat[Bearbeiten]

Die Pfarrei ist St. Vitus (deutsch: Heiliger Veit) (* in Mazzara auf Sizilien, † um 304 in Lukanien), einem der 14 Nothelfer und Märtyrer geweiht. Das Patrozinium ist am 15. Juni.

Einordnung[Bearbeiten]

Der Einzelpfarrei St. Vitus ist die Kuratie Heiligste Dreifaltigkeit (Veitshöchheim) und die Markuskapelle (Gadheim) zugeordnet.

Seelsorger (Auswahl)[Bearbeiten]

Gottesdienste[Bearbeiten]

  • Sonntag: 10.00 Uhr Messfeier (St. Vitus)
  • Sonntag: 10.00 Uhr Wort-Gottes-Feier (Hauskapelle Senioren-Heim St. Hedwig)
  • Dienstag: 9.00 Uhr Messfeier (St. Vitus)
  • Donnerstag: 10.00 Uhr Messfeier (Hauskapelle Senioren-Heim St. Hedwig)
  • Donnerstag: 18.00 Uhr Rosenkranz (St. Vitus)
  • Donnerstag: 18.30 Uhr Messfeier (St. Vitus)
  • Freitag: 15.00 Uhr Kreuzweg (St. Vitus)
  • Samstag: 17.30 Uhr Rosenkranz (St. Vitus)
  • Samstag: 18.00 Uhr Vorabendmesse (St. Vitus)

Kindergärten[Bearbeiten]

Zur Pfarrei St. Vitus gehören die Kindergärten St. Bilhildis im alten Ortskern von Veitshöchheim und St. Martin in der Sendelbachstr. 4.

Siehe auch[Bearbeiten]

Erläuterungen[Bearbeiten]

  1. Veitshöchheim war bereits seit 1097 mit dem Benediktinerkloster St. Stephan verbunden (Schenkung der Pfarrei Hochheim an das Benediktinerkloster St. Stephan durch Bischof Emehard).
  2. Veitshöchheim-Blog: „Veitshöchheimer Vituskirche erstrahlt zu Weihnachten in neuem Licht – über 88 Prozent Energieeinsparung dank LED-Technik“ (21. Dezember 2016)
  3. Der Retabelaltar der Gotik ist benannt nach den hinter dem Altar angebrachten Bildtafeln (lat. retro = hinter, tabulum = Tafel: retrotabulum). Später wurden allgemein Altäre mit rückwärtigem Aufbau, eventuell noch mit klappbaren Flügeln, so bezeichnet.
  4. Symbole der Evangelisten:
    Auf vielen Bildern werden die vier Evangelisten mit ihren jeweiligen Symbolen dargestellt: Matthäus mit einem Menschen oder Engel, Markus mit einem Löwen, Lukas mit einem Stier, Johannes mit einem Adler. Diese vier Bilder sind der Offenbarung des Johannes (4, 6) entnommen, wo es in einer Vision des Gottesthrones heisst: „Das erste Lebewesen glich einem Löwen, das zweite einem Stier, das dritte sah aus wie ein Mensch, das vierte glich einem fliegenden Adler." Auch die Darstellung der vier Wesen mit Flügeln ist dieser Bibelstelle entnommen. Der Kirchenlehrer Hieronymus (347 bis 419) ordnete die vier Lebewesen den einzelnen Evangelisten zu, indem er auf die Anfänge ihrer Evangelien verwies: Matthäus beginnt mit dem Stammbaum und der Menschwerdung Jesu, daher der Mensch. Markus stellt an den Anfang seines Textes die Bußpredigt des Johannes, der wie ein Löwe seine Stimme in der Wüste erschallen lässt. Lukas berichtet zuerst vom Opferdienst des Priesters Zacharias, so dass der Stier als Opfertier zu seinem Attribut wurde. Und Johannes schließlich beginnt mit dem Prolog über das Wort Gottes und schwingt sich in einer Art „geistigem Höhenflug“ wie der Adler in Höhen, die die anderen nicht erreichen.
    Außer dieser Zuordnung zu den Evangelisten symbolisieren alle vier Wesen in der gemeinsamen Darstellung Jesus Christus selbst, dessen vier wichtigste Heilstaten in den Evangelientexten bezeugt werden: Der Mensch ist Abbild der Menschwerdung, der Stier bedeutet seinen Opfertod, der Löwe die Auferstehung und der Adler seine Himmelfahrt.
    (Quelle: Würzburger Katholisches Sonntagsblatt)

Quellen und Literatur[Bearbeiten]

  • Die Kirchen der Gemeinde Veitshöchheim. Hrsg.: Katholisches Pfarramt Veitshöchheim, 1. Auflage 2004
  • Liste der Reihenfolge der Pfarrer von Veitshöchheim ab 1580
  • Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, Baudenkmäler in Veitshöchheim, Nr. D-6-79-202-18

Weblinks[Bearbeiten]

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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