Oberdürrbach

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Oberdürrbach
Ortstyp Stadtteil
Gemeinde Würzburg
Regierungsbezirk Unterfranken
Freistaat Bayern
Land Deutschland
Kfz-Kennzeichen
Eingemeindung 1. Januar 1976
Ehemaliges Wappen
Wappen Oberdürrbach.jpg

Oberdürrbach ist ein Stadtteil des Stadtbezirkes Dürrbachtal.

Geschichte[Bearbeiten]

1170 wird Dürrbach erstmals urkundlich erwähnt. Eine Unterscheidung von Ober- und Unterdürrbach erfolgt am Ende des 13. Jahrhunderts. Am 22. Februar 1294 wird Oberdürrbach erstmals urkundlich bezeugt. Am 20. November 1484 verkauft Hans von Retzstadt den Ort an das Benediktinerkloster St. Stephan. 1579 wird die Gemeinde mit Gadheim an das Juliusspital verpfändet. Der Hof- und Feldbesitz wird zwischen 1600 und 1787 jeweils nur auf einige Jahre in Pacht vergeben. Dadurch fehlt das Interesse, die Gebäude zu pflegen und sie zerfallen. Die Wiederherstellungskosten sind so hoch, dass das Juliusspital die Höfe vererben muss.

Oberdürrbach wird im Jahre 1787 eine selbständige Gemeinde. Seit 1. Juli 1976 ist Oberdürrbach Stadtteil von Würzburg.

Ehemaliges Gemeindewappen[Bearbeiten]

Das Gemeindewappen wurde anlässlich einer Fahnenweihe der Freiwillige Feuerwehr Oberdürrbach im Jahr 1971 vom damaligen Kommandaten und Gemeindeschreiber Alexander Benkert entworfen. Es zeigt zum einen das Doppelkreuz auf dem Kreuzberg und zum anderen einen Teil des Wappens vom ehemaligen Benediktinerkloster St. Stephan. Zu diesem Kloster gehörte Oberdürrbach in der Gründungszeit. Es zeigt einen Arm der einen Stein hält. Symbol für die Steinigung des Hl. Stephan. Siehe auch: Benediktinerkloster St. Stephan

Ortsteile[Bearbeiten]

Bis 1976, zur Eingemeindung nach Würzburg, gehörte Gadheim als Ortsteil zur damals noch eigenständigen Gemeinde, ebenso wie die Weiler Schafhof und Ziegelhütte.

Sehenswertes[Bearbeiten]

Pfarrkirche St. Josef (alt)

Das unter Denkmalschutz stehende Kulturgut ist in der Liste der Baudenkmäler erfasst, die durch das Bayerische Landesamt für Denkmalspflege veröffentlicht wird.

Pfarrkirche St. Josef (alt)[Bearbeiten]

Die katholische Pfarrkirche St. Josef ist eine kleine klassizistische Saalkirche von 1816. Die Ausstattung stammt teilweise aus dem 1803 säkularisiertem Kloster Unterzell. [1] Bedeutender Hochaltar mit Tabernakel aus den Jahren 1744/45: Architektur von Johann Peter Schaidthauf, Bildhauerarbeiten von Ferdinand Tietz. Im Chor links Herz-Jesu-Figur, rechts Figur des Auferstandenen Christus. Die beiden barocken Seitenaltäre von Balthasar Esterbauer sind aus der Zeit um 1720/28 mit Altarblättern von Johann Adam Remele. Die Kanzel Ende des 18. Jahrhunderts. Chorgestühl und Beichstühle prächtiges Rokoko Mitte des 18. Jahrhunderts.

Zehnthof des Juliusspitals[Bearbeiten]

Der ehemalige Zehnthof des Juliusspitals ist ein denkmalgeschützter Gebäudekomplex in der Zehnthofstraße, bestehend aus einem Hauptgebäude im barocken Baustil mit Gewölbekeller, angrenzender Zehntscheune und hochbarocker Hofmauer mit Tor. Der Komplex befindet sich in Privatbesitz.

Brunnen[Bearbeiten]

  • Der Gänsebrunnen von Lothar Forster schmückt den Oberdürrbacher Dorfplatz. Eine kleine geschwungene Wasserrinne speist ein quadratisches Becken. Seitlich stehen mehrere steinerne Gänse, die sich der Rinne zum Trinken nähern. Das Wasserbecken trägt das Wappen Oberdürrbachs.
  • Der Brunnen an der Waldschänke (Schafhofstraße) ist ein historischer Brunnentrog, der von der Juliusquelle gespeist wird. Die verschlossene Brunnenstube dieser Quelle befindet sich etwa 50 Meter westlich der SVO-Tennisanlage etwas versteckt im Wald.
  • Die Luitpoldquelle ist eine gefasste Quelle im Staatswald Schenkentannenholz, die 2014 zuletzt umfangreich saniert wurde.

Flurdenkmale[Bearbeiten]

Doppelkreuz am Kreuzberg
  • Kreuzberg
Doppelkreuz, um 1800, in der Verlängerung der Straße An den Röthen. Zehnthofstraße [Fl.-Nr. 1129, 1191 Gemarkung Oberdürrbach]. Hierbei handelt es sich wahrscheinlich um ein sogenanntes „Patriarchenkreuz” [1]. Sie galten als Schutzschilde gegen Unwetter, Blitzeinschläge, Epidemien und kriegerische Ereignisse. Da der Kreuzberg und der Hang „An den Röthen” früher für Weinbau genutzt wurden, liegt die Vermutung nahe, das diese Weinlagen durch das Kreuz vor Unwettern geschützt werden sollten. Über den Ursprung des Flurkreuzes ist nichts bekannt. Im Volksmund wird es „Napoleonskreuz” genannt. Angeblich soll früher in der kreisrunden Öffnung auf der Rückseite eine Hostie untergebracht gewesen sein. Das Doppelkreuz wurde 1970 in das Gemeindewappen aufgenommen.
  • Des weiteren sind einige sehenswerte „Marterl” (Bildstöcke) vorhanden.

Vereine[Bearbeiten]

Infrastruktur[Bearbeiten]

Kinderbetreuung[Bearbeiten]

  • Kindergarten St. Josef [2]

Freizeit[Bearbeiten]

Unternehmen[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

  • Oberdürrbach wird von der Kreisstraße WÜ 21s und WÜ 22s durchquert.

ÖPNV[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Adam Joseph Onymus (* 29. März 1754 in Würzburg; † 9. September 1836 in Würzburg), katholischer Theologe, Schriftsteller, Professor für Dogmatik etc. War der Stifter von Kirche und Pfarrhaus zu Oberdürrbach.
  • Johann Salomon Michael (* 22. Februar 1793 in Oberdürrbach; † 2. Juli 1856 in Wien), bedeutender Mathematiker an der Universität in Wien.
  • Engelbert Lorenz Fischer (* 12. Oktober 1845 in Aschaffenburg; † 17. Januar 1923 in Würzburg), katholischer Theologe; Bis 1893 Pfarrer in Oberdürrbach
  • Hans Schädel, (* 14. Februar 1910 in Randersacker; † 31. Dezember 1996 ebenda]]), Architekt; Planung der Kirche St. Josef_(neu) im Jahr 1969

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Vor 200 Jahren: Gründung der Gemeinde Oberdürrbach. Festschrift, 1987.
  • Adalbert Dolata: Oberdürrbach und seine Kirchen. Festschrift zur Weihe der neuen Pfarrkirche St. Josef in Oberdürrbach, 1969. Bestellbar in der Universitätsbibliothek.
  • Heinrich Weppert: Alt-Dürrbach im Wandel der Zeit. Studio 3, 2001. (Stadtbücherei Stadtinfo Würzburg - Stadtteil)
  • Dürrbacher Geschichte(n). Band 1 bis 7. Hrsg.: Dürrbacher Natur- und Heimatfreunde. Erschienen in den Jahren 1994 bis 2000. (Stadtbücherei Magazin Dak 10 Dür)
  • Thomas Wehner (Bearb.): Realschematismus der Diözese Würzburg. S. 119, Dekanat Würzburg-Stadt, 1992.
  • Georg Dehio: Bayern I: Franken. Seite 644. Deutscher Kunstverlag, 1979.
  • Karl Bosl: Bosl´s Bayerische Biographie. Ergänzungsband, Seite 129; Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 1988, ISBN 3-7917-1153-9.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Staatsarchiv Würzburg, Rechnung des Klosters Unterzell 1744/45 (Rechn. Nr. 17486), fol. 109

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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