Main

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Der Main (im Volksmund auch der Mee) ist ein 524 Kilometer langer rechter Nebenfluss des Rheins.

Er durchfließt Würzburg von Süden nach Norden; von Flusskilometer 258,73 an der Schleuse Randersacker bis zum Flusskilometer 244,20 bei Veitshöchheim. Er trennt die Stadt in vier linksmainische und acht rechtsmainische Stadtteile. Nur der überwiegend rechtsmainische Stadtbezirk Altstadt umfasst davon auch traditionell einen linksmainischen Stadtteil, (das Mainviertel).

Direkt in der Stadt (am Pegel Würzburg) hat der Main einen mittleren Wasserstand von 1,76 Metern (im Schnitt 1,97 Meter im Winter und 1,55 Meter im Sommer). Die mittlere Abflussmenge beträgt 122 m³ in der Sekunde.

Main, Aufnahme von der Friedensbrücke nach Süden

Flusslauf[Bearbeiten]

Der Main entspringt einerseits als Weißer Main am Ochsenkopf im Fichtelgebierge (Quellhöhe 887 m ü. NN), andererseits als Roter Main in der Fränkischen Alb (Quellhöhe 580 m ü. NN). Die Hauptrichtung verläuft von Ost nach West, wobei mehrere deutliche Richtungswechsel zwischen Schweinfurt und Hanau das charakteristische Maindreieck und Mainviereck bilden. Bei Mainz mündet der Fluss in den Rhein.

Würzburg liegt etwa in der Mitte des Flusslaufes, am westlichen Abschnitt des so genannten Maindreiecks.

Zuflüsse in Stadt und Landkreis[Bearbeiten]

Der Thierbach mündet, von Tückelhausen kommend, bei Ochsenfurt-Goßmannsdorf in den Main.
vereinigt sich bei Ochsenfurt-Goßmannsdorf mit dem Main
  • Heigelsbach (trägt streckenweise auch die Bezeichnungen Fuchsstädter Bach, Zwischengemäuerbach und Heuchelbach)
fließt bei Heidingsfeld in den Main
mündet im Stadtteil Steinbachtal in Höhe des Sebastian-Kneipp-Stegs in den Main
Der Kühbach fließt von der Zeller Waldspitze durch das Kühbachtal. Im letzten Abschnitt ist er kanalisiert und verläuft unterhalb der Leistenstraße. Er mündet wenige Meter nördlich der Löwenbrücke in den Main.
fließt von Waldbüttelbrunn kommend beim Kloster Oberzell in den Main
fließt vom Margetshöchheimer Wald kommend bei Margetshöchheim in den Main
fließt von der Eisinger Höhe kommend bei Margetshöchheim in den Main
durchquert Oberleinach und Unterleinach und mündet bei Zellingen in den Main
fließt bei Frickenhausen in den Main
fließt bei Ochsenfurt-Kleinochsenfurt in den Main
fließt vor Randersacker in den Main
fließt bei Randersacker in den Main
stürzt bei Randersacker in den Main
(Zusammenfluß aus Pleichach aus Richtung Versbach und Kürnach aus Richtung Lengfeld)
fließt im Bereich der Würzburger Altstadt (zwischen Friedensbrücke und Heiz-Kraftwerk) in den Main
Der Dürrbach durchfließt Ober- und Unterdürrbach und mündet schließlich in der Dürrbachau in den Main.
vereinigt sich bei Veitshöchheim mit dem Main
fließt von Norden bei Veitshöchheim in den Main
fließt bei Veitshöchheim in den Main
fließt bei Thüngersheim in den Main

Schifffahrt[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Ob Kettenschiffe, Dampfer oder Großmotorgüterschiffe - die Geschichte der Schifffahrt prägte das am Main gelegene Würzburg in den vergangenen Jahrhunderten auf verschiedenste Weise. Auch gegenwärtig hat die Schifffahrt in Form des Mainausbaus oder auch mit dem gestiegenen Aufkommen von Flusskreuzfahrtschiffen einen Einfluss auf Stadt und Landkreis.

► siehe Geschichte der Schifffahrt
Großmotorgüterschiff Levana auf Höhe des Kranenkais
Binnenfrachtschiff bei Veitshöchheim

Klassifizierungen als Binnenwasserstraße[Bearbeiten]

  • Der Main fällt laut Kategorisierung der Binnenwasserstraßen von der Mündung bis zu Kilometer 174,20 in die Wasserstraßenklasse Vb: Dieser Bereich ist für Großmotorgüterschiffe mit einer Länge von maximal 110 Metern, einer Breite von 11,40 Metern und eine Abladetiefe von 2,7 Metern freigegeben. Als Schubverband ist das größte zugelassene Fahrzeug 185 Meter lang und 11,40 Meter breit. Bis Flusskilometer 384,07 handelt es sich um die Wasserstraßenklasse Va, befahrbar mit Großmotorgüterschiff, nicht jedoch mit Schubverband.
  • Der über den Main erreichbare Main-Donau-Kanal hat die Wasserstraßenklasse Vb (siehe oben).

Personenschifffahrt[Bearbeiten]

Die Personenschifffahrt auf dem Main bei Würzburg wird durch fünf Fahrgastschiffe durchgeführt. Diese werden als Weiße Flotte bezeichnet und von zwei Anbietern durchgeführt. Angeboten werden Linienfahrten und Rundfahrten mit Schleusungen, daneben gibt es auch Sonderfahrten. Startpunkt ist die Anlegestelle am Alten Kranen.

Hafenanlagen[Bearbeiten]

  • Die erste Hafenanlage in Würzburg gab es im 18. Jahrhundert am Alten Kranen
  • Für den Holzfloßverkehr wurde 1875 ein Hafenbecken, der Alte Hafen) errichtet, der die Hafenfunktion im Laufe der Zeit vollständig übernahm. Fünf Jahre später wurde der Hafen außerdem mit einem Gütergleis direkt an den Hauptbahnhof angeschlossen.
  • 1940: Mit der Mainkanalisierung kam als nächstes im Westen von Würzburg der Neue Hafen mit fast 3 km Kaianlage.

Staustufen / Schleusen in Stadt und Landkreis Würzburg[Bearbeiten]

(von Ost nach West)

  • Schleuse Marktbreit:
    • Lage bei Flusskilometer 275,68
    • Länge der Stauhaltung oberhalb: 8,30 km
    • Mittl. Wasserpegel über NN im Oberwasser: 178,54 — Fallhöhe: 3,31 m
  • Schleuse Goßmannsdorf:
    • Lage bei Flusskilometer 269,03
    • Länge der Stauhaltung oberhalb: 6,65 km
    • Mittl. Wasserpegel über NN im Oberwasser: 175,23 — Fallhöhe: 3,40 m
  • Schleuse Randersacker:
    • Lage bei Flusskilometer 258,89
    • Länge der Stauhaltung oberhalb: 10,14 km
    • Mittl. Wasserpegel über NN im Oberwasser: 171,83 — Fallhöhe: 3,30 m
  • Schleuse Würzburg:
    • Lage bei Flusskilometer 252,51
    • Länge der Stauhaltung oberhalb : 6,37 km
    • Mittl. Wasserpegel über NN im Oberwasser: 168,53 — Fallhöhe: 2,75 m
  • Schleuse Erlabrunn:
    • Lage bei Flusskilometer 241,20
    • Länge der Stauhaltung oberhalb: 11,31 km
    • Mittl. Wasserpegel über NN im Oberwasser: 165,78 — Fallhöhe: 4,15 m

Veranstaltungen auf dem Main[Bearbeiten]

Ruderregatta-Strecke[Bearbeiten]

Die Ruderregatta, auch bekannt unter dem Namen Fränkische Bocksbeutelregatta, wird jährlich vom Regattaverein Würzburg e.V. seit 1919 veranstaltet. Die 4500 Meter lange Regattastrecke liegt zwischen Randersacker und Würzburg zwischen den Main-Flusskilometern 258,2 bis 253,7.

Fischerstechen[Bearbeiten]

In unregelmäßigen Abständen findet auf dem Main nördlich der Alten Mainbrücke, entlang der Leonhard-Frank-Promenade ein alter Brauch der Fischerzünfte statt: Das Fischerstechen der Würzburger Fischerzunft. Dabei treten in mehreren Runden je zwei verschiedene Fischerzünfte in ihrer traditionellen Zunftkleidung in Schelchen gegeneinander an. Die eigentlichen Wettkämpfer stehen auf einem ca. 50x50 cm großen Podest im Bug ihres Schelchs, die beim Fischerstechen aufeinander zusteuern. Ziel ist es, den gegnerischen Fischer mittels einer langen Stange ins Wasser zu stoßen, selbst aber sicher auf dem Podest stehen zu bleiben.

Dreikönigsschwimmen[Bearbeiten]

Das Dreikönigsschwimmen ist ein jährlich am 6. Januar stattfindendes Schwimmen im Main, welches von der DLRG Ortsverband Würzburg e.V. organisiert wird. Es beginnt je nach Ausdauer der Schwimmer in Randersacker (5 Kilometer) bzw. am Graf-Luckner-Weiher und endet an der Löwenbrücke.

Wildwasser-Badeentenrennen[Bearbeiten]

Im Mai findet auf dem Main jedes Jahr das Wildwasser-Badeentenrennen zwischen der Alten Mainbrücke bis zum Viehmarktplatz statt. Hierbei können alle Interessierte eine kleine Badeente für drei Euro erwerben, die dann am Rennen teilnimmt. Die ersten Enten-Besitzer, deren Badeenten das Ziel erreichen, gewinnen Preise. Der Erlös der Veranstaltung kommt dem Verein Wildwasser Würzburg e. V. zu Gute.

Hafensommer[Bearbeiten]

Beim Würzburger Hafensommer wird im Hafenbecken des Alten Hafens auf dem Main eine große Bühne für Konzerte, Kino- und Theaterabende aufgebaut.

Naherholungsfunktion[Bearbeiten]

Vor allem in den Sommermonaten werden die Ufer des Mains zur Erholung genutzt. So gibt es im Bereich der Mainwiesen (Zellerau) und an der Mainpromenade (Kurt-Schumacher-Promenade) im Stadtbezirk Sanderau ausgedehnte Liegewiesen. Kleine Ufertreppen ermöglichen dort das Baden im Main.

Das Baden ist grundsätzlich erlaubt und aufgrund der guten Wasserqualität des Flusses bedenkenlos möglich, es müssen jedoch Sicherheitsabstände zu Schleusen, Brücken, Hafen und fahrenden Schiffen eingehalten werden. Würzburg hatte früher auch mehrere Flussbäder am Main - das letzte schloss mit der Eröffnung des Dallenbergbades.

Auch die städtischen Grillplätze befinden sich alle Nahe des Mains.

Fest etabliert hat sich außerdem der Stadtstrand, der jedes Jahr im Sommer am Mainufer südlich der Löwenbrücke angelegt wird.

Orte und Sehenswürdigkeiten am Main[Bearbeiten]

Würzburg liegt etwa in der Mitte des Maintals von den Quellen bis zur Mündung in den Rhein in Mainz. Daher ist es auch als Ausgangspunkt für Ausflüge in beide Flussrichtungen sehr geeignet.

Oberlauf des Mains[Bearbeiten]

Am Beginn des Maintals liegen die Quellen des Weißen und Roten Mains bei Bischofsgrün bzw. in Creußen. Nach etwa 50 km vereinigen sich die beiden Quellarme bei Kulmbach in Steinenhausen; von dort geht es weiter u. a. nach Lichtenfels mit dem Stadtschloss und Bad Staffelstein mit der Obermain-Therme nach Bamberg. Weiter nach Eltmann mit der Burgruine Wallburg, Limbach mit der Wallfahrtskirche Maria Limbach und dem Zisterzienserinnenkloster Mariaburghausen bei Zeil am Main und Haßfurt bis nach Schweinfurt.

Maindreieck[Bearbeiten]

Main bei Frickenhausen

Zwischen Schweinfurt und Würzburg liegen: Bergrheinfeld, Waigolshausen, Wipfeld, Kolitzheim, Volkach (darüber die Kirche „Maria im Weingarten"), Nordheim, Sommerach, Schwarzach, Dettelbach, Kitzingen, Sulzfeld am Main, Frickenhausen, Ochsenfurt, Sommerhausen und Winterhausen, Eibelstadt und Randersacker. Auf Würzburg folgen Zell am Main, Margetshöchheim, Veitshöchheim, Erlabrunn, Thüngersheim, Zellingen, Himmelstadt, Karlstadt mit Burgruine und Gemünden am Main.

Mainviereck[Bearbeiten]

Nach einem weiteren Richtungswechsel des Flusses folgen Lohr am Main, Neustadt am Main, Rothenfels, Marktheidenfeld, Triefenstein, Homburg am Main mit Schloss und Burkadusgrotte, das badische Wertheim (Mündung der Tauber), Kreuzwertheim, Stadt- und Dorfprozelten, Collenberg mit der Ruine Kollenburg, Freudenberg, Kirschfurt, Bürgstadt, Miltenberg (Marktplatz, Stadtmauer), Kleinheubach und Schloss Löwenstein, Großheubach mit dem Kloster Engelberg, Klingenberg, Wörth, Erlenbach, Obernburg, Elsenfeld, Klein- und Großwallstadt, Sulzbach, Niedernberg und Aschaffenburg.

Unterlauf des Mains[Bearbeiten]

Schließlich durchfließt der Main Hanau, Offenbach und Frankfurt. In Mainz-Kastel mündet er in den Rhein.

Main-Radweg[Bearbeiten]

Für Radfahrer interessant ist der knapp 600 Kilometer lange Main-Radweg. Er beginnt bei den Quellen des roten bzw. des weißen Mains und endet an der Mündung in den Rhein. In dreizehn Abschnitten führt die Route durch zahlreiche Städte und Naturlandschaften. Stationen sind hierbei auch Würzburger Gemeinden und die Stadt Würzburg selbst. In Würzburg gibt es außerdem eine bewachte Fahrradstation mit Gepäckaufbewahrung für Radwanderer. Der MainRadweg wurde als erster deutscher Fernradweg vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club mit dem Gütesiegel „Qualitätsradroute mit fünf Sternen" ausgezeichnet.

Meefischli[Bearbeiten]

Die Meefischli (Mainfischchen) sind eine mainfränkische, kulinarische Spezialität. Angeboten werden sie in vielen Restaurants entlang des Mains, beim jährlichen Fischmarkt der Fischerzunft oder auch bei der Fischbar zum Krebs an der Kranenbastion.

Redensarten[Bearbeiten]

Zahlreiche Würzburger Redensarten beinhalten Bezüge zum Main (Mee[1]:

  • Dess häßt doch Wasser nain Mee getrache = Das ist doch sinnlos.
  • Gell, wenn enner nain Mee schbringt, dann schbringste hinnerhär = du äffst andere nach, bist unselbständig bis zum Unfug.
  • Där schbätzt nain Mee unn gläbt, es git e Hochwasser = er glaubt, er könnte mit einer Winzigkeit etwas bewirken.
  • Där schwimmt a nur durchn Mee, wenner gfrore is = er hält sein Versprechen nur dann, wenn es unmöglich ist.
  • Där hat Schuh (Schtiefel) a wie e Meeschelch = er hat große, spitzzulaufende Schuhe an.
  • Där kann a nur sai Fuß nain Mee häng = er kann gar nichts, er hockt nur herum.
  • Drüwern Mee sinn se a no katholisch = jenseits des Maines sind sie von der gleichen Art.
  • Drüwern Mee koche se a nur mit Wasser = jenseits des Maines sind sie nichts Besseres (bessere Herrschaften würden mit Wein kochen).
  • Wennste nix lärnst, kannst immer no San(d)schöpfer am Mee werrn = ermunternder Zuruf an lernunwillige Knaben.
  • Där is a mitn Meewasser begosse (getauft) worrn = das ist ein Landsmann.
  • Dich lassese wohl a net nunnern Mee, wann er brönnt = man lässt sich zu Hause, auch wenn du etwas besonderes erleben könntest.
  • Där iss nunnern Mee und füttert die Schwän = eine freche Antwort, wenn man einen Aufenthaltsort nicht angeben will.

Bilder[Bearbeiten]

Historische Abbildungen[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • J. Albrecht Cropp, Carlheinz Gräter: Der Main. Weisser Main, Roter Main, Europa-Kanal. Von den Quellen bis zur Mündung. Stürtz-Verlag, Würzburg 1985, ISBN 3-8003-0255-1

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Werner Dettelbacher: Würzburcher Redensarten III. In: Kleine Zeitung, Nr. 23, 7. Dez. 1983