Bezirksamt Würzburg

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Bezirksämter waren die unteren Vorgängerverwaltungen und Amtsbezirke im heutigen Landkreis Würzburg. Der Behördenleiter trug den Titel eines Bezirksamtmannes.

Geschichte[Bearbeiten]

König Maximilian II. Joseph von Bayern erließ am 24. Februar 1862 eine „Königlich Allerhöchste Verordnung“. Diese legt fest, dass innerhalb bestehender Distriktgemeinden sogenannte Bezirksämter als Distrikt-Verwaltungsbehörden einzurichten sind. So entstanden die Bezirksämter in Würzburg und Ochsenfurt. Als reine Verwaltungsbehörden gelten sie als die Vorläufer der heutigen Landratsämter. Zum gleichen Zeitpunkt entstanden als unterste Gerichtsinstanz die späteren Amtsgerichte (damals unter dem Namen Landgerichte) und das bayerische Notariat. Diese entscheidende Verwaltungsreform gilt als Meilenstein in der Geschichte der modernen Staatlichkeit Bayerns.

Entstehung des Bezirksamtes Würzburg[Bearbeiten]

Das Bezirksamt Würzburg wurde auf königlichen Erlass durch den Zusammenschluss der Landgerichte älterer Ordnung Würzburg links des Mains und Würzburg rechts des Mains neu gebildet. Die Stadt Würzburg war bereits seit dem Ende des Großherzogtums Würzburg ab 1814 kreisfreie Stadt und gehörte deshalb nicht zum Amtsbezirk.

Gebietskorrekturen[Bearbeiten]

Anlässlich der Reform des Zuschnitts der Bezirksämter im Königreich Bayern erhielt das Bezirksamt Würzburg am 1. Januar 1880 die Gemeinde Geroldshausen des Bezirksamtes Ochsenfurt. Am 1. Januar 1930 trat das Bezirksamt Würzburg die Gemeinde Heidingsfeld an die Stadt Würzburg ab.

Amtsbezirk[Bearbeiten]

Das Bezirksamt war für 46 Gemeinden in 86 Ortschaften für über 48.000 Einwohner zuständig.

Ortsname Ortstyp Heutige Zuordnung
Albertshausen Pfarrdorf Markt Reichenberg
Bergtheim Pfarrdorf Bergtheim
Burggrumbach Pfarrdorf Unterpleichfeld
Eisingen Pfarrdorf Eisngen
Erlabrunn Pfarrdorf Erlabrunn/VG Margetshöchheim
Estenfeld Pfarrdorf Estenfeld
Gerbrunn Pfarrdorf Gerbrunn
Geroldshausen Pfarrdorf Geroldshausen/VG Kirchheim
Greußenheim Pfarrdorf Greußenheim/VG Hettstadt
Güntersleben Pfarrdorf Güntersleben
Heidingsfeld Stadt Stadt Würzburg
Hettstadt Pfarrdorf Hettstadt
Hilpertshausen Pfarrdorf Unterpleichfeld
Höchberg Pfarrdorf Markt Höchberg
Kirchheim Pfarrdorf Kirchheim
Kist Kirchdorf Kist
Kleinrinderfeld Pfarrdorf Kleinrinderfeld
Kürnach Pfarrdorf Kürnach
Lengfeld Pfarrdorf Stadt Würzburg
Lindflur Kirchdorf Markt Reichenberg
Maidbronn Kirchdorf Markt Rimpar
Margetshöchheim Pfarrdorf Margetshöchheim
Moos Kirchdorf Geroldshausen/VG Kirchheim
Mühlhausen Kirchdorf Estenfeld
Oberaltertheim Pfarrdorf Altertheim/VG Kist
Oberdürrbach Pfarrdorf Stadt Würzburg
Oberleinach Pfarrdorf Leinach
Randersacker Markt Randersacker
Reichenberg Kirchdorf Markt Reichenberg
Rimpar Markt Markt Rimpar
Roßbrunn Pfarrdorf Waldbüttelbrunn
Rottenbauer Pfarrdorf Stadt Würzburg
Rottendorf Pfarrdorf Rottendorf
Steinbach Dorf Altertheim/VG Kist
Theilheim Pfarrdorf Theilheim
Thüngersheim Pfarrdorf Thüngersheim
Uengershausen Pfarrdorf Markt Reichenberg
Unteraltertheim Pfarrdorf Altertheim/VG Kist
Unterdürrbach Pfarrdorf Stadt Würzburg
Unterleinach Pfarrdorf Leinach
Unterpleichfeld Pfarrdorf Unterpleichfeld
Veitshöchheim Pfarrdorf Veitshöchheim
Versbach Pfarrdorf Stadt Würzburg
Waldbrunn Pfarrdorf Waldbrunn
Waldbüttelbrunn Pfarrdorf Waldbüttelbrunn
Zell a. Main Markt Markt Zell a. Main

Ende der Bezirksämter[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1939 wurde, wie überall im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt. So wurden aus den ehemaligen Bezirksämtern die Landkreise Ochsenfurt und Würzburg.

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  • Einwohnerübersicht 1929/1930 im Bezirksamt Würzburg. In: Christian Will, Landkreis Würzburg, 1988, S. 4

Weblinks[Bearbeiten]