Sanderstraße

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Sanderstraße  

Stadtbezirk: Altstadt/Peter (Stadtteil)
Postleitzahl: 97070
Straßenbahn: Linie 1,3,4,5

Die Sanderstraße gehört zur Würzburger Altstadt, genauer gesagt zum Peterer Viertel. Sie ist vor allem von Gastronomie, insbesondere von Kneipen geprägt, weshalb sie umgangssprachlich auch als Kneipenmeile bezeichnet wird. Außerdem wird sie zu Zeiten von Fußball-Welt- und -Europameisterschaften zur Fanmeile. [1]

Straßenverlauf[Bearbeiten]

Die Sanderstraße verläuft parallel zum nahe gelegenen Main vom Johanniterplatz bis zur Kreuzung Sanderglacisstraße / Am Studentenhaus / Virchowstraße.

Namensgeber[Bearbeiten]

Im Mittelalter befand sich hier, außerhalb der Stadtmauern gelegen, eine Vorstadt, die Sand genannt wurde (ähnlich Pleich, Haug etc.). Der Name leitet sich wie jener der Sanderau und zahlreicher weiterer Straßen und Örtlichkeiten in Würzburg von den Sandablagerungen längs des Mains ab.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Verkehr in der Sanderstraße (früher auch Sandergasse genannt) hatte Ende des 19. Jahrhunderts bereits derart zugenommen, dass eine Erweiterung der Straße zwingend erforderlich wurde. Bereits 1906 waren aus diesem Grunde die Anwesen an der Einmündung in den Johanniterplatz abgerissen worden und städtische Neubauten erstanden. Lediglich am Karmelitenkloster bestand noch ein Engpass. Im Jahre 1908 stimmte nach langwierigen Verhandlungen das Karmeliten-Konvent zu, die Straßenfläche gegen Erstellung eines neuen Klostertraktes neben der Karmelitenkirche abzutreten. Die Straße wurde wie vereinbart um sechs Meter verbreitert. Das Foto der Sanderstraße muss zwischen 1901 und 1908 entstanden sein, da seit Oktober 1900 die Straßenbahn am Kloster vorbei fuhr. Am 27. Mai 1908 begannen Arbeiter der Firma Kratz & Co. mit den Abbrucharbeiten der langen Wand des Karmelitenklosters zur Verbreitung der Straße. Am Samstag, 22. August 1908 meldete der Würzburger General-Anzeiger: „Die Abbrucharbeiten an der Klostermauer in der Sanderstraße sind nunmehr beendet. Am Montag wird mit dem Abbruch des Stiegenhauses, das bis zur Kirche führt, begonnen.“ und am 5. Oktober 1908: „Die alte Mauer des Karmelitenklosters ist nun bis auf ein kleines Stück niedergelegt. Der vordere Hauptbau, der eine Länge von 50 Metern aufweist, ist im Rohbau hergestellt, so daß diese Woche mit dem Aufrichten des Dachstuhls begonnen werden kann.“. Und der Würzburger General-Anzeiger weiter am 3. November 1908: „Die Reurer Klostermauer ist nunmehr, nachdem das letzte Stück gefallen ist, dem Erdboden gleich. Mit der Herstellung des Trottoirs wird jetzt begonnen.“ [2]

Historische Abbildungen[Bearbeiten]

Fanmeile[Bearbeiten]

Da nahezu alle Kneipen in der Sanderstraße Spiele der Fußball-Europa- und -Weltmeisterschaften übertragen, wird die Straße auch als Fanmeile bezeichnet. Die Straße wird dabei zeitweise für den Verkehr gesperrt und die Strabas werden durch Schienenersatzverkehr ersetzt. Es gibt Bier im Straßenausschank und es darf frei gefeiert werden.

Legendär war auch die Feier nach dem Sieg der Dallas Mavericks bei den NBA Finals im Jahr 2011, bei dem Dirk Nowitzki anschließend den Most Valuable Player Award verliehen bekam. Die Spiele wurden unter anderem im Loma übertragen, Ausgangspunkt der nächtlichen Sause.

Verkehr[Bearbeiten]

Durch die Straße führt eine der ältesten Strecken der Würzburger Straßenbahn. Die nächstgelegenen Haltestellen sind Neubaustraße und Sanderring. Für den Individualverkehr ist die Sanderstraße als stadtauswärts führende Einbahnstraße gestaltet. Diese Regelung gilt auch für Radfahrer.

Nachts ist die Sanderstraße für den Individualverkehr gesperrt (siehe Nachtfahrverbot).

Baudenkmale[Bearbeiten]

Barockgebäude mit Innenhof, erbaut 1714 von Joseph Greising, und am Haus angebrachten Atlanten (Balkonträgern)
Die einschiffige, tonnengewölbte Kirche wurde 1662 als erste Barockkirche Würzburgs durch J.B. van der Driesken und Antonio Petrini erbaut. Sie gehört zum 1627 gegründeten Karmelitenkloster und ist auch unter der Bezeichnung Reuererkirche bekannt.
  • Sanderstraße 27: Wohnhaus, dreigeschossiger Satteldachbau mit Volutengiebel und Tordurchfahrt in Ecklage, Frühbarock, bez. 1681, Wiederaufbau 1947-49; zwei zweigeschossige Seitenflügel mit Satteldach, 18./19. Jh., Wiederaufbau 1951-53; ehemalige Gartenmauer, unverputzter Bruchstein, 18. Jh., Denkmalnummer D-6-63-000-518 [3]

Gastronomie[Bearbeiten]

Ehemalige Gastronomiebetriebe[Bearbeiten]

Unternehmen[Bearbeiten]

Ehemalige Unternehmen[Bearbeiten]

ÖPNV[Bearbeiten]

Straßenbahn.png Nächste Straßenbahnhaltestellen: Neubaustraße, Sanderring


Stolpersteine[Bearbeiten]

In der Sanderstraße wurden die folgenden Stolpersteine verlegt:

Adresse Erinnerung an / Historische Notizen Verlegejahr
Sanderstraße 2 Für Ludwig Meyer 2015
Sanderstraße 5 Für Lina (Karoline) Schwarzschild / deportiert am 25. April 1942 nach Izbica oder Krasniczyn, vermutlich wenig später ermordet im Raum Lublin. 2012

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Main-Post: „WM auch für die Stadt ein Erfolg“ (29. Juli 2010)
  2. Heiner Reitberger: Das alte Würzburg, Mainpresse Richter Druck und Verlags-GmbH & Co. KG, Würzburg 1977, S. 134
  3. Baudenkmäler Würzburg (Stadt), Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, München 2016 S. 74 PDF-Datei mit Stand vom 22. Dezember 2016

Literatur[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  • Heiner Reitberger: Das alte Würzburg. Mainpresse Richter Druck und Verlags-GmbH & Co. KG, Würzburg 1977

Angrenzende Straßen[Bearbeiten]

Nördlich: Ab der Kreuzung mit der Oberen Johannitergasse setzt sich der Straßenzug fließend als Johanniterplatz nach Norden hin fort. Der Johanniterplatz endet wiederum an der Kreuzung Wirsberg- / Neubau- / Augustinerstraße.

Westlich: Reibeltgasse, Rosengasse, Korngasse, Landwehrstraße, Tiepolostraße

Östlich: Obere Johannitergasse, Elefantengasse, Badergasse, Rotlöwengasse

Südlich: Kreuzung mit dem Sanderring. Es folgt nach Süden die Virchowstraße ab der Kreuzung Sanderglacisstraße / Am Studentenhaus.

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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