Augustinerstraße

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Augustinerstraße  

Stadtbezirk: Altstadt
Postleitzahl: 97070
Straßenbahn: Linien 1, 3, 4 und 5

Augustinerstraße, Blick in Richtung Grafeneckart
Straßenbahn in der Augustinerstraße (1956)
Augustinerstraße mit Blick auf die Festung Marienberg (1946)
Augustinerstraße nach 1945
Augustinerstraße nach Juli 1930
Straßenbahn in der Augustinerstraße (um 1910)

Straßenverlauf[Bearbeiten]

Die Augustinerstraße führt vom Platz Beim Grafeneckart nach Süden bis zur Kreuzung Neubaustraße/Wirsbergstraße. Die Verlängerung nach Süden ist die Sanderstraße. Auf der Ostseite mündet die Dompassage (nur für Fußgänger), Wolfhartsgasse und die Bockgasse, auf der Westseite Schwanenhof (nur für Fußgänger), Untere Bockgasse, Zinkhof und Gotengasse.

Besondere Merkmale[Bearbeiten]

Namensgeber[Bearbeiten]

Die Straße wurde nach dem Augustinerkloster St. Georg benannt, das sich ehemals am heutigen Standort der Polizeiinspektion Würzburg-Stadt befand. Die Augustiner übersiedelten 1813 in die Anlage des Dominikanerordens am Dominikanerplatz.

Geschichte[Bearbeiten]

In früheren Zeiten hieß die Augustinerstraße Augustinergasse [1] und davor Ritter St. Jörgengasse, auch St. Georgengasse und Rittergasse. Urkundlich tritt bereits 1184 der Name platea st. georgii (lat. platea = Straße, Gasse), der von der Kapelle zum Heiligen Georg, dem Patron der deutschen Ritterschaft, stammt, woher auch der Name Rittergasse kommt. Die Rittergasse ist heute eine Verbindungsstraße zwischen der Augustiner- und Büttnerstraße. Neben dieser Kapelle stand ein Bethaus der „Klausnerinnen [2] zum heiligen Georg“ und der Hof des Bürgers Johannes von Hezelin (oder Rezelin), der aus mehreren Häusern bestand.

1262 kamen die Augustiner nach Würzburg und erhielten durch bischöfliche Schenkungen Grundbesitz im Bereich der heutigen Augustinerstraße. Dort bauten sie ein Kloster samt Kirche (Die Kapelle zum heiligen Georg wurde dabei eingebaut) und einen eigenen Begräbnisplatz. Die Fertigstellung des Augustinerklosters erfolgte 1302. [3] [4]

Sehenswertes/Denkmäler[Bearbeiten]

  • Gedenktafel Juliane von Mudersbach, Augustinerstraße 11
  • Gedenkstein am ehemaligen Standort des Augustinerklosters. Augustinerstraße 24/26, Vorplatz der Polizeiinspektion
Inschrift: „Bis zur Zerstörung Würzburgs am 16. März 1945 stand an dieser Stelle das Gebäude des 1263 gegründeten Augustinerklosters St. Georg. 1518 weilte hier vom 18. bis 20. April auf dem Wege zur Heidelberger Disputation Martin Luther.“

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Ehemalige Unternehmen[Bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten]

Der israelische Dichter Jehuda Amichai wurde 1924 als Ludwig Pfeuffer in der Augustinerstraße 9 geboren.

ÖPNV[Bearbeiten]

Straßenbahn.png Nächste Straßenbahnhaltestellen: Rathaus, Neubaustraße


Stolpersteine[Bearbeiten]

In der Augustinerstraße wurden folgenden Stolpersteine verlegt:

Adresse Erinnerung an / Historische Notizen Verlegejahr
Augustinerstraße 3 Für Julius Tannenwald / Am 16. September 1940 nach Eglfing-Haar „überführt“ und von dort nach Hartheim deportiert, am 20. September 1940 in der Gaskammer ermordet. 2016
Augustinerstraße 4 Für Rosa Freudenberger / Am 23. September 1942 nach Theresienstadt deportiert und im Oktober 1944 in Auschwitz ermordet. 2006
Augustinerstraße 4 Für Arnold, Berta, Frieda, Inge und Kurt Sußmann Heinemann
Arnold, Berta, Frieda und Inge: Am 27. November 1941 nach Riga deportiert und vermutlich auch dort ermordet.
Kurt Sußmann: Am 27. November 1941 nach Riga und weiter nach Stutthof deportiert, wo er ermordet wurde.
2010
Augustinerstraße 5 Für Jakob (Meier) und Sara Cohn
Jakob: Am 23. September 1942 nach Theresienstadt deportiert und dort am 8. Februar 1943 ermordet.
Sara: Am 23. September 1942 nach Theresienstadt deportiert und dort am 20. April 1943 ermordet.
2016

Siehe auch[Bearbeiten]

Pressespiegel[Bearbeiten]

Hinweise und Erläuterungen[Bearbeiten]

  1. Intelligenzblatt für den Unter-Mainkreis des Königreichs Bayern (1831), Nr. 12, Würzburg: C. A. Bonitas'sche Buchdruckerei, Sp. 229
  2. Klausner sind Menschen, die mehr oder weniger abgeschieden von der übrigen Gesellschaft leben, um sich in Einsamkeit und Stille ganz der Betrachtung der göttlichen Dinge hinzugeben. Siehe auch Klausnerbewegung
  3. Siehe auch Wirsberg-Gymnasium
  4. Eine ausführliche Historie der Augustinerstraße befindet sich bei Thomas Memminger: Würzburgs Straßen und Bauten. 2. Auflage, Gebrüder Memminger Verlagsbuchhandlung, Würzburg 1921, S. 30 ff. [1].
  5. Intelligenzblatt für den Unter-Mainkreis des Königreichs Bayern (1831), Nr. 24, Würzburg: C. A. Bonitas'sche Buchdruckerei, Sp. 502 f.

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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