Johann Georg Auwera

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Johann Georg Auwera (* 19. Juni 1740 in Würzburg; † 29. Januar 1823 in Aub) war ein fränkischer Bildhauer des Barock und entstammte der Bildhauerfamilie Auwera.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Kindheit und Jugend in Würzburg[Bearbeiten]

Gasthof zum weißen Schwan in Aub: Wohn- und Arbeitsstätte von Johann Georg Auwera

Johann Georg Auwera - auch Johann Georg van der Auwera - wurde am 19. Juni 1740 in Würzburg als ältester Sohn des Bildhauers Johann Michael Joseph van der Auwera und seiner Frau, der Weberstochter Maria Anna, geborene Ley aus Aub, geboren und am gleichen Tag in Stift Haug getauft. [1] Seine Kindheit verbrachte er bis zum 11. Lebensjahr beim Großvater Jakob van der Auwera in Würzburg. [2] Hier und in der Werkstatt seiner Onkel, der Hofbildhauer Wolfgang und Lukas, sammelte er seine ersten Eindrücke und Anleitungen in der Bildhauerkunst. Bis etwa 1751/52 lebte Johann Georg in Würzburg, zu einer Zeit, als es die Kunst des Rokoko in der Residenzstadt zur reichsten Blüte brachte mit Künstlern wie Balthasar Neumann, Ferdinand Tietz und Antonio Bossi.

Lehrzeit in Aub und Wanderschaft[Bearbeiten]

Etwa ab 1752 ging er bei seinem Vater in Aub in die Lehre. Wie der latinisierte Vorname seiner Unterschrift vermuten lässt, hatte Johann Georg vermutlich gewisse Lateinkenntnisse und damit eine den Umständen entsprechende gute Schulbildung. [3]

Johann Georg verbrachte etwa fünf Jahre in der Werkstatt seines Vaters und ging nach dessen Tod im Frühjahr 1758 auf Wanderschaft. Die meisten und entscheidenden Jahre seiner Gesellenzeit dürfte Johann Georg in Dillingen verbracht haben, wo Johann Michael Fischer aus Veitshöchheim, ein Schüler seines Onkels Wolfgang Hofbildhauer war. Anschließend führte sein Weg weiter nach Augsburg zu Bernhard Rielinger. Bei ihm erweiterte Johann Georg seine Fertigkeiten in der Wachsbossierung. [4] Abschließende Station seiner Wanderschaft und Ausbildung war Wien, wo bereits 30 Jahre zuvor sein Onkel Wolfgang die Akademie besucht hatte. In die Wiener Zeit fallen auch seine ersten Auftragsarbeiten, die aus Wachsbildnissen österreichisch-ungarischer Adeliger und deren Familien bestanden.

Übernahme der väterlichen Werkstatt in Aub[Bearbeiten]

Nach seiner Rückkehr nach Franken übernahm Johann Georg im Alter von 23 Jahren im Frühjahr oder Sommer 1764 die Werkstatt seines Vaters in Aub. Noch im selben Jahr richtete er ein Gesuch an das „Gebrechenamt“ [2] der fürstbischöflichen Regierung in Würzburg um für das Haus, das wegen seiner Lage vor der Stadtmauer vom Umgeld befreit war, die alten Privilegien bestätigen zu lassen. Diese wurden ihm von Fürstbischof Adam Friedrich von Seinsheim gewährt und beinhalteten das Recht auf Schlachten, Metzgerei, Bierbrauen, Bier- und Weinausschank und Herberge. [5]

In den folgenden Jahren wurde das Haus rechtzeitig zur Hochzeit Johann Georgs mit Maria Anna Schmidt aus Randersacker am 9. Januar 1769 neu gebaut. Der Gasthof zum weißen Schwan befindet sich noch an Ort und Stelle. Daneben lag zur Straße hin die Schnitzstube, die mit einem Bretterverschlag vom Schankraum abgeteilt war. Hinter dem Haus lagen Garten und Weinberg; zudem hatte Johann Georg noch ca. 8 Morgen [3] Land. Die wirtschaftliche Lage Auweras war wie in allen fränkischen Kleinstädten strukturiert und zeigte die typische Verbindung von Gewerbe und Ackerbau. Der Besitz von Äckern wurde als der eigentlich beständige Vermögens- und Erwerbsrückhalt angesehen, weshalb Johann Georg gleich bei seiner Einbürgerung in Aub Grund und Boden kaufte.

Wirtschaftlicher Abstieg[Bearbeiten]

Das behagliche Wohn- und Wirtshaus Johann Georgs ist der sichtbare Beweis seiner Laufbahn als angesehener und bemittelter Bildhauer und Schwanenwirt. Die Ziegelhütte kennzeichnet seine zweite Lebenshälfte, die ihm drückende Arbeit, zunehmende Entfremdung vom ursprünglichen Beruf und schließlich seinen wirtschaftlichen Ruin.

Ab 1779 war Johann Georg gezwungen eine Ziegelhütte zu betreiben. Die Gründe hierfür waren:

  • Nach dem Siebenjährigen Krieg [4] war die letzte große Auftragslage des späten Rokoko verebbt.
  • Seit 1772 hatte er durch seinen früheren Gehilfen Johann Michael Pfeuffer im benachbarten Hopferstadt eine sehr starke Konkurrenz. Durch die Aufträge in Bad Mergentheim wurde zwar ein gewisser Ersatz geschaffen, jedoch überließ Johann Georg seinem Bruder Michael Joseph dort zu Beginn der 1780er Jahre das Feld.
  • Durch die Verlegung der Heerstraße in den 1770er Jahren nahm der Fernverkehr ab und Handwerk und Gewerbe gingen in Aub um ein Drittel zurück [6]. Dies dürfte der Hauptgrund gewesen sein, weshalb das Gasthaus von Johann Georg allmählich eingegangen ist.
  • Die ständig wachsende Kinderzahl bedeutete eine weitere Belastung. Von den zehn Kindern blieben sieben am Leben. Johann Georgs jüngster Sohn Michael Joseph wurde 1792 geboren. Der Tod seines ältesten Sohnes Franz im Sommer 1798 setzte auch den Schlussstrich unter Johann Georgs Berufung als Bildhauer.

Das Jahr 1779 ist nicht nur ausschlaggebend für das Ende der Bildhauerkarriere Johann Georgs, sondern bedeutet mit dem Tod des Fürstbischofs Adam Friedrich von Seinsheim ebenfalls das Ende des Rokoko in Franken. Unter dem neuen Fürstbischof Franz Ludwig von Erthal beginnt auch auf dem Gebiet der kirchlichen Kunst der aufklärerische Geist zu wehen, dem Zeitalter des Barock und Rokoko folgen Klassizismus und Romantik.

Das Brennen der Ziegel war eine sehr mühevolle Arbeit. Wegen bestehender Brandgefahr lag die Ziegelei seitlich am Berg oberhalb des Wohnhauses. Das für die Lehmgrube benötigte Wasser musste daher mit Bottichen auf dem Rücken ca. 150 m aufwärts getragen werden. Auch musste das Brennholz im Winter aus den 8-10 km entfernten Wäldern herbeigeschafft und zu langen Holzscheiten gespaltet und geschlichtet werden. Gebrannt wurde nur im Sommer ca. alle 14 Tage.

In den letzten Jahren hatte Johann Georg keinen Knecht mehr und war auf die Mithilfe seiner Kinder angewiesen. Da im Sommer die Hauptarbeit der Ziegelei anfiel, blieben Johann Georg ab 1779 nur noch die Winter für seine bildhauerische Tätigkeit. Da Johann Georg für die Ziegelei ein Zuggespann benötigte, übte er zusätzlich bis ins Alter von 70 Jahren nebenerwerblich Fuhrdienste aus.

Konkurs und Tod[Bearbeiten]

In den Jahren 1810/11 verlor Johann Georg Auwera sein gesamtes Vermögen und musste Konkurs anmelden. Sein Anwesen mit Wohnhaus, Weinberg, Garten und Äcker mussten verkauft werden. Es war allerdings kein totaler Bankrott, sondern die Gläubiger konnten allem Anschein nach befriedigt werden. Über die Jahre nach seinem Konkurs gibt die sogenannte Charakteristik Johann Georgs in Spital gute Auskunft. „Demnach erfolgte sein 'gänzlicher Vermögensverfall' 1811 und '... sein Vermögen ... ging bei der großen Familie, durch die schwere Haushaltung und widrige Zeitumstände und schlechten Verdienst zu Grunde. Supplikant ließe sich aus Schamhaftigkeit nicht conscribieren und nährte sich bisher kärglich von der Gutthätigkeit seiner Freunde .... Sein Aufenthalt dahier ist sehr jämmerlich besonders bei dem hohen Holzpreise .... Er genoß bisher fortdauernde Gesundheit den Fall ausgenommen, wo er das Unglück mit dem Bein hatte .... Derselbe ist schadhaft und hinkend wegen einem großen Beinbruch.“ [7] [8]

Ab Januar 1817 war Johann Georg Insasse des Auber Pfründnerspitals. Eigenes Vermögen brachte er nicht in das Spital ein. Über seinen Tod im Jahre 1823 steht in der Matrikel der Spitalpfarrei Aub: „... am 29. Januar verstarb öfters mit den Sterbesakramenten versehen vom Alter und den Schmerzen gebeugt Georg Auwera Bildhauer ein hochberühmter Künstler. Er war ein Beispiel des duldenden Job, denn über ein Jahr und vier Monate lag er ununterbrochen auf dem Sterbebett, wie an das Kreuz geheftet. Von Kopf bis Fuß war nichts Gesundes mehr an ihm, trotzdem war er auf seinem Krankenlager heiter und hauchte mit bewundernswerter Geduld unter großen Schmerzen im Vertrauen auf Gott seinen Geist aus. Er war 84 Jahre. Wurde a R.D.Sacellano huj. am 31. Januar am äußeren Friedhof vor der Stadt beerdigt RID.“ [9] [10]

Mit Johann Georg Auwera verstarb der letzte Vertreter der Bildhauerfamilie Auwera und wohl der letzte Bildhauer des Rokoko in Franken.

Selbstverständnis der Bildhauer auf dem Lande[Bearbeiten]

Für die Einschätzung der Bildhauer im 18. Jahrhundert ist die Wortwahl für ihre Benennung oder Berufsbezeichnung in den archivalischen Quellen, wie z.B. Rechnungen und Chroniken, sehr aufschlussreich. Ihre Bezeichnung reicht vom „Statuarius, Bildschnitzer, Bildhauer“ bis hin zum „Bildarbeiter“. [11] Am bezeichnendsten ist wohl die Benennung „Bildarbeiter“. Sie drückt einerseits die unkomplizierte, handwerkliche Auffassung dieses Berufes aus und andererseits schließt sie über das technische Ausarbeiten der Bilder hinaus das Entwerfen und Planen, Modellieren und Zeichnen des Bildhauers mit ein, also dessen mehr geistig schöpferische Tätigkeit. Einen detaillierten technischen Arbeitsvorgang als Ausdruck für den ganzen Beruf setzt dagegen die gebräuchlichste Berufsbezeichnung: Bildhauer und Bildschnitzer. Die Begriffe wie „Skulptur“ und „Plastik“ fehlen in der Terminologie der Archivalien ganz. Es wird immer vom Bild gesprochen, z.B. einem Marienbild, das beim Bildhauer bestellt wird. Die gebräuchlichste Eigenbezeichnung der ländlichen Meister, mit der Rechnungen quittiert werden, ist Bildhauer. [12]

Werksverzeichnis[Bearbeiten]

 Entstehungsjahr  Ort  Kunstwerk  Fotos
1760 ca. Gollhofen Riss [13] Maria-Schmerz-Altar
1764 Sonderhofen Pfarrkirche, Kirchenportal, Steinurnen
1764 Gelchsheim Kapelle, Lamm Gottes
1764 Gollhofen Riss für Orgelaltar
1764 ca. Euerhausen Pfarrkirche, Tabernakel [14]
1764 Euerhausen Baldachin
1764 Aufstetten Pfarrkirche, Hochaltar
1765 Gaukönigshofen Pfarrkirche, Assistenzfiguren, je zwei Engel und Zierat an den Seitenaltären, Altaraufsatz
1765 Gaukönigshofen Pfarrkirche, zwei Reliquienpyramiden am Hochaltar
1765 Gollhofen Orgelaltar
1765 Sonderhofen Knöpfe für Fahnenstangen
1765/66 Aub Spitalkirche, Baldachin (verschollen)
1765/66 Gaukönigshofen Pfarrkirche, Kanzel
1766 Gaukönigshofen Pfarrkirche, vier Beichtstuhlaufsätze
1766 Gaukönigshofen Pfarrkirche, sechs Bilderrahmen
1766 Eichelsee Hochaltar
1766 Eichelsee Wappen des Oberzeller Abtes
1766 Gollhofen Taufsteindeckel
1766 Wolkshausen Pfarrkirche, große Hochaltarfiguren des hl. Petrus und Paulus und Altarerneuerungen
1766/67 Rodheim Tabernakel
1767 Gelchsheim Kapelle, Maria Steinbach, Wappen und Türsturz (Sockel und Figur von Michael Joseph Auwera)
1767 Gollhofen Kanzelmodernisierung
1767 Eichelsee Seitenaltar
1767 Wolkshausen Pfarrkirche, Immakulata, Tragfigur
1767 Baldersheim Truchseßstr. 4, Johannes Nepomuk
1767 ca. Hemmersheim Kirchenfassade, vier Urnen
1767 Hemmersheim Hochaltar
1767 Aub Stadtpfarrkirche, Krippenfiguren
1767 Gaubüttelbrunn Pfarrkirche, Hochaltar
1767/68 Euerhausen Kanzelerneuerung, Prozessionskreuz
1768 Eichelsee Seitenaltar
1768 Unterwittighausen Pfarrkirche, großer Prunkrahmen für Allerheiligenbildnis
1768 Bieberehren Pfarrkirche, zehn Blumenkrüge
1768 Rittershausen Baldachin
1768 Oellingen Pfarrkirche, Tabernakel (nicht mehr vorhanden)
1768 Gaukönigshofen Pfarrkirche, Taufsteinaufsatz
1768 Gaukönigshofen Pfarrkirche, Aufsätze an den Chorgestühlen
1768 Gaukönigshofen Pfarrkirche, Zierat am Hochaltar
1768 Ingolstadt Kirche, Triumphbogenkreuz
1768-72 Ingolstadt Kirche, Hochaltar
1769 Gaukönigshofen Pfarrkirche, versilberte Leuchter und „Scabell am Hochaltar die Leuchter aufzustellen“
1769 Gaukönigshofen Pfarrkirche, fünf große und mittlere Rahmen
1769 Gaukönigshofen Pfarrkirche, Zierat am Mariabildkasten
1769 Gaukönigshofen Pfarrkirche, drei Wandleuchter
1769 Euerhausen Kruzifix
1769 Gaukönigshofen Pfarrkirche, Vortragskreuz
1770 Gaukönigshofen Pfarrkirchenfassade, Immaculata
1771 ca. Bütthard Pfarrkirche, Immakulata an der Fassade
1771 Aufstetten Pfarrkirche, linker Seitenaltar
1771 Aufstetten Pfarrkirche, rechter Seitenaltar
1772 Frickenhausen Pfarrkirche, zwei kleine Altäre
1773 ca. Aub Konsoltisch, angeblich aus dem fürstbischöflichen Schloss
1773 Aub ehemaliges fürstbischöfliches Schloss, Gartenfiguren
1773 Gaubüttelbrunn Pfarrkirche, Seitenaltäre
1773 Gaukönigshofen Pfarrkirche, drei große Wandleuchter
1773 Gaukönigshofen Pfarrkirche, zwei Canontafeln
1773 Gaukönigshofen Pfarrkirche, zwei Rahmenaufsätze
1773 Rodheim Reparatur an Marienstatue
1773/74 Aub Spitalkirche, Hl. Geisttaube am Hochaltar (Bei der Regotisierung der Kirche 1862 ff. verschwand der gesamte Hochaltar.)
1774 Aufstetten Bildstock an der Pfarrkirche
1775 Gelchsheim Kapelle, Kanzelfiguren
1777 Krensheim Pfarrkirche, Hochaltar
1777 Baldersheim Pfarrkirche, zwei kleine Leuchter
1777 Gaubüttelbrunn Pfarrkirche, drei Canontafeln
1777 Bad Mergentheim Schloss, Riss für die Prunkrahmen im Kapitelsaal
1777/78 Bad Mergentheim Schloss, Prunkrahmen im Kapitelsaal
1777/78 Gaubüttelbrunn Pfarrkirche, Vortragskreuz
1778 Gaubüttelbrunn Pfarrkirche, Kanzel
1778/79 Zimmern Pfarrkirche, Hochaltar
1780 Moos Pfarrkirche, Hochaltar
1780 Moos Pfarrkirche, Seitenaltäre
1780 Bad Mergentheim Deutschordensmuseum, Riss für Mariahilf-Altar
1780 Bad Mergentheim Schloss, großes Portalwappen
1780 Bad Mergentheim Schloss, Dekorschnitzereien im Kapitelsaal
1780 Bad Mergentheim Schloss, je acht Hofgartenfiguren und Vasen auf die sogenannte „Grabentreppe“
1781 Bad Mergentheim Kapuzinerkirche, Mariahilf-Altar
1781 Aub Stadtpfarrkirche, Tabernakel am Hochaltar
1781 Aub Stadtpfarrkirche, Seitenfiguren am Hochaltar
1782 Eßfeld Pfarrkirche, Tabernakel
1783 Eßfeld Pfarrkirche, großes Kruzifix
1784 Aufstetten Pfarrkirche, Predigtkanzel
1787 Bieberehren Pfarrkirche, Reparatur am großen Kruzifix
1787 Igersheim Pfarrkirche, Hochaltar (Aufbau nicht mehr vorhanden)
1788 Igersheim Pfarrkirche, Vasen auf den Versperstühlen
1789 Hemmersheim Ortsmitte, Bildstock Maria Krönung
1792 Baldersheim Truchseßstraße an der Dorflinde, Bildstock Vierzehn Nothelfer
1792 Baldersheim Truchseßstr. 7, Kreuzschlepper
1795 Tauberrettersheim Pfarrkirche, Immakulata
1780 bis 1796 Aub Marktplatz 13, Türblatt: Cäsarenkopf

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen und Literatur[Bearbeiten]

  • Georg Menth: Die Bildhauerfamilie Auwera in Aub. Stadt Aub: Kunst und Geschichte, Band 2, Aubanusverlag, Wolfratshausen 1987

Einzelnachweise und Erklärungen[Bearbeiten]

  1. Pfarrarchiv Aub, Akte Auwera, Mitteilung vom katholischen Pfarramt Stift Haug vom 22. April 1943: Auf Grund des diesamtlichen Tauregisters wird bescheinigt, dass Johannes Georgius Aubera zu Würzburg am 19. Juni 1740 geboren und am selben Tag nach römisch-kath. Ritus getauft wurde. Name des Vaters: Michael Joseph von der Aubera, sculptor. Name der Mutter: Maria Anna.
  2. Originalzitat aus den biographischen Notizen Johann Georg Auweras, M. Kranzbühler, J.W. Auwera, 187, Anm. 23: Er war ein geborener Brabanter aus der Stadt Mecheln, allwo er ledigen Standes einstweilen unter zwei regierenden Fürsten arbeitete. Meinige Großvater Jakob von der Auwera hatte sehr hart und schlecht deutsch gesprochen, aber brabantisch, französisch und englisch waren seine geübten Sprachen, dieweilen er zeidlang in England war und ich seine deutsche Sprache wohl verstunde, dieweilen ich bin in das elfte Jahr bey ihme auferzogen.
  3. Nachdem der Notarssohn Jakob van der Auwera bereits für seine Kinder einen Hauslehrer angestellt hatte, darf man annehmen, dass er ebenso um die gute Schulbildung seines Enkels bemüht war. Vorname Georgius im Pfarrarchiv Gollhofen, Akte Kirchenbaulichkeiten - Altäre vom 4. July Ao 1765.
  4. Wachsbossierung = Bezeichnung für die Kunst, Wachsplastiken herzustellen, sowie für die aus Wachs modellierten oder gegossenen Objekte. Andere Namen für Wachsbossierung sind Keroplastik, Wachsbildnerei oder Wachsplastik. Da Wachs durch Zugabe von Öl u. dgl. leicht formbar ist, wurde es schon in der Antike für die Herstellung von Modellen, aber auch für eigenständige plastische Arbeiten verwendet.
  5. Der Vater Johann Georgs, Johann Michael Joseph van der Auwera, hatte die Wirtschaft noch nicht betrieben, sondern lediglich das Anwesen von seinem Schwager, dem Landgerichts Consulent Dr. Ley in Würzburg, erworben. (Staatsarchiv Würzburg, Gebrechenamtsprotokoll 1764, fol. 355)
  6. Die Heerstraße, welche bis zu diesem Zeitpunkt von Augsburg, Dinkelsbühl und Rothenburg ob der Tauber kommend über Aub führte, verlief ab 1773 über Uffenheim-Ochsenfurt.
  7. Georg Menth: Die Bildhauerfamilie Auwera in Aub. Aubanusverlag, Wolfratshausen 1987, S. 51
  8. Stadtarchiv Aub, Band: Armenkommissionsprotokoll 1810-21, fol. 302 ff.
  9. Pfarrarchiv Aub, Sterbematrikel Spitalpfarrei Aub
  10. Lt. Quellenangabe von Georg Menth erfolgte die Bestattung im nördlichen, d.h. unteren Teil des heutigen Friedhofs, der 1859 erweitert wurde (Pfarrarchiv Aub, Akte Friedhof). Das bisher bekannt Datum 1822 wurde fälschlicherweise als Sterbejahr in die Matrikel eingetragen. Die Quittungsbelege unterrichten aber genau über die benötigte Arznei, die auf das in der Sterbematrikel geschilderte Schmerzenslager hindeutet. Ab Februar 1818 bis in den Januar 1823 hinein wurden nahezu monatlich Arznei- und Verbandmittel beim Auber Apotheker Ernst Freystätter geholt, die vor allem schmerzlindernde Mittel (u.a. gegen Wundliegen) umfaßten.
  11. Pfarrarchiv Biberehren, Gotteshausrechnung 1768, fol. 28
    b) 6 fl 2lb 2 Pfg für 10 blumen Krüg dem Bild arbeither auwerä zu aub.
  12. Georg Menth: Die Bildhauerfamilie Auwera in Aub. Stadt Aub: Kunst und Geschichte, Band 2, Aubanusverlag, Wolfratshausen 1987, S. 151 f.
  13. Riss = zeichnerischer Entwurf (von althochdeutsch ritzen, reißen für zeichnen, schreiben). Siehe auch Begriffserklärung bei Wikipedia [1].
  14. Der (auch das) Tabernakel (lat. tabernaculum 'Hütte, Zelt') ist in katholischen Kirchen die Bezeichnung für den Aufbewahrungsort der in der heiligen Messe gewandelten Hostien, die nach katholischem Glauben Leib Christi sind.