St. Gallus (Frickenhausen am Main)

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Blick auf die katholische Pfarrkirche St. Gallus in Frickenhausen am Main
Katholische Pfarrkirche St. Gallus in Frickenhausen am Main
Blick in das Innere von St. Gallus

Die katholische Pfarrkirche St. Gallus prägt das Ortsbild von Frickenhausen am Main schon aus weiter Ferne.

Lage

Das Gotteshaus liegt in der Ortsmitte der Marktgemeinde Frickenhausen nahe der Hauptstraße am Babenbergplatz.

Patrozinium

Der Hl. Gallus (* um 550 in Irland (?), † 16. Oktober 640 (?) in Arbon ) war Mönch, Eremit und Glaubensbote rund um den Bodensee. Gedenktag ist der 16. Oktober. [1]

Baugeschichte und -beschreibung

Blick in das Innere von St. Gallus vor der Renovierung von 1946-1948

Eine erste urkundliche Erwähnung findet sich in der Schenkungsurkunde des Königs Ludwig IV. das Kind vom 9. Juli 903. Dort wird in einer Aufzählung neben Gehöften und Gebäuden auch eine Kirche (ecclesia) in Frickenhausen genannt. Durch diese Urkunde wird der Eigentumsübergang von Frickenhausen aus dem Besitz der Babenberger an den Fürstbischof von Würzburg dokumentiert. Im Jahr 1278 gehörte die Pfarrkirche dem Stift Haug und gelangte 1406 durch Tausch gegen die Pfarrei Sulzthal in den Besitz des Hochstiftes Würzburg, unter dessen Herrschaft Frickenhausen mit Ort und Kirche bis zum Jahre 1803 verblieb.

Der Kirchenneubau erfolgte in den Jahren von 1514 bis 1521 und von 1605 bis 1616 in zwei Bauabschnitten und wurde erst 1911 durch die Erweiterung der Sakristei und 1946 durch den Anbau des Hauptportals im Westen verändert. Bei diesem Neubau begann man nicht, wie beim Kirchenbau sonst üblich, mit dem Chor, sondern mit den Kirchenschiffen. Zwar versuchte man, das heutige spätgotische Kirchengebäude im hochwasserfreien Gebiet zu errichten, dennoch konnte das Eindringen von extremen Hochwassern nicht vermieden werden, wie Markierungen an einer Emporensäule zeigen.

Die Frickenhäuser Kirche ist eine Staffelhallenkirche, mit einem Haupt- und zwei Seitenschiffen, und geht in ihren Ursprüngen zurück bis in das Jahr 1514. Die grundlegenden Baumaßnahmen in den Jahren 1514 bis 1521 unter Leitung des Würzburger Baumeisters Hans Bock kamen einem Neubau gleich. Die Roharbeiten endeten 1516. Im Zuge dieser Bauarbeiten fand auch die Zusammenführung von Rathaus und die Kirche statt. Dabei wurde der gewendelte Aufgang zur Empore in das Rathaus verlegt, wobei je ein Zugang zur Empore durch eine Außentüre an der Ostwand des Rathauses und vom Sitzungssaal des Rathauses von innen auf halber Höhe der Treppe geschaffen wurden. Die Empore ist mit einem Kreuzgewölbe in reicher Netzfiguration ausgestattet. An den beiden Ostecken tragen kauernde Figuren (Steinmetz und Baumeister?) die tiefen Rippen. Im Langhaus mit vier Jochen tragen Achteckpfeiler die spitzbogigen Scheidwände der Schiffe. 1518 wurden in den Seitenschiffen neue Altarmensen aufgestellt, 1521 Kirche und drei Altäre neu geweiht. Die Einweihung deutet darauf hin, dass anschließend beabsichtigt war, vermutlich aus finanziellen Gründen, eine längere Pause einzulegen.

Der Chorraum entstand in den Jahren 1605 bis 1616. Er zeigt fünf ungleich große Polygonseiten mit Kappengewölben. Der Chorbogen läuft spitz zu mit einem Abschlussstein, der, als Relief gestaltet, auf den Kirchenpatron St. Gallus hinweist. Ebenfalls erhielt die Kirche ihre nicht mehr der reinen Gotik entsprechende Einwölbung anstatt der bisherigen Flachdecke. Die Arbeiten führte Maurermeister Georg Zopf von Iphofen aus. An den Pfeilern im Mittelschiff sieht man Konsolen mit Renaissanceprofil über einem Engelskopf, ein in der Zeit Julius Echters beliebte Ersatzform für den gotischen Kragstein. Im Mittelschiff wird die Wölbung anstelle von Schlusssteinen mit runden profilierten Öffnungen geschlossen. Das 1613 bis 1616 eingezogene Gewölbe hat keine tragende Funktion, sondern dient nur der Zierde des Kirchenraumes.

Zur gleichen Zeit erhöhte und vollendete der Maurermeister Erhart Ottinger den westlichen Teil der Kirchenempore. Dabei wurde vermutlich auch die spätgotische Maßwerkbrüstung geschaffen.

Sandsteinfigur des Hl. Gallus mit dem Bären auf dem Westgiebel

Als Abschluss der Bauarbeiten wurde 1616 auf den Westgiebel eine Sandsteinfigur des Kirchenpatrons St. Gallus mit dem Bären aufgesetzt, die 1975 wegen starker Verwitterung gegen eine neue Figur aus Muschelkalkstein, gefertigt von Ludwig Linz, einem gebürtigen Frickenhäuser, ausgewechselt werden musste.

Die beiden Seitenportale stammen ebenfalls aus der spätgotischen Zeit. Das um 1520 entstandene Südportal besteht aus einem geraden Kleebogen, in dessen Leibung sich zwei Rundstäbe schneiden. Über dem Portal erhebt sich ein Eselsrücken zwischen zwei Filialen, die auf dünnen Säulen stehen. Das Nordportal zeigt in einfacherer Ausführung eine Astwerkumrahmung.

Kirchenrenovierungen sind belegt für die Jahre 1663/64 und um 1739. In Jahre 1899 wurde die Kirche wiederum restauriert.

Eine umfangreiche Außen- und Innenrenovierung fand in den Jahre 1946 bis 1948 unter der Leitung von Baumeister Prof. Albert Boßlet statt. Dass die Gesamtrenovierung zu einer schwierigen Zeit gleich nach dem Zweiten Weltkrieg in Angriff genommen werden konnte, ist eine besonderes Verdienst des damals amtierenden Pfarrers Dr. Edmund Erhard. Als wichtigste Veränderung entstand an der Westseite das heutige Hauptportal, ein neuzeitlicher, stilfremder Baukörper ganz im Stilverständnis von Albert Boßlet. Durch die Entfernung der beiden Schmuckaltäre (um 1737) am Chorbogen (siehe historische Abbildung des Innenraums) im Jahre 1946 kommen Chorraum und Hochaltar wesentlich besser zu Geltung als vorher. Je einen dieser Seitenaltäre erhielten die durch Kriegseinwirkungen zerstörten Kirchen St. Blasius in Zeubelried und St. Laurentius in Osthausen als Schenkungen; dort stehen sie derzeit als Hochaltäre.

Im Jahre 2008 fand eine erneute Innenrenovierung statt. Durch Freilegungsarbeiten auf der Empore zeigte sich die erstmalige Farbgebung auf der Zeit von Julius Echter von Mespelbrunn (Echter-Rot) an den Säulen und Fensterrahmungen. Beim Neuanstrich griff man auf diesen Farbton zurück, so dass heute das Kircheninnere wieder in den ursprünglichen Farben leuchtet. Der Chorraum erfuhr eine Veränderung in Richtung Kirchenschiff, wobei die Muschelkalkstufen gegen solche aus Sandstein ausgetauscht wurden.
Bei der Innenrenovierung von 2008 kamen auch moderne Gestaltungsideen zur Auswirkung. Den liturgischen Vorschriften entsprechend entwarf Domkapitular Dr. Jürgen Lenssen Volksaltar, Ambo, Lesepult, Sedilien, Osterleuchter und Altarleuchter. Die Ausführung erfolgte in Sandstein bzw. in Metall mit teilweiser bzw. ganzer Vergoldung der Ausstattungsgegenstände.
Im Zuge der Innenrenovierung erhielt auch der überlebensgroße gekreuzigte Christus wieder seinen früheren Platz im Chorbogen. Der Korpus aus dem 17. Jahrhundert wurde auf einem neuen Kreuz nach dem Entwurf von Dr. Lenssen befestigt.

Kirchturm

Die drei romanischen Untergeschosse des Turmes stellen die älteste heute noch vorhandene Bausubstanz dar und reichen ins frühe 13. Jahrhundert zurück. Der romantische Turm erfuhr in den Jahren von 1605 bis 1016 eine Erhöhung um drei spätgotische Geschosse und endet in einer sogenannten Echterspitze, die während der Herrschaft von Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn und seinen Bemühungen um die Gegenreformation in vielen Kirchen jener Zeit zur Anwendung kam.

Ausstattung

Als der Kirchenum- und Neubau 1616 abgeschlossen war, wurde die Kirche neu eingerichtet, da eine dem spätgotischen Baustil entsprechende Ausstattung nicht mehr erwünscht war bzw. nicht mehr als zeitgemäß erachtet wurde. Mit dem Abklingen der Gotik und der um 1550 beginnenden Renaissance wurden vielerorts die Kirchen nicht nur baulich verändert oder im Renaissancestil erbaut, sondern auch deren Ausstattung der neuen Stilrichtung angepasst. Dieses Schicksal blieb St. Gallus zwar erspart, allerdings durften die Altäre und Kanzel nicht bleiben.

Altäre

Altäre der katholischen Pfarrkirche St. Gallus

Im Jahre 1617 lieferte der Bildschnitzer Georg Brenck, der Ältere den Hoch- und Marienaltar.

  • Beim Hochaltar handelt es sich um einen Renaissanceaufbau als Retabelaltar [2] in der Form einer großen Monstranz. Zusammen mit dem Hochaltar in der Ochsenfurter katholischen Pfarrkirche St. Andreas soll er zu den größten noch erhaltenen Retabelaltären der Renaissancezeit im Bistum Würzburg gehören. Über der Predella [3] erheben sich drei Geschosse. In der unteren Ebene wird die Krönung Mariens als Relief dargestellt. Das mittlere Geschoss zeigt die drei Kirchenpatronen St. Johannes den Täufer, St. Gallus und St. Sebastian in Vollplastik. Darüber die Figur des Drachentöters St. Georg. Den Abschluss bildet der Gekreuzigte in Begleitung seiner Mutter Maria und des Evangelisten Johannes. Hauptbild und die beiden Figurengruppen darüber flankieren beidseitig je zwei Apostel, die zum Teil in mit Muscheln verzierten Nischen zwischen ionisierenden Säulen stehen und mit ihren Attributen versehen sind. Das Hauptbild rahmen zusätzlich vier Passionsreliefs ein. Die farbliche Fassung besorgte 1617 Ulrich Bühler.
Der Hochaltar befindet sich nicht mehr im ursprünglichen Zustand. Zur Zeit seiner Entstehung hatten die Altäre, wie auch bereits vorher in der romanischen und gotischen Epoche, noch keine Tabernakel zur Aufbewahrung der geweihten Hostien. Die Mensa und Predella hat man aus diesem Grunde zwischen 1730 und 1750 entfernt und, dem Zeitstil gemäß, einen in Weiß und Gold gefassten Rokoko-Tabernakel-Aufbau mit neuer Mensa installiert. Er bildete ein krasses Gegenstück zur Altarwand in Form und Farbe.
Dieser Altarteil wurde im Zuge der Renovierung von 1946 bis 1948 auf Veranlassung des Architekten Albert Boßlet abgebaut und durch eine einfache, kassettenartige Holzkonstruktion abgelöst. Er befindet sich heute als Seitenaltar in der im Zweiten Weltkrieg zerstörten und neu aufgebauten katholischen Pfarrkirche St. Bartholomäus (Acholshausen)|St. Bartholomäus]] in Acholshausen. Der neue rechteckige Tabernakel soll, wegen der damals herrschenden Beschaffungsprobleme von Messing, aus den eingeschmolzenen Kronleuchter der Pfarrkirche gefertigt worden sein.
  • Der Marienaltar im nördlichen Seitenschiff stellt im Aufbau eine verkleinerte Wiedergabe des Hochaltars dar. Die Figur der Himmelskönigin mit Jesuskind im Strahlenkranz wird eingerahmt von den Bischöfen St. Kilian und St. Burkard. Im Mittelgeschoss ist die schmerzhafte Muttergottes, flankiert von den Heiligen Petrus und Paulus, zu sehen. Eine von jubelnden Engeln eingerahmte Assunta krönt den Altar. Am Architrav [4] sind von links nach rechts die Wappen des Dompropstes Friedrich von Thüngen (1618-1629), von Franken und des Domdekans Philipp Adolf von Ehrenberg (1619-1623) angebracht. Eine Inschrift über der Predella besagt mit Verkündigungsszene besagt, dass der Altar im Jahre 1739 renoviert wurde.
  • Der rechte Seitenaltar stellt eine Arbeit des sich ankündigenden Frühbarocks von 1664 dar. [5] Später wurde die Kreuzigungsgruppe entfernt und durch ein Altarbild des Hl. Sebastian umgestaltet. Im Jahre 1948 hat man den Altar durch Einsetzen der Kreuzigungsgruppe in seiner ursprünglichen Version wieder hergestellt. Der heutige Aufbau zeigt in der Predella als Relief Christus auf dem Kreuzweg und über der Kreuzigungsgruppe eine Statue des Hl. Nikolaus von Smyrna. Den Abschluss bildet eine Figurengruppe mit Christus als Weltenherrscher und den Evangelisten Johannes und Lukas. Die beiden Seitenheiligen sind St. Kunigunde und St. Katharina.

Kanzel

Die frühere Barockkanzel (um 1680) wurde bei der Renovierung 1946/48 von der ersten nördlichen Säule (siehe historische Abbildung des Innenraums) abgenommen und in ihren Bestandteilen aufbewahrt, allerdings gilt der Kanzeldeckel seit dieser Zeit als verschollen. Am Kanzelkorb sind die vier Evangelisten, auf dem Deckel die vier bekannten Kirchenlehrer (Hieronymus, Ambrosius, Augustinus und Papst Gregor) zu sehen. Heute hat die Kanzel ihren Platz an der Nordwand des Kirchenschiffs.

Taufstein

Zwischen Chor und Kirchenschiff ist der formenreiche Taufstein aus der Zeit um 1750 postiert. Das Taufbecken ruht auf einer gewundenen und mächtigen, mit Reben und Trauben verzierten Säule. Die reichhaltige Ornamentik aus Blumen, Früchten und Engelsgesichtern erinnert daran, dass dem Täufling durch die geistige Wiedergeburt die Freuden des verlorenen Paradieses verheißen werden.

Glasfenster

► Glasfenster der katholischen Pfarrkirche St. Gallus (Frickenhausen am Main)

Weitere Denkmäler und Kunstwerke

  • Neben dem Kreuzaltar ist ein Denkmal in die Mauer eingelassen, auf der eine Familie und der Auftraggeber (Stifter) dargestellt werden. Die Inschrift am Sockel lautet: Ano 1585 hab ich kaspar herbst disen stein lasen machen meinem schwager und meiner schwester und iren kindern zum gedechtnis. Got wole ine alle genetig sein.
  • An der Südwand im Eingangsbereich des Hauptportals hängt ein Relief „Marienkrönung“ aus der Zeit um 1617, das Georg Brenck d.Ä. zugeschrieben wird. Es scheint sich um den erhaltenen Abschluss eines mehrstöckigen Retabel- oder Epitaphaufbaus zu handeln. Für eine Entstehung in zeitlicher Nähe der Frickenhausener Retabelbauten sprechen stilistische Kongruenzen. Motivische Grundlage für die Marienkrönung bildete ein Kupferstich Adriaens Collaerts, der eine Vorlage von Marten de Vos (1532-1603) wiedergibt. [6]

Denkmäler an den Außenwänden

In die südliche Außenwand des Gotteshauses unterhalb eines Langhausfensters ist ein Steinrelief aus dem Jahre 1461 eingelassen. Zu Füßen von Maria und Johannes knien Stifterin und Stifter. Seitlich des Mannes ist die Jakobsmuschel zu erkennen, vielleicht ein Hinweis auf eine Wallfahrt des Stifters, der sich Hans Holzkirchner nannte.
An einem südlichen Strebepfeiler hängt eine Gedenktafel in Rollwerkumrahmung mit lateinischer Inschrift. Die Übersetzung lautet: Im Jahre 1600 am 26. September verstarb im Glauben an Christus die ehrbare Jungfrau Magdalena als leibliche Tochter des Eltmanner Bürgers Hansen Gebhard im Alter von sechs Jahren. Im Jahre 1605 ließ Pankratius Gebhard, zur Zeit Pfarrer dieses Ortes, zum frommen Gedenken dieses Denkmal anfertigen. / Job 19 (Buch): Ich weiß, dass mein Erlöser lebt und dass ich am jüngsten Tage aus der Erde auferstehen werde. Ich werde mich mit meiner Hülle umgeben und in meinem Fleische meinen Erlöser schauen.
Ebenfalls an der Südseite befindet sich eine Ölbergkapelle aus dem Jahre 1488, die der Schule Tilman Riemenschneiders zugeschrieben werden darf.

An der nördlichen Kirchenwand ist ein Gedenkstein postiert, der zu Ehren eines Seneca Quirnus Örtter, gestorben 1672, geschaffen wurde. Dieser war eine angesehene Persönlichkeit und entstammte einer Seilerfamilie, was durch die historischen Seilerzeichen in der Kartusche angezeigt wird. Die Umschrift in Latein und Deutsch an den Längsseiten des Denkmals lautet: SELIG DIE UM HERRN STERBEN. Unten ist zu lesen. MEMENTO MORI. Ein weiteres Denkmal steht neben dem Nordportal. Es ist der Grabstein des Quirinus Örtter, gestorben am 4. August 1672 im Alter von 78 Jahren, und seiner Ehefrau Katharina Örtter, gestorben am 9. Juli 1674, die 60 Jahre alt wurde.

Geläut

Vom Turm der gotischen Pfarrkirche Sankt Gallus in Frickenhausen erklingt ein komplett historisches, vierstimmiges Glockengeläute:

  • Gl. 1 (Bürgerglocke) | Reliefs einer Madonna, des Hl. Nikolaus und des Hl. Sebastian | es' | 1246 mm | 1340 kg | 1685 Nikolaus Müller, 1722 umgegossen
  • Gl. 2 (Zwölferglocke) | Umschrift PETRUS * GALLUS * LUCAS * MATHEUS | g' | 1105 mm | 800 kg | unbekannter Gießer (14. Jahrhundert)
  • Gl. 3 (Elferglocke) | b' | 957 mm | 550 kg | Sebald Kropp, Würzburg (1684)
  • Gl. 4 (früher Sterbeglocke) | des | 686 mm | 185 kg | Jaeger, Würzburg (~1700)

Als sich bald nach dem Beginn des Zweiten Weltkrieges eine längere Kriegsdauer abzeichnete, musste auch Frickenhausen, wie viele andere Gemeinden, aufgrund obrigkeitlicher Verfügung von 15. März 1940 durch Generalfeldmarschall Göring, die Mehrzahl der Glocken abliefern; nur die Zwölferglocke durfte am Ort bleiben. An die Kirchen erging der Befehl, ... zur Sicherung der Metallreserve für eine Kriegsführung auf lange Sicht, sämtliche deutsche Kirchenglocken aus Bronze zu erfassen und unverzüglich der Deutschen Rüstungsindustrie dienstbar zu machen. [7]

Glücklicherweise kam es nicht zur Einschmelzung und die Glocken kehrten nach Kriegsende 1947 nach Gründung eines Ausschusses der Militärregierung für die Rückführung der Glocken zurück. Die Bürgerglocke hatte allerdings einen haarfeinen Riss erlitten und musste in Nördlingen von der Fachfirma Lachenmeyer geschweißt werden. Die Schweißnaht hat sich bis heute erhalten.

Pfarreiengemeinschaft

Die katholische Pfarrei St. Gallus gehört zur Pfarreiengemeinschaft „Emmaus: Erlach - Frickenhausen - Kaltensondheim - Zeubelried“.

Seelsorger (Auszug)

Siehe auch

Quellen und Literatur

  • Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, Baudenkmäler in Frickenhausen am Main, Nr. D-6-79-131-17
  • Josef Bätz: Frickenhausen am Main - Illustrierte Chronik eines Winzerdorfes. Frickenhausen am Main 2013
  • Josef Bätz: Katholische Pfarrkirche St. Gallus in Frickenhausen am Main. Hrsg.: Katholisches Pfarramt Frickenhausen am Main, 2009
  • Christine Schweikert: Brenck - Leben und Werk einer fränkischen Bildschnitzerfamilie im 17. Jahrhundert. Schriften und Kataloge des Fränkischen Freilandmuseums Bad Windsheim, Band 38, 2002

Weblinks

Erläuterungen, Hinweise und Einzelnachweise

  1. St. Gallus im Ökumenischen Heiligenlexikon
  2. Der Retabelaltar der Gotik ist benannt nach den hinter dem Altar angebrachten Bildtafeln (lat. retro = hinter, tabulum = Tafel: retrotabulum). Später wurden allgemein Altäre mit rückwärtigem Aufbau, eventuell noch mit klappbaren Flügeln, so bezeichnet.
  3. Eine Predella ist ein meist hölzerner flacher Sockel, der auf dem Altartisch, der Mensa, in christlichen Kirchen steht und den eigentlichen Altaraufsatz, das Retabel, trägt. Manchmal hatte die kastenartig gebaute Predella zusätzlich die Funktion eines Reliquienschreins. Weitere Informationen bei Wikipedia [1].
  4. Der Architrav (italienisch architrave; aus altgriechisch ἀρχι- archi-, deutsch ‚Haupt-‘ und lateinisch trabs ‚Balken‘) ist ein auf einer Stützenreihe ruhender Horizontalbalken, zumeist der den Oberbau tragende Hauptbalken.
  5. Josef Bätz schreibt in seinen beiden Büchern über Frickenhausen und die katholische Pfarrkirche St. Gallus den rechten Seitenaltar aus dem Jahr 1664 Georg Brenck d.Ä. in Zusammenarbeit mit seinem Sohn Georg Brenck d.J. zu. Das kann aber nicht stimmen, da beide zu diesem Zeitpunkt bereits gestorben waren.
  6. Christine Schweikert: Brenck - Leben und Werk einer fränkischen Bildschnitzerfamilie im 17. Jahrhundert. Schriften und Kataloge des Fränkischen Freilandmuseums Bad Windsheim, Band 38, 2002, S. 183 ff.
  7. Anordnung zur Durchführung des Vierjahresplanes über die Erfassung von Nichteisenmetallen vom 15. März 1940 (in: Reichsgesetzblatt, Jg. 1940 Teil I, Nr. 48, S. 510 (Scan aus dem Deutschen Reichsgesetzblatt 1940, Teil 1)

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