St. Johannes der Täufer (Aufstetten)

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Katholische Pfarrkirche St. Johannes der Täufer (Südwestansicht)
Katholische Pfarrkirche St. Johannes der Täufer mit Chorturm

Die Filialkirche St. Johannes der Täufer ist das katholische Gotteshaus des Röttinger Stadtteils Aufstetten im Ochsenfurter Gau.

Patrozinium

Johannes der Täufer (* 24. Juni 1 v. Chr. (?) in Ein Kerem, † nach 29 in Jerusalem (?)) war ein Prophet und der Täufer Jesu. Er starb als Märtyrer. Sein Patrozinium ist am 24. Juni.

Geschichte

Im Jahre 1447 finden die Pfarrei und die alte Kirche zum ersten Mal Erwähnung als Filiale der Pfarrei Sonderhofen. Wo diese alte Kirche stand, ist heute nicht bekannt, aber bereits das erste Gotteshaus war schon Johannes dem Täufer geweiht worden. Nachdem die alte Kirche bereits seit 1719 baufällig war, musste eine neue Kirche gebaut werden.

Die Grundsteinlegung der heutigen Pfarrkirche erfolgte am 5. Juni 1741 und sie wurde durch den Maurermeister Georg Floch aus dem nahen Bolzhausen erbaut. [1] 1807 musste das Dächlein der Sakristei repariert werden. 1838 war die Pfarrkirche zu Aufstetten - knapp 100-jährig - baufällig. Die Ursache lag wohl in einer ungenügenden Mauerfundation und einem mittelmäßigen Baugrund. Infolge von Wassereinwirkungen senkte sich das Mauerwerk, was allerdings erst in einem Gutachten von 1888 festgestellt wurde. Zunächst begutachtete der Maurermeister Kilian Ulsamer das Gebäude. Er stellte fest, dass schon früher Risse da waren, die aber nicht durch das Mauerwerk hindurchgingen und sich nicht vergrößerten. Deshalb bestand kein „gefahrvoller Zustand. Im Innern sollen die Decken ausgebessert und die äußeren Mauern neu beworfen werden.“ Die Kirchenverwaltung bat 1839 die Diözese Würzburg um Unterstützung, da die Summe zur Renovierung nicht aufzubringen sei. Das Gesuch wurde abgelehnt. Scheinbar wurde dann doch das Nötigste gemacht, denn der Pfarrer meldete 1840, dass „die hiesige Kirche sich in gutem baulichen Zustand befindet und den Bedürfnissen genügt.“ 1846 wurde eine Turmuhr beschafft, die allerdings über kein Ziffernblatt verfügte. Da die Aufstettener Kirche zu diesem Zeitpunkt noch keinen richtigen Turm besaß, wurde die Uhr im Dachreiter angebracht.

Als 1852 der Zustand der Kirchendecke wieder Sorge macht, stellte die Kirchenverwaltung an das Landgericht Röttingen ein Bittgesuch um Zuschuss für die Baumaßnahme, dem entsprochen wurde. Im Rahmen dieser Renovierung ließ man die Altäre ausbessern und durch den Vergolder und Bildhauer Karl Ziegler aus Röttingen ausbessern und lackieren. Die nächste Restauration am Hochaltar wurde 1870/71 durch die Firma Breitenbach aus Mergentheim durchgeführt. 1875 ließ man auch die Sakristei und die Kanzel restaurieren. In den Jahren von 1885 bis 1888 wurde die ruinöse Sakristei abgerissen und ein größere gebaut. Dabei wurde auch das Langhaus, weil zwei große Risse entstanden war, begutachtet und festgestellt, dass sich das Mauerwerk auf der südlichen Seite infolge ungenügender Fundamente und infolge Wassereinwirkung einseitig gesenkt hatte. Im März 1901 beschloss die Kirchenverwaltung, das Gebäude durch den Maurermeister Wilhelm Döhling aus Röttingen gründlich renovieren zu lassen.

Im frühen 20. Jahrhundert wurde die neue Orgel beschafft und installiert. Da das Gotteshaus nur einen Dachreiter über dem Chor hatte, plante 1931 der amtierende Pfarrer Eugen Schubert einen Turmbau in Aufstetten. Der Pfarrverweser Vinzenz Hoffmann aus Burgerroth führte die Pläne fort und schließlich konnten am 21. November 1932 die Glocken vom neuen Turm aus läuten. Nach einer Teilrenovierung im Jahre 1962 wurde das Gotteshaus in den Jahren 1977 bis 1983 von Grund auf saniert und renoviert. 1989 erfolgte schließlich der Einbau der neuen Turmuhr mit den Zifferblättern in alle vier Richtungen.

Baubeschreibung

Die Pfarrkirche ist ein barocker Saalbau mit eingezogenem Chor und nördlichem Chorturm.

Innenraum

Ab dem Jahr 1760 wurde mit der Einrichtung der Kirche begonnen. Ein Hauptgrund dafür, dass erst rund 20 Jahre später 1764/65 der Hochaltar angeschafft wurde, waren Sparsamkeit und die geringen Mittel der Kirchenstiftung. Den Auftrag erhielt Johann Georg Auwera, der ihn kurz nach der Rückkehr von seiner Wanderschaft geschaffen hat. [2] Gemeinsam mit den Seitenaltären ist die Altarausstattung in Aufstetten die schönste und am besten erhaltene Altargruppe Johann Georg Auweras. 1784 kam vom selben Künstler noch die Kanzel hinzu. Der alte Taufstein wird auf das Jahr 1674 datiert und hat das Aussehen einer achteckigen Schale auf einem balusterartigen Schacht und stand damit wohl bereits im Vorgängerbau.

Bildergalerie

Pfarrgebiet

Zum Pfarrgebiet gehört nur der Röttinger Stadtteil Aufstetten.

Pfarreiengemeinschaft

Pfarreiengemeinschaft TauberGau

St. Johannes der Täufer gehört zur Pfarreiengemeinschaft TauberGau.

Seelsorger (Auswahl)

Siehe auch

Quellen und Literatur

  • Edgar Bätz: 250 Jahre Kirche St. Johannes Baptista. 1741 - 1991. Eigenverlag, Aufstetten 1991
  • Georg Menth: Die Bildhauerfamilie Auwera in Aub, Aubanusverlag, Wolfratshausen 1987
  • Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, Baudenkmäler in Röttingen, Nr. D-6-79-182-100

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Siehe eingemeiselte Jahreszahl 1741 an der südöstlichen Langhausecke. Laut Pfarrer Martin, Nachlass geschichtlicher Notizen im Pfarrarchiv Stalldorf. Die Kirche hatte ursprünglich eine Fläche von 118,25 m² und wurde 1914 um eine Fensterachse erweitert. Nachträglich angefügt wurden ebenfalls die Sakristei und der Turm (20. Jahrhundert); Pfarrarchiv Aufstetten, Akte Kirchenbaulichkeiten und Altäre.
  2. Der Entwurf des Hochaltars stammt möglicherweise noch von Johann Michael Joseph Auwera, dessen Schwager Johann Michael Ley (1723-1761) von 1752 bis 1761 Pfarrer in Aufstetten war (Diözesanarchiv Würzburg, Ortsdoku Aufstetten Series parochorum). Nachweislich plante Pfarrer Ley bereits die Errichtung eines neuen Altares.

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