Johann Michael Pfeuffer

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Johann Michael Pfeuffer (* 1740 in Veitshöchheim; † 8. Februar 1805 in Hopferstadt) war ein Bildhauer des späten und spätesten fränkischen Rokoko.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Johann Michael Pfeuffer arbeitete von Anfang an, also ca. 1764/65, in der Werkstatt von Johann Georg Auwera in Aub, die dieser nach der Rückkehr von seiner Wanderschaft von seinem Vater Johann Michael Joseph van der Auwera übernommen hatte. Diese gemeinsame Arbeit in einer Werkstatt könnte der Grund dafür sein, dass die Werke von Pfeuffer und Auwera große stilistische Ähnlichkeiten aufweisen. Im Jahre 1772 machte sich Johann Michael Pfeuffer in Hopferstadt, also ca. 7 km von Aub entfernt, selbständig. Zu dieser Zeit waren in dem von Graben und Mauer geschützten Dorf im Ochsenfurter Gau 15 Handwerker ansässig. Am 21. Februar 1772 kaufte Pfeuffer von Philipp Brand, Schreinermeister und Propsteiuntertan von Neumünster in Würzburg, in Hopferstadt ein eigenes Anwesen. Am 17. März 1772 heiratete er in Hopferstadt die Bauerstochter Maria Catharina Schimmer aus Oellingen. Ab der Heirat gingen alle Aufträge aus diesem Dorf an Pfeuffer nach Hopferstadt, ebenso wie die Aufträge aus Gaukönigshofen und dem gesamten mittleren Ochsenfurter Gau, wo Pfeuffer durch seine früheren Tätigkeiten in der Werkstatt von Johann Georg Auwera bereits bekannt und eingeführt war. Durch die erhöhte Auftragslage konnte Pfeuffer in den Jahren 1773/74 Feldbesitz hinzukaufen. Auch erhielt Sohn Jörg eine höhrere Schulbildung. Am 26. März 1794 starb Pfeuffers Frau Maria Catharina im Alter von nur 47 Jahren. Michael Johann Pfeuffer starb am 8. Februar 1805 im 65. Lebensjahr und wurde am 10. Februar in Hopferstadt beerdigt.

Aus Johann Michael Pfeuffers Werk haben sich besonders viele Bildstöcke und Hausfiguren erhalten, da seine meisten Aufträge aus der bäuerlichen Schicht kamen, in die er eingeheiratet hatte. In seiner Zeit von 1764/65 bis 1772 in der Werkstatt von Johann Georg Auwera lässt sich der Anteil Pfeuffers nur sehr schwer feststellen. Johann Georg Auwera und Johann Michael Pfeuffer waren im Ochsenfurter Gau für lange Zeit die führenden Bildhauer des späten und späteren Rokoko.

Werke[Bearbeiten]

1773
Eichelsee: Kreuzschlepper auf der Langen Läng an der Straße nach Ochsenfurt
1776
Sächsenheim: Pietà in der Wegkapelle am Erlenbruch
1779
Gaukönigshofen: Heiliger Georg und Heilige Christine (jetzt Kirchplatz) [1]
1779
Gaukönigshofen: Heilige Walpurga und Heiliger Nepomuk an der Hauptstraße nahe des Kirchplatzes
1779
Gaukönigshofen: Maria Steinbach mit 2 Putten vor dem Anwesen Hauptstraße 13
1784
Wolkshausen: Immaculata mit 2 Engeln an der Fassade des Hauses Dorfstraße 17
1785
Rittershausen: Fassade der katholischen Pfarrkirche St. Matthäus: Heiliger Michael, darüber Kartusche mit Inschrift, links und rechts in langgezogenen Nischen jeweils ein Obelisk, am Fuß je eine Putte mit Schriftschild
1795
Oellingen: Grabplatte von Pfarrer Dr. Ignaz Neubauer an der katholischen Pfarrkirche St. Vitus
1796
Gaukönigshofen: 10 Urnen und 2 Pyramidenvasen auf der Freitreppe vor der katholischen Pfarrkirche Heilige Schutzengel und St. Jakobus der Ältere
1796
Acholshausen: Hausmadonna am Anwesen Hugo-Wilz-Straße 15
1798
Rittershausen: Pietà-Gruppe unter dem Kreuz im Friedhof bei der katholischen Pfarrkirche St. Matthäus
1800
Hopferstadt: Kruzifix mit der Heiligen Maria Magdalena (ein Totenkopf fehlt heute) auf dem Kirchvorplatz der katholischen Pfarrkirche St. Peter und Paul
1800
Rittershausen: Kreuzschlepper am Sammelgrab der Seelsorger im Friedhof bei der katholischen Pfarrkirche St. Matthäus
1801/02
Wolkshausen: Ölberg vor der katholischen Pfarrkirche St. Markus und Mariä Verkündigung

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen und Literatur[Bearbeiten]

  • Georg Menth: Die Bildhauerfamilie Auwera in Aub. Aubanusverlag, Wolfratshausen 1987, S. 277 ff.

Einzelnachweise und Erklärungen[Bearbeiten]

  1. Nach mündlicher Überlieferung die Namenspatrone der Auftraggeber Georg und Christine Engert und zum Dank nach überstandener schwerer Krankheit gesetzt; ursprünglich am Hoftor des südöstlich der Kirche benachbarten Anwesens. (Aus: Georg Menth: Baugeschichte der Pfarrkirche in Gaukönigshofen, in: Jubiläumsschrift Schutzengelkirche Gaukönigshofen, 14. Mai 1980, Pfarramt Gaukönigshofen)