Heilige Schutzengel und St. Jakobus der Ältere (Gaukönigshofen)

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Katholische Pfarrkirche Heilige Schutzengel und St. Jakobus der Ältere (Ansicht vom Kirchplatz)
Katholische Pfarrkirche Heilige Schutzengel und St. Jakobus der Ältere (Ansicht vom Friedhof)
Immaculata von Johann Georg Auwera (1770)
Schutzengelstatue von Leopold Kurzhammer (1729)

Die katholische Pfarreikirche Heilige Schutzengel und St. Jakobus der Ältere ist das Gotteshaus der Gemeinde Gaukönigshofen, gelegen am Kirchplatz nahe der Hauptstraße.

Patrozinium[Bearbeiten]

Die Gaukönigshöfer Pfarrkirche hat ein Doppelpatronat:

  1. Das Fest der Heiligen Schutzengel erinnert an das Wirken von Engeln, die Menschen im Leben begleiten und vor Schaden bewahren. Es haben nicht nur Menschen, sondern auch Königreiche und Staaten, Landstriche und Städte, Diözesen und Kirchen, Vereine und Familien Engel, die sie beschützen. Gedenktag ist der 2. Oktober.
  2. St. Jakobus der Ältere (* am See Gennesaret in Galiläa, dem heutigem Jam Kinneret in Israel, † um Ostern 43 in Jerusalem in Israel) Apostel Jesu und Märtyrer, älterer Bruder des Jüngers Johannes, beide gehörten zu den erstberufenen Jüngern. Patrozinium ist am 25. Juli.

Vorgeschichte[Bearbeiten]

Bereits 741/742 wird Gaukönigshofen in einer Schenkungsurkunde Karlmanns bzw. der Gründungsurkunde des Bistums Würzburg mit einer eigenen Kirche St. Martin erwähnt. Hier war der spätere Prämonstratenser-Abt Gottfried Hammerich in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts Ortspfarrer.

Geschichte[Bearbeiten]

Die auch als Dom vom Gau bezeichnete Kirche prägt durch ihre Lage am nordwestlichen Ortsrand das Bild des Altortes und ist weit über die Ebene des Ochsenfurter Gaues sichtbar. Der Rohbau wurde zwischen 1724 und 1730 unter Fürstbischof Christoph Franz von Hutten im Barockstil erstellt, die Pläne fertigte Balthasar Neumann; der aus Tirol stammende Baumeister Matthias Kolb, der bis dahin lediglich als Unternehmer am Bau der Residenz in Würzburg bekannt war, erstellte den Rohbau samt Turmuntergeschoss. Die Weihe der Kirche fand am 13. und 14. Mai 1730 durch den Würzburger Weihbischof Johann Bernhard Mayer statt.

Die Obergeschosse des Kirchturmes wurden erst 1738 errichtet. Wie die Ausstattung der Kirche zur Zeit der Weihe aussah, ist nicht bekannt. Es ist aber davon auszugehen, dass sie wohl eher provisorischer Art gewesen sein dürfte.

1743 vervollständigte Ferdinand Tietz den Hochaltar mit seinen Plastiken des Heiligen Petrus und Paulus. Den Stuckmarmoraufbau des Altars fertigte der aus Dießen am Ammersee stammende Stukkateuer Johann Peter Schaidthauf (1707 - 1794), ebenso die Seitenaltäre in den Jahren 1751/52. Das Altarblatt des Hochaltars ist an diesem Platz die dritte bildliche Darstellung eines Schutzengels. Das erste Bild, das der aus Verona stammende Maler Giuseppe Gru (1715 - ca. 1775) 1743 geschaffen hat, wurde bereits 38 Jahre später entfernt. Ab dem Jahr 1781 schmückte das Schutzengelbild des Würzburger Hofmalers Nikolaus Treu (1734 - 1786) für 70 Jahre den Hochaltar bevor es 1851 durch das jetzige Bild des Malers Andreas Leimgrub (1817 - 1890) ersetzt wurde. [1] Die Altarblätter der beiden Seitenaltäre malte Matthäus Günther (1705 - 1788).

Die neue Orgel aus dem Jahre 1764 stammt aus der Werkstatt des Würzburger Hoforgelmachers Johann Philipp Seuffert. Die Kanzel sowie die Statuen der Seitenaltäre kamen 1765/66 vom Auber Bildhauer Johann Georg Auwera. Die Fassung von Kanzel und Seitenaltären wurden 1768 von den beiden Würzburgern Vergoldern Christoph Balling und Johann Valentin Golch geschaffen. Die Muschelnische der Fassade ziert heute noch eine Sandsteinfigur der Immaculata aus der Werkstatt von Johann Georg Auwera.

1775 entschloss man sich zu einer Neustuckierung der alten Decke, die bereits seit 1741 Schäden zeigte. Die Vorschläge hierzu unterbreitete der Würzburger Oberbaurat Johann Philipp Geigel. Die Planung legte man in die Hände des Würzburger Hofstuckateurs Materno Bossi. Da Materno zu dieser Zeit mit der Stuckierung der Ingelheimzimmer in der Würzburger Residenz (1776/78) und der Abteikirche des Zisterzienserklosters Ebrach (1778/91) beschäftigt war, hat er nur die Planung, nicht aber die Ausführung übernommen. Die Arbeiten wurden von Maternos Bruder Agostino Bossi (1740-1799) und vom Maler Johannes Andreas Urlaub in den Jahren 1776/77 über einen Zeitraum von 80 Wochen ausgeführt. Von Johannes Andreas Urlaub stammt auch das Langhaus- und Chorfresko. Im Zuge dieser Prachtrenovierung wurden die beiden Seitenaltäre durch Pyramidenaufsätze erhöht und der Hochaltar verbreitert.

Die erst 1919 von Heinz Schiestl geschaffenen Holzreliefs des Kreuzweges nehmen stilistisch Bezug auf die Apostelmedaillons der Brüder Bossi.

Baubeschreibung[Bearbeiten]

Die katholische Pfarrkirche erhebt sich, etwas zurückgesetzt, auf einer kleinen Anhöhe weithin sichtbar im Ochsenfurter Gau. Das Hauptgeschoss wird durch vier Pilaster gegliedert. Das mittige Portal trägt im Segmentgiebel das heraldisch gefasste Wappen von Fürstbischof Christoph Franz von Hutten, ein Werk von Andreas Brell aus den Jahren 1728/29. Die Immaculata in der Nische darüber wurde 1770 von Johann Georg Auwera geschaffen. Den Giebelfirst bekrönt eine Gruppe des Schutzengels mit Kind, eine Plastik von Leopold Kurzhammer aus den Jahren 1729/30. [2] Ebenso fertigte er die Pinienzapfen an der Fassade. Die Treppenanlage im klassizistischen Stil schuf 1796 Martin Höfer, die zierenden Urnen und Vasen fertigte Johann Michael Pfeuffer aus Hopferstadt.

Über einer Sockelzone gliedern jeweils vier Fenster, die bei der Renovierung 1776/77 vergrößert wurden, die Langhauswände. An der Ostseite befindet sich die zweigeschossige Sakristei und im nördlichen Chorwinkel der Turm mit seinem massiven Untergeschoss. Die Obergeschosse des Turms wurden erst 1738 errichtet. Sie sind zum Achteck abgeschrägt und erfahren über einem hohen Sockel eine Akzentuierung durch Doppelpilaster. Die Welsche Haube geht in eine Laterne über und endet in einer Zwiebel.

Bildergalerie Kirchenraum[Bearbeiten]

Altäre, Kanzel, Taufbecken, Orgel[Bearbeiten]

Gemälde[Bearbeiten]

Geläut[Bearbeiten]

Im Kirchturm befinden sich vier Glocken:

  1. Schutzengelglocke, Schlagton d', 1.400 kg
  2. Marienglocke, Schlagton f', 800 kg
  3. Jakobusglocke, Schlagton g', 600 kg
  4. Josefsglocke, Schlagton b', aus dem alten Geläute.
Die ersten drei Glocken wurden 1950 bei der Fa. Czudnochowsky/Würzburg-Heidingsfeld gegossen.

Wallfahrt[Bearbeiten]

Das Gotteshaus von Gaukönigshofen liegt am Fränkisch-Schwäbischen Jakobsweg von Würzburg über Rothenburg ob der Tauber nach Ulm.

Pfarrgebiet[Bearbeiten]

Die Pfarrei Heilige Schutzengel und St. Jakobus der Ältere ist für die katholischen Christen in Gaukönigshofen zuständig. Zu ihr gehört auch die Kuratie St. Laurentius im Ortsteil Eichelsee.

Pfarreiengemeinschaft[Bearbeiten]

Die Pfarrei Heilige Schutzengel und St. Jakobus der Ältere gehört zur Pfarreiengemeinschaft „Zu den Schutzengeln im Gau“.

Seelsorger (Auszug)[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen und Literatur[Bearbeiten]

  • Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, Baudenkmäler in Gaukönigshofen, Nr. D-6-79-134-15
  • Gaukönigshofen. 1. Auflage 1996, Kunstverlag Josef Fink, Lindenberg
  • Gaukönigshofen. Pfarrkirche Heilige Schutzengel und hl. Jakobus der Ältere. 2. Auflage 2014, Kunstverlag Josef Fink, Lindenberg
  • Georg Menth: Die Bildhauerfamilie Auwera in Aub. Aubanusverlag, Wolfratshausen 1987
  • Pfarrei Gaukönigshofen. In: Realschematismus der Diözese Würzburg. Dekanat Ochsenfurt. 1991, S. 45 ff.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise und Erläuterungen[Bearbeiten]

  1. Main-Post: „Schutzengel für den Gau-Dom“ (21. November 2014)
  2. Die heutige Totalvergoldung der Skulptur ist nicht original, sondern sie war mit „Öhl“ und „8 Pfund bley weis“ angestrichen.

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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