Ingolstadt in Unterfranken

Aus WürzburgWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Ingolstadt in Unterfranken
Ortstyp Ortsteil
Gemeinde Giebelstadt
Landkreis Würzburg
Regierungsbezirk Unterfranken
Freistaat Bayern
Land Deutschland
Kfz-Kennzeichen WÜ / OCH
Einwohner 259 (2015)
Eingemeindung 1. Mai 1978
Ingolstadt, Ludwig-Bauer-Straße
Kuratiekirche Unbefleckte Empfängnis Mariens in Ingolstadt
Bolzplatz
Seelein am Ortsrand

Ingolstadt in Unterfranken ist ein Ortsteil der Gemeinde Giebelstadt im Landkreis Würzburg.

Geografische Lage[Bearbeiten]

Ingolstadt liegt westlich der Bundesstraße 19 an der Gemarkungsgrenze zu Geroldshausen.

Namensherkunft[Bearbeiten]

Der Ortsname Ingolstadt setzt sich aus dem in vielen Variationen vorkommenden, fränkischen Personennamen Ingold und Stadt zusammen. Der Name Ingold wurde Bestandteil zahlreicher Orts- und Flurnamen im Stammgebiet der Franken am Niederrhein und in der Eifel ebenso wie in den von den Franken unterworfenen Gebieten, in der Pfalz, im Elsaß und in „Ostfranken“.

Geschichte[Bearbeiten]

Erstmals schriftlich erwähnt wurde Ingolstadt im Jahr 908 anlässlich der Babenberger Fehde, als deren Ergebnis der Erzbischof von Mainz vom ostfränkischen König Ludwig IV. das Kind das Dorf als Geschenk bekam. Im 12. Jahrhundert treten die edelfreien Herren von Zimmern (Burg abgegangen; bei Grünsfeld) und die edelfreien Herren von Ingolstadt neben anderen Adelsgeschlechtern als Wohltäter in Erscheinung. 1153 wird Hertwidus von Ingolstadt genannt, der Besitz an das als Doppelkloster des Prämonstratenserordens gegründete Kloster Tückelhausen verkaufte. Im 13. Jahrhundert ist Ingolstadt als Besitz des Bischofs von Würzburg erstmals urkundlich belegt. Bei dieser Gelegenheit dürfte auch die Pfarrkirche zu Ingolstadt in den Besitz des Fürstbischofs von Würzburg gekommen sein. Die Pfarrei Ingolstadt ist in der ersten uns erhaltenen Diözesenbeschreibung (im 14. Jahrhunderts) eine dem Fürstbischof direkt unterstellte Pfarrei. Am 19. August 1345 verkauft Kraft von Hohenlohe die Hohe Gerichtsbarkeit einschließlich der Vogteirechte und ihren gesamten Besitz in Allersheim, Ingolstadt und Sulzdorf an Lupold von Babenberg und Domherr Eberhard von Hirschhorn.

Aus wirtschaftlichen Gründen veräußerte das Kloster Tückelhausen in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts ein Hofgut zu Ingolstadt an das Kloster Oberzell, das zur Mitte des 14. Jahrhunderts von dem in Ingolstadt sitzenden Rittergeschlecht der Geyer von Giebelstadt erworben wurde. Walter Geyer von Ingolstadt und Hans Geyer von Ingolstadt sind die ersten Angehörigen jenes Geschlechtes, das über einen Zeitraum von mehr als 400 Jahren die Geschicke Ingolstadts prägte. Die Geyer besaßen die Vogteirechte des Dorfes, hatten zwei Fünftel des Dorfes in Besitz und nahmen als Mitbesitzer des Zehnts großen Einfluss auf die Maßnahmen des Patronatsherrn von Ingolstadt, des Fürstbischofs von Würzburg.

Während des Bauernkrieges spielte Ingolstadt im Sommer 1525 in der Regionalgeschichte Frankens eine wichtige Rolle. Nachdem die fränkischen Bauern die Festung Marienberg in Würzburg im Frühsommer 1525 vergeblich belagerten und ein Teil der Bauern am 2. Juni 1525 die Schlacht bei Königshofen gegen das Heer des Schwäbischen Bundes verlor, fand auf den Feldern zwischen Ingolstadt und Sulzdorf am 4. Juni die Schlacht von Ingolstadt als letzte Schlacht des Bauernkrieges in Franken statt. Mit der Niederlage der Bauern in dieser Schlacht endeten die Kriegshandlungen.

Mit dem Tod von Konrad Geyer von Giebelstadt zu Ingolstadt am 1. November 1601 starb die Geyer’sche Seitenlinie „von Ingolstadt“ aus. Das Geschlecht der Geyer von Giebelstadt wurde 1685 in den Reichsgrafenstand erhoben und starb 1708 mit Graf Heinrich Wolfgang Geyer von Giebelstadt zu Goldbach aus. Mit dem Aussterben des Geschlechts kam der geyersche Teil Ingolstadts unter preußische Herrschaft. Durch Herrschaftsverzicht des letzten ansbach-brandenburgischen Markgrafen, Christian Karl Alexander von Brandenburg-Ansbach, fiel der vormals Geyersche Besitz in Ingolstadt an den König Friedrich Wilhelm I. von Preussen. Während der napoleonischen Zeit (1803) trat Preußen seine Mitherrschaftsrechte in Giebelstadt, Ingolstadt und Goßmannsdorf an das Königreich Bayern ab. Diese Gebiete wurden 1806 dem Großherzogtum Würzburg und nach dessen Auflösung 1814 endgültig dem Königreich Bayern zugeschlagen.

Mit dem Gemeindeedikt gehörte Ingolstadt ab 1804 als selbständige Gemeinde mit seinem Ortsteil Kauzenmühle zum Landgericht und Rentamt Würzburg jenseits des Mains. 1862 wurde es dem Bezirksamt Ochsenfurt und späteren Landkreis Ochsenfurt zugeteilt, bis es mit dessen Auflösung 1972 wieder zum Landkreis Würzburg kam. Am 1. Mai 1978 wurde das Dorf Ingolstadt in die Marktgemeinde Giebelstadt eingemeindet.

Sehenswertes[Bearbeiten]

  • Dorfplatz mit Dorfbrunnen und Alter Schmiede: Zentral in Ingolstadt befindet sich der 2006 vom Musik- und Bürgerverein Ingolstadt ganzheitlich umgestaltete Dorfplatz. Der Ortsmittelpunkt ist geprägt vom heimischen Muschelkalk: Im Nordosten kann die renovierte Alte Schmiede mit dazugehörigem Inventar zugleich als Unterstellhalle der Bushaltestelle Ingolstadt genutzt werden. Zentral auf dem Platz steht ein figürlicher Brunnen: Vom Eimer des Schmieds fließt das Wasser in ein kleines rundes Bassin. Davor steht in Richtung Ludwig-Bauer-Straße ein einfacher Schöpfbrunnen. Die Platzkante ist mit Bruchsteinmauern gerahmt, in die wiederum Sandsteinreliefs eingearbeitet sind. Diese zeigen das Wappen sowie die Burg der Geyer von Giebelstadt und greifen mit den „Dorfherren von Ingolstadt“ ein wichtiges Kapitel der Ortsgeschichte auf. Sitzgelegenheiten laden zum Verweilen ein.
  • Filialkirche Unbefleckte Empfängnis Mariens
  • Ehemaliges Gutshaus an der Schloßstraße 2 mit Einfahrt und Pfeilerbrunnen, erste Hälfte des 19. Jahrhunderts: Ein sehenswerter, zweigeschossiger Bruchsteinbau mit Kniestock und Satteldach in klassizistischer Bauweise, heute in Privatbesitz.

Religion[Bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten]

Bekannte Persönlichkeiten[Bearbeiten]

ÖPNV[Bearbeiten]

Bus.png Nächste Bushaltestelle: Ingolstadt/Ort
Eisenbahn.png Nächste Bahnstation: Geroldshausen


Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

Die Karte wird geladen …