Oellingen

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Oellingen
Ortstyp Ortsteil
Gemeinde Gelchsheim
Verwaltungsgemeinschaft Verwaltungsgemeinschaft Aub
Landkreis Würzburg
Regierungsbezirk Unterfranken
Freistaat Bayern
Land Deutschland
Kfz-Kennzeichen WÜ / OCH
Einwohner 200
Eingemeindung 1. Mai 1978
Blick auf Oellingen
Katholische Pfarrkirche St. Vitus im Gelchsheimer Ortsteil Oellingen

Oellingen ist ein Ortsteil der Marktgemeinde Gelchsheim im Landkreis Würzburg.

Geografie

Geografische Lage

Gelegen im Ochsenfurter Gau an der Staatsstraße 2269 von Ochsenfurt nach Aub an der Grenze zum Regierungsbezirk Mittelfranken.

Geschichte

Vor- und frühgeschichtliche Funde im Umgriff des Ortes belegen, dass es rund um Oellingen schon sehr lange Siedlungstätigkeiten gab. Oellingen selbst ist eine vorfränkische Siedlung und dürfte um 350 nach Christus von den Alemannen gegründet worden sein. Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes als „Ollinga“ geht auf das Jahr 972 zurück: Am 7. Oktober 972 schenkte Kaiser Otto I. der Große auf Bitten seiner Gattin Adelheid das Eigengut Bolzhausen und den Besitz des Grafen Eberhard in Oellingen der Äbtissin Gerbig von Gendersheim. 1015 wurde Oellingen unter Kaiser Heinrich II. bambergisch und kam als Reichslehen an das Kloster Michelsberg. Drei Urkunden aus den Jahren 1370, 1377 und zuletzt 1409 als Burgstall belegen, dass es im Mittelalter eine Wasserburg am südwestlichen Ortsrand südlich des Weihers gab. Wann und warum die Burg zerstört wurde ist nicht überliefert. Letzte Zeugnisse der Burg (grabenartige, sumpfige Vertiefungen) wurden 1935 im Zuge der Flurbereinigung restlos entfernt.

1602 ging Oellingen an das Hochstift Würzburg und bekam eine Gemeindeordnung. In der weiteren Entwicklung erfuhr Oellingen immer wieder Rückschläge: Während des Dreißigjährigen Kriegs wurde der Ort mehrmals geplündert, 1688 brandschatzten die Franzosen den Ort und 1866 wurde Oellingen im Rahmen des Bruderkriegs von den Preußen besetzt.

Ein dunkles Kapitel ist für den Ort auch die Zeit des Nationalsozialismus: Ab 1934 entstand westlich von Oellingen der Fliegerhorst Gelchsheim, von dem aus Angriffe auf England geflogen wurden. Einige Baracken wurden unmittelbar am westlichen Ortsrand errichtet. Am 4. April schossen amerikanische Panzer in Kombination mit Fliegerangriffen das Dorf aufgrund eines aussichtslosen deutschen Widerstandes in Brand. Oellingen wurde zu etwa 40% zerstört. Nach 1945 fanden viele Heimatvertriebene und Flüchtlinge in Oellingen eine neue Heimat. 1978 verlor der Ort seine Selbstständigkeit.

Namensherkunft

Nach den Erkenntnissen der Ortsnamenforschung sind die „-ingen“ Orte als alemannisch-schwäbisch zu betrachten. „Ingen“ bedeutet soviel wie „Sippensiedlung“. Mit diesem Grundwort ist meist ein Personenname verbunden, der des Siedlungsführers und -gründers. So ist z. B. im Ortsnamen „Oellingen“ (Otilingen) der Personenname „Odilo“ enthalten.

Bevölkerung

Religion

Sehenswertes

► Siehe Baudenkmäler in Oellingen

Vereine

Wirtschaft und Infrastruktur

Gastronomie

  • Vereinsheim Oellingen (Osthäuser Str. 4)

Unternehmen

ÖPNV

Durch Oellingen verkehren die Buslinien 428 (Marktbreit-Bieberehren) und 8088 (Rothenburg-Weikersheim). Im benachbarten Gelchsheim halten der MaintalSprinter und die Buslinie 422 nach Würzburg.


Siehe auch

Quellen

Das Kapitel Geschichte basiert auf einer Zusammenfassung von Peter Högler in der Ortschronik Gelchsheim im Ochsenfurter Gau mit seinen Ortsteilen Oellingen und Osthausen. Hrsg.: Marktgemeinde Gelchsheim, 1985, S. 333 f.

Weblinks

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