St. Laurentius (Eichelsee)

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Dorfplatz mit Kuratie St. Laurentius in Eichelsee
Kuratie St. Laurentius mit Kirchturm

Die Kuratie St. Laurentius ist das katholische Gotteshaus des Gaukönigshofener Ortsteils Eichelsee.

Patrozinium

Die Kirche ist dem Heiligen Laurentius von Rom geweiht (* in Osca (Spanien) oder Laurentum; † 10. August 258 in Rom). Er war zur Zeit von Papst Sixtus II. römischer Diakon und starb als christlicher Märtyrer. Patrozinium ist am 10. August.

Geschichte

Die katholische Chorturmkirche ist ursprünglich gotisch. Die Turmerhöhung und der Turmhelm wurden um 1600 errichtet.

1764 ist in der Chronik der Pfarrei Gaukönigshofen vermerkt, dass am 25. Juli ein Mann aus Eichelsee zum damaligen Gaukönigshofener Pfarrer Erwin Immer, einem Prämonstratenserpater des Klosters Oberzell kam und ihm berichtete, dass die Decke im Eichelseer Gotteshaus herabgesunken und auf die Kanzel gefallen war. Der desolate Zustand der Kirche in Eichelsee war in Gaukönigshofen bereits länger bekannt, jedoch war man in der Mutterpfarrei zu sehr mit dem eigenen Kirchenneubau beschäftigt. Dieser zog sich damals schon vierzig Jahre hin und gerade hatte man begonnen mit der sogenannten „Prachtrenovierung“ die Schutzengelkirche zur Vollendung zu bringen.

Die Verhältnisse in Eichelsee musste auch der Vorgänger von Pater Erwin Immer OPraem, Valentin Langenberger (1740-1763), gekannt haben, denn er hatte den Kapitalstock für die Filiale während seiner Wirkungszeit in weiser Voraussicht von 700 fl [1] auf 1.500 fl erhöht. Pfarrer Immer konnte daher sofort handeln und meldete den Schaden in der Eichelseer Kirche umgehend dem Abt des Klosters Oberzell, Oswald Loschert, der umgehend nachfragte, welche Maßnahmen Pfarrer Immer für die Eichelseer Kirche vorschlage. Pfarrer Immer war für einen Neubau des Gotteshauses und wünschte sich als Planfertiger den damals bekannten „Baubruder Martin“, der die Arbeiten am Konventbau des Klosters Oberzell nach dem Tode von Balthasar Neumann selbständig weitergeführt hatte. Im gleichen Schreiben erinnerte er den Abt daran, dass dieser „in dem Filial Eichelsee Dezimator Suo universalis“ war, also ihm persönlich alle Zehnteinnahmen, die aus Eichelsee nach Oberzell geleistet wurden, zustanden. Damit begründete er die Bitte um die finanzielle Unterstützung durch den Abt persönlich weniger für das Kirchengebäude als vielmehr für einen neuen Hochaltar.

Nach einer Bauzeit von nur sieben Monaten war das neue Langhaus der Kirche fertig. Da die Kirche nur teilweise und nicht vollkommen neu erbaut worden war, war eine Weihe nicht nötig, sondern lediglich eine Benediktion, die am 28. Oktober 1765 stattfand.

Innenraum

  • Ein ganzes Jahr waren der Vorgängeraltar und das alte Kirchengestühl noch in Gebrauch, ehe am 8. Oktober 1766 die neue Prachtkanzel von Daniel Köhler aus Würzburg und am 8. November 1766 der neue Hochaltar von Johann Georg Auwera aus Aub eintrafen. Der Hochaltar wurde von Abt Oswald Loschert gestiftet. Sein Wappen, geschnitzt von Johann Georg Auwera, befindet sich noch heute im Chorbogen. Die beiden Seitenaltäre schuf Johann Georg Auwera in den Jahren 1767 und 1768. Das Altarblatt des Hochaltares aus dem 19. Jahrhundert zeigt den Kirchenpatron St. Laurentius, links eine Statue des Hl. Stephanus, rechts der Hl. Cyriakus.
  • Linker Seitenaltar: Marienaltar, Altarblatt von Eulogius Böhler aus dem Jahre 1917 und die unbefleckt empfangene Jungfrau Maria darstellend, links eine Statue des Hl. Valentin, rechts des Hl. Nikolaus.
  • Rechter Seitenaltar: Josefsaltar, Altarblatt von Eulogius Böhler aus dem Jahre 1917 und den Nährvater Josef darstellend, links eine Statue des Hl. Jakobus d. Ä., rechts des Hl. Nepomuk.
1951 wurden die schönen Rokokoaltäre in ihrer ursprünglichen Form wieder freigelegt. Die Altäre waren früher abgeändert worden. [2] Das Rokokogebäude wurde mit der Renovierung 1976-1982 erweitert und erhielt 1995 einen Volksaltar.
  • Der Maler der Deckenfresken, im Chor die Krönung Mariens, im Schiff die Geburt Christi, ist wahrscheinlich F. Drießler aus Lohr. Die Kreuzwegbildet malte Eulogius Böhler.

Bildergalerie

Geläut

Von den vier Glocken im Turm wurden drei (große und kleine Stahlglocke, Bronzeglocke von 1736) 1950 von der Pfarrei St. Martin in Herrieden bei Ansbach gekauft. In den 2000er Jahren wurde den beiden Eisenglocken keine lange Lebensdauer bescheinigt und wohl auch aus harmonischen Gründen (Tritonus b' e) zum Austausch derer geraten. Zu diesem Anlass schuf die Passauer Glockengießerei Perner drei neue Bronzeglocken zur Ergänzung und Entlastung der beiden vorhandenen, älteren Glocken. Diese sind klanglich recht gelungen und fügen sich zufriedenstellend mit dem Altbestand zusammen.

  • Gl. 1 | Christusglocke | a' | 475 kg | 895 mm | Rudolf Perner, Passau (2012)
  • Gl. 2 | Laurentiusglocke | c | 273 kg | 742 mm | Rudolf Perner, Passau (2012)
  • Gl. 3 | Marienglocke | d | 200 kg | C. Arnold, Fulda (1736)
  • Gl. 4 | Phillipus- und Andreasglocke | e | 150 kg | Gebr. Klaus, Heidingsfeld (1899)
  • Gl. 5 | Josefsglocke | g | 83 kg | 496 mm | Rudolf Perner, Passau (2012)

Glockengeläut (Video)

„Eichelsee (WÜ) Die Glocken der kath. Pfarrkirche Sankt Laurentius (Turmaufnahme)“ von glockenzeit

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Pfarrgebiet

Die Kuratie St. Laurentius gehört zur Pfarrei Heilige Schutzengel und St. Jakobus der Ältere (Gaukönigshofen).

Pfarreiengemeinschaft

Die Kuratie St. Laurentius in Eichelsee gehört zur Pfarreiengemeinschaft „Zu den Schutzengeln im Gau“.

Seelsorger (Auszug)

Siehe auch

Quellen und Literatur

  • Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, Baudenkmäler in Gaukönigshofen, Nr. D-6-79-134-55
  • Gerhard Schwarz: 1765 - 2015. 250jähriges Jubiläum der Neuerrichtung des Langhauses der Kuratiekirche St. Laurentius Eichelsee. (Jubiläumsschrift)
  • Kuratie Eichelsee. In: Realschematismus der Diözese Würzburg. Dekanat Ochsenfurt. 1991, S. 48 ff.

Weblinks

Erläuterungen und Einzelnachweise

  1. fl = Florin (Gulden). Siehe auch bei Wikipedia [1].
  2. Main-Post: „Altäre in ihrer alten Form freigelegt“ (17. November 1951)

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