Hans Rappolt

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Hans Rappolt (auch: Rappold) (* zwischen 1565 und 1570 in Gaukönigshofen; † 30. Januar 1611 ebenda) war Steinmetz und Bildhauer sakraler Kunstwerke im südlichen Landkreis Würzburg.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Hans Rappolt wurde vermutlich zwischen 1565 und 1570 als Sohn des Georg Rappolt geboren. Seine Familie waren Untertanen des Hochstifts Würzburg. Über seine Jugend ist nichts bekannt. Im Jahre 1586 tauchte Rappolt als Untertan des Hochstifts mit einem Vermögen von 100 fl auf. Er ging bei einem Meister Claas in Würzburg in die Steinmetzlehre und erschuf anschließend Kunstwerke im Ochsenfurter Gau. Nach einem Bildstock im Jahre 1588 in Wolkshausen schuf er 1589 den Taufstein in der katholischen Pfarrkirche in Goßmannsdorf. Danach folgten bis 1593 weitere Bildstöcke. 1596 schuf er den Taufstein für die Kirche in Giebelstadt. In diesen Jahren und danach sind keine Aufzeichnungen über das Erschaffen von Bildstöcken vorhanden. Scheinbar hatte er sich ganz auf die Herstellung von Taufsteinen spezialisiert. Seine letzte bekannte Arbeit ist der spätgotische Taufstein in der Acholshäuser Kirche, der von Pfarrer Rakowitz nach Tückelhausen gebracht wurde.

Am 10. November 1601 vermählte sich Rappolt mit Margaretha Schneider. Die gebar ihm vier Kinder bevor sie vermutlich 1611 starb. Kurz darauf verheiratete er sich mit Amalia Prommer. Rappolt wirkte mindestens von 1588 bis 1609.

Zum Stil Rappolts[Bearbeiten]

Rappolt hinkte e der Mode der Renaissance mit seinen Werken hinterher. Er wendete immer noch starre architektonische, nach linearem Aufbau gestaltete Frührenaissancekunst an, während in Würzburg in vergleichbaren Arbeiten etwa schon Voluten verwendet wurden. Interessanterweise verwendete er auch noch Stilelemente der Gotik, wie etwa das kühn geschwungene gotische Lendentüchlein am Heiland. Auch die Verwendung des leicht durchhängenden Dreiecksgiebels bei den Bildstöcken in Euerhausen und Gaukönigshofen steht eher in gotischer Tradition. Dennoch setzte er in diese Werke keine gotischen Krabben, sondern zeitgenössische Blütenrosetten ein. Man kann also von einer tatsächlichen Formmischung von Gotik und Renaissance sprechen. Eben dies verleiht seinen Kunstwerken ihre interessante Schönheit.

Als Motive verwendete Rappolt ausschließlich Kreuzigungsmotive mit Maria und Johannes, was einen weiteren Bezug zur Gotik darstellt. Im Vergleich mit Bildhauern des 18. Jahrhunderts wirken seine Figuren als derbe, gedrungene Erscheinungen mit groben Faltenwürfen. Bedenkt man jedoch, dass er aus dem unfreien Bauernstand stammte, stellen seine kulturellen Werke eine hohe Kunst im ländlichen Raum dar und bestechen durch ihre Formvermischung.

Werke im Landkreis Würzburg (Auszug)[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen und Literatur[Bearbeiten]

  • Reinhold Bickel: „Der Steinmetz Hans Rapold aus Gaukönigshofen und sein Sohn Kilian“ (erschienen in der Ochsenfurter Zeitung vom 7. Juli 1951)
  • Georg Menig: Leben und Wirken des Gaukönigshöfer Bildhauers und Steinmetzes Hans Rappolt. Archiv der Gemeinde Gaukönigshofen
  • Andreas Niedermayer: Kunstgeschichte der Stadt Wirzburg. Eigenverlag (Druck: Bonitas-Bauer), Würzburg und Frankfurt am Main, 1860, S. 247

Weblinks[Bearbeiten]