Liste der Würzburger Domherren

Aus WürzburgWiki
(Weitergeleitet von Domherr)
Wechseln zu: Navigation, Suche

Domherren im Bistum Würzburg von 960 bis 1803 in den Ämtern als Dompropst, Domdekan oder Domkanoniker.

Aufgaben eines Dompropstes in Würzburg[Bearbeiten]

Der Dompropst gehört wie der Domdekan zu den zwei Dignitäten – vom lateinischen Wort für Würde – in den Reihen der Mitglieder des Würzburger Domkapitels. Der Dompropst steht an der Spitze des Domkapitels. Er ist Vorsitzender des Domkapitels, leitet die Kapitelsitzungen und vertritt es nach außen und innen. Der Dompropst wird vom Bischof nach Anhörung des Kapitels ernannt. Er hat den Vorrang im Domkapitel und vertritt den Bischof bei Gottesdiensten im Dom.

Dompröpste[Bearbeiten]

 Name  von  bis  Bemerkungen
Poppo I. 960 2. März 961 Burggraf zu Würzburg um das Jahr 960
Bernolf 1057 hat 1057 den Installations-Brief des Bischofs Adalbero für die Mönche im Benediktinerkloster St. Stephan mit unterschrieben
Dietmar 1065 um 1065
Rupert 1090 1104 um 1090, hat 1097, 1100, 1103 und 1104 verschiedene Schenkungs-Briefe an das St. Stephans-Kloster mit seiner Unterschrift bekräftigt, und ist 1104 Bischof geworden
Poppo IV. 1130 ab 1137 Domvogt, ab 1144 Burggraf in Würzburg
Rudolf 1131 um 1131, da er dem Stift Fulda einige Landgüter in Bonlanden und Hundsfeld und einen Weinberg in Hammelburg geschenkt hat
Estenfeld, Otto von 1133 1148 unterschrieb 1133 das Rundschreiben, welches der Bischof Embricho wegen des Wiederaufbaus des Würzburger Doms an die Geistlichkeit und Landeseinwohner hatte gehen lassen. Er stiftete 1140 das Hospital zu St. Theodorich in Würzburg und 1144 besiegelte er den Übergabe-Brief, welchen der Bischof Embricho an das Kloster St. Stephan ausgestellt hatte.
Gebhard 1148 1160 um 1150
Höchheim, Herold von 1160 1165 um 1160, wurde 1165 zum Bischof gewählt
Richulf 1168 1180 unterschrieb 1168 das Diplom Kaiser Friedrich Barbarossas, darin er dem Würzburger Bistum die Privilegien und die Rechte des Herzogtums von (Ost-)Franken bestätigte
Spitzenberg, Gottfried von 1180 1184 um 1180, wurde 1184 zum Bischof gewählt
Gottfried II. 1192 1196 seit 1196 Bischof von Würzburg
Lobdeburg, Otto I. von 1200 1207 um 1200, wurde 1207 Bischof
Castell, Markward zu 1238 1254 auch Stiftspropst in Ansbach
Wechmar, Heinrich II. von 25. Januar 1288 10. Februar 1309 erster Besitzer der Kurie Augsburg
Grumbach, Berthold von 1327 1331 Bruder von Bischof Wolfram von Grumbach
Heßberg, Albrecht III. von 1332 22. Oktober 1382 war von 1372 bis 1376 Gegenbischof in Würzburg
Löwenstein, Rudolf von 1381
Bibra, Kilian von 1483 1486 danach Generalvikar bis zu seinem Tod
Giech, Georg von 1495 8. Mai 1501
Picolomini, Francesco Todeschini 1501 1502 Papst Pius III. 1503
Brandenburg-Ansbach, Friedrich von 1536 Markgraf
Hutten, Moritz von 1536 1540 Fürstbischof von Eichstätt
Kere, Richard von der 1562 1583
Thüngen, Neidhard von 1583 1591 Fürstbischof von Bamberg 1591-1598
Aschhausen, Johann Gottfried von 19. April 1610 5. Oktober 1617 seit 1617 Fürstbischof von Würzburg
Thüngen, Konrad Friedrich von 28. Mai 1618 3. April 1629
Dornheim, Johann Georg II. Fuchs von 30. Mai 1629 29. Mai 1633 Fürstbischof von Bamberg 1623-1633
Würzburg, Hieronymus von 1634 1651
Stomberg, Franz Ludwig Faust von 25. März 1651 22. Oktober 1673
Dernbach, Peter Philipp von 4. Dezember 1673 27. Mai 1675 seit 1675 Fürstbischof von Würzburg
Stadion, Franz Konrad von 23. September 1675 1685 auch Dompropst zu Bamberg
Rieneck, Karl Friedrich Voit von 18. Juni 1685 19. August 1703 Domdechant zu Bamberg
Schönborn, Johann Philipp Franz von 14. Dezember 1704 19. November 1719 seit 1719 Fürstbischof von Würzburg
Dornheim, Johann Philipp Fuchs von 18. Dezember 1719 20. Juni 1727 zuvor Domkanoniker und Stiftspropst in Neumünster
Schönborn, Friedrich Karl von 28. Juli 1727 18. Mai 1729 seit 1729 Fürstbischof von Würzburg
Frankenstein, Johann Philipp Ludwig Ignaz von 13. April 1757 14. April 1800
Reinach, Franz Anton Jakob von 4. November 1821 1. Mai 1830 erster Dompropst nach der Säkularisation

Aufgaben eines Domdekans in Würzburg[Bearbeiten]

Die Aufgaben des Domdekans als zweitem Dignitär umfassen unter anderem die disziplinäre Aufsicht in Angelegenheiten des Domkapitels und die Verantwortung für Liturgie und Musik im Dom. Bei Abwesenheit des Dompropstes vertritt er diesen als Vorsitzenden des Domkapitels. Er wird vom Kapitel gewählt und durch den Bischof bestätigt. Sein Stellvertreter ist der jeweils dienstälteste Domkapitular.

Domdechanten / Domdekane[Bearbeiten]

 Name  von  bis  Bemerkungen
Meginhard 1098 1103 danach Dompropst
Sternberg, Berthold von 28. Juni 1262 17. Juni 1270 ab 1271 Fürstbischof von Würzburg
Thalheim, Albert von 1284 1288
Hürnheim, Rudolph von 1. Juli 1288 1309 Magister und Offizial ab 1277
Faimingen, Friedrich Spät von 1309 Mai 1309 seit 1309 Bischof von Augsburg
Riedern, Eberhard von 1314 27. Oktober 1350
Tann, Karl von der 20. Dezember 1507 20. Dezember 1509
Stein zu Altenstein, Thomas 22. Dezember 1509 23. Juni 1520 ab 1517 auch Stiftspropst in St. Burkard
Aufseß, Peter von 3. Juli 1520 19. April 1522
Thüngen, Konrad Friedrich von 1. Januar 1611 28. Mai 1618 seit 1618 Dompropst
Ehrenberg, Philipp Adolf von 29. Januar 1619 6. Februar 1623 seit 1623 Fürstbischof von Würzburg
Wiesenthau, Georg von 1623 8. August 1627
Wernau, Veit Gottfried von 1627 25. Oktober 1649
Rosenbach, Johann Hartmann von 1649 13. März 1673 seit 1673 Fürstbischof von Würzburg
Rosenbach, Franz Christoph von 28. März 1673 23. März 1687 seit 1672 Propst am Stift Neumünster
Stadion, Georg Heinrich von 29. April 1687 5. Januar 1716
Hutten, Christoph Franz von 12. November 1716 14. November 1724 seit 1724 Fürstbischof von Würzburg
Groß zu Trockau, Otto Philipp Erhard Ernst von 30. Juni 1756 29. November 1779 ab 1759 Propst in Stift Haug
Zobel, Johann Philipp von 2. Oktober 1788 20. August 1796
Gebsattel, Lothar Anselm von 22. November 1796 1803 ab 1818 Erzbischof von München und Freising

Aufgaben eines Kanonikers[Bearbeiten]

Kanoniker sind Geistliche aller Weihestufen, die als Mitglieder eines Domkapitels oder eines Stiftskapitels an einer Kathedrale, Basilika oder Ordenskirche an der gemeinsamen Liturgie mitwirken. Kanoniker leben in Gemeinschaft. Der Vorsteher eines Kapitels ist in der Regel ein Propst oder Abt, manchmal ist die Leitung auch einem Dekan oder Prior übertragen. Einige Kapitel werden direkt vom Diözesanbischof geleitet. Die Chorherren sind heute meist in der Seelsorge tätig und werden mehr oder weniger vollständig aus den Kirchengütern unterhalten.

Kanoniker (Auswahl)[Bearbeiten]

 Name (Lebensdaten)  Domizellar  Domkapitular  Tod/Resignation  Bemerkungen
Jodokus Bernhard von Aufseß 23. Februar 1686 20. Juni 1714 2. April 1738
Karl Siegmund von Aufseß 9. Juli 1655 2. Oktober 1680 4. Mai 1715 seit 1700 Domdechant zu Bamberg
Karl Theodor von Aufseß 3. Februar 1696 22. September 1721 14. Juni 1742
Albrecht von Bibra 1487 24. August 1511 seit 1502 auch Dompropst
Georg von Bibra 1497 1501 4. Oktober 1536 seit 1498 auch Domherr in Bamberg
Jakob von Bibra 1513 1520 11. Juli 1547 seit 1512 auch Domherr in Bamberg
Moritz von Bibra, der Ältere 1497 8. November 1528 seit 1500 auch Domherr in Bamberg
Franz Reinhard von Elter 1652 1675 29. August 1687
Johann Anton von Erthal 27. Juni 1679 1695 3. März 1710
Richard Anton von Eyb 1. Februar 1685 21. Mai 1708 19. Juli 1722 seit 1715 Domdechant in Bamberg
Franz Georg Faust von Stromberg 27. Juli 1675 27. August 1691 22. März 1728
Philipp Ludwig Faust von Stromberg 6. Juli 1669 1685 3. August 1704
Hartmann Friedrich von Fechenbach 7. Juli 1685 31. März 1710 23. Mai 1714 Rektor der Universität Würzburg
Wipert von Finsterlohe 1475 1501 5. August 1503 Domkapitular in Speyer
Johann Franz Gottfried von Frankenstein 6. Juli 1675 1687 7. Januar 1694
Johann Philipp Fuchs von Dornheim 9. Juli 1655 23. Juni 1681 20. Juni 1727 seit 1691 Domscholaster, seit 1719 Dompropst
Christoph Heinrich von Greiffenclau-Vollraths 11. Juli 1681 8. Januar 1698 5. Juli 1727
Johann Philipp von Greiffenclau-Vollraths 1. Februar 1666 2. März 1684 3. August 1719 seit 1699 Fürstbischof von Würzburg
Philipp Ernst Groß von Trockau 10. Februar 1688 10. November 1716 3. April 1740 seit 1729 Domscholaster
Wolfgang Philipp Groß von Trockau 16. Februar 1664 1682 13. Januar 1695
Christian Ernst von Guttenberg 14. Mai 1685 25. September 1709 20. März 1720
Johann Gottfried von Guttenberg 9. Januar 1655 1679 14. Dezember 1698 seit 1684 Fürstbischof von Würzburg
Otto Philipp von Guttenberg 21. Juni 1653 29. Dezember 1676 11. Februar 1723 seit 1685 Dompropst zu Bamberg
Philipp Ernst von Guttenberg 18. Oktober 1688 20. April 1718 1. April 1728 seit 1725 Domkustos
Johann Adolph von Hettersdorf 7. Juli 1691 17. April 1720 9. Juli 1727
Christoph Franz von Hutten 1. Februar 1686 26. Januar 1713 25. März 1729 seit 1716 Domdechant, seit 1724 Fürstbischof von Würzburg
Peter Philipp von Hutten 7. Juni 1691 16. April 1720 1. August 1729 seit 1725 Domscholaster
Johann Lukas von Ingelheim 14. Juli 1663 30. April 1685 16. August 1720
Damian Eckbert von Dalberg 23. Juli 1675 26. November 1692 28. Dezember 1725 seit 1696 Domkustos
Johann Heribert von Dalberg 26. November 1682 3. März 1695 29. Dezember 1712
Franz Otto Kottwitz von Aulenbach 12. März 1648 1673 1692
Johann Richard von Mauchenheim,
(genannt Bechtolsheim)
27. Februar 1653 1675 30. Juni 1691 seit 1682 würzburgischer Hofrichter
Johann Franz Karl von Ostein 7. Juli 1659 27. Oktober 1681 20. März 1718
Ignaz Theobald Hartmann von Reinach 4. Februar 1677 16. Oktober 1688 10. September 1727 seit 1714 würzburgischer Hofrichter
Wilhelm Jakob von Reinach 10. März 1682 17. September 1703 18. Mai 1737
Johann Christoph Augustin von Riedheim 19. Januar 1675 20. Januar 1687 16. Juni 1714
Johann Hartmann von Rosenbach 19. Januar 1675 9. März 1691 18. Dezember 1713 seit 1691 würzburgischer Hofrichter
Lothar Gottfried Heinrich Josef von Rosenbach 27. Mai 1706 18. Juli 1727 11. Oktober 1733
Philipp Ludwig von Rosenbach 27. Februar 1672 21. April 1687 19. März 1720
Georg Wolfgang von Rotenhan 1. Februar 1666 1685 29. Juni 1687
Heinrich Hartmann von Rotenhan 27. Mai 1687 14. Juli 1714 29. Mai 1736
Johann Franz Schenk von Stauffenberg 20. September 1683 1. September 1704 12. Juni 1740 Fürstbischof von Konstanz 1704-40, von Augsburg 1737-40
Marquard Sebastian Schenk von Stauffenberg 23. August 1653 1679 9. Oktober 1693 Fürstbischof von Bamberg 1683-1693
Franz Georg von Schönborn 27. Februar 1648 1. März 1672 16. Juli 1674
Friedrich Karl von Schönborn 27. Juli 1683 10. März 1704 26. Juli 1746 seit 1727 Dompropst, seit 1729 Fürstbischof von Würzburg
Johann Philipp Franz von Schönborn 21. Februar 1682 30. April 1698 18. August 1724 seit 1704 Dompropst, seit 1719 Fürstbischof von Würzburg
Lothar Franz von Schönborn 28. Juli 1665 7. Juli 1683 29. Januar 1729 Fürstbischof von Bamberg 1693-1729, Kurfürst und Erzbischof von Mainz 1695-1729
Georg Wilhelm Kasimir Schutzpar,
(genannt Milchling)
1675 1687 Vizedom in Kärnten
Adam Friedrich von Seinsheim 9. August 1720 10. Juli 1740 seit 1755 Fürstbischof von Würzburg, seit 1757 von Bamberg
Franz Peter von Sickingen 23. August 1678 18. Juli 1693
Friedrich Edmund von Sickingen 14. November 1651 1675 1697
Friedrich Johann Georg von Sickingen 27. März 1677 6. November 1693
Franz Kaspar von Stadion 22. September 1646 1662
Georg Heinrich von Stadion 22. Februar 1650 13. August 1674 seit 1687 Domdechant
Johann Samuel von Thüngen 22. Februar 1649 1673
Karl Friedrich Voit von Rieneck 1. Februar 1663 1682 seit 1685 Dompropst zu Würzburg, Domdechant zu Bamberg
Wilhelm Reinhard von Walterdorff 7. Juli 1665 3. März 1682
Konrad Wilhelm von Wernau 13. August 1647 1. März 1672 seit 1682 Domdechant zu Bamberg, seit 1683 Fürstbischof von Würzburg
Johann Adam Zobel von Giebelstadt 1. Februar 1686 15. Januar 1714

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Peter Hersche: Die deutschen Domkapitel im 17. und 18. Jahrhundert. Bern 1984, Bd. 1, S. 192

Weblinks[Bearbeiten]