Bistum Würzburg

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Wappen des Bistums Würzburg

Das Bistum Würzburg (lat.: Dioecesis Herbipolensis) ist Teil der römisch-katholischen Kirche in Deutschland. Das Gebiet des Bistums, welches im Jahr 741 gegründet wurde, umfasst heute den Bezirk Unterfranken und gehört seit 1822 der Kirchenprovinz Bamberg an. Über Jahrhunderte war das Bistum Herrschaftsbereich der Würzburger Fürstbischöfe. Der Dom St. Kilian ist Bischofskirche des Bistums. Das Dekanat Würzburg Stadt ist deckungsgleich mit dem Stadtgebiet. Die zugehörigen Pfarreien (-gemeinschaften) finden sich unter Pfarreien in der Stadt Würzburg.

Geschichte[Bearbeiten]

Anfänge[Bearbeiten]

Das Christentum wurde in den Jahren 686 bis 689 von den irischen Wandermönchen Kilian, Kolonat und Totnan in die Region gebracht.

Das Bistum Würzburg selbst wurde im Jahr 741 von Bonifatius gegründet. Erster Bischof war der Angelsachse Burkard. Der Sprengel erstreckte sich damals vom Rennsteig und der Fulda im Norden bis zur Linie Lauffen-Ellwangen-Feuchtwangen-Roßtal im Süden. Die Westgrenze lag an der östlichen Seite des Mainvierecks, im Osten ging es ohne feste Begrenzung bis über die Mainquellen hinaus. Am Ende des 8. Jahrhunderts wurde Würzburg Suffraganbistum des unter Karl dem Großen zum Erzbistum erhobenen Mainz.

Mittelalter[Bearbeiten]

Im Jahre 1007 erwirkte König Heinrich II. die Bildung des neuen Bistums Bamberg im Wesentlichen aus Teilen des Bistums Würzburg.

Burggrafen bzw. Stiftsvögte von Würzburg aus der Familie der fränkischen Babenberger waren im 11./12. Jahrhundert:

Ende des 12. Jahrhunderts erreichte Würzburg eine weitgehende Unabhängigkeit von den Stiftsvögten, vor allem der Grafen von Henneberg. Durch ein Privileg Kaiser Friedrich Barbarossas wurden die Bischöfe von Würzburg zu Herzogen (spätere Titulatur: Herzöge von Franken). Würzburg entwickelte sich zu einem bedeutenden Fürstbistum.

Mitte des 13. bis Mitte des 15. Jahrhunderts kam es zu einer drückenden Verschuldung des Hochstifts, so dass sogar 1441 dessen Abtretung an den Deutschen Orden erwogen wurde. Der Einfluss des sich aus der Ritterschaft rekrutierenden Domkapitels stieg.

Barock[Bearbeiten]

Nach dem 30-jährigen Krieg errichteten die Fürstbischöfe zahlreiche Barockbauten, so die Residenz.

Säkularisation[Bearbeiten]

Nach der Säkularisation durch den Reichsdeputationshauptschluss im Jahre 1803, wurde das Bistum der Kirchenprovinz Bamberg angeschlossen.

Die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg[Bearbeiten]

Geographische Zugehörigkeiten[Bearbeiten]

Das Ende des Zweiten Weltkrieges bedeutete neben der Teilung Deutschlands auch die Teilung einiger Bistümer, deren Wirkungsbereich sich auch auf Gebiete der neu entstandenen DDR erstreckte. Betroffen war auch die Würzburger Diözese, deren südthüringischer Teil die Dekanate Meiningen und Saalfeld/Saale, seit dem Jahre 1007 zum Bistum Würzburg gehörig, in der DDR lag. Der letzte bischöfliche Kommissar des Bischofs von Würzburg in Meiningen war Karl Ebert. Im Jahre 1973 wurden auf päpstliches Dekret die thüringischen Teile der Bistümer Fulda und Würzburg zum Bischöflichen Amt Erfurt-Meiningen mit Sitz in Erfurt zusammengeschlossen. Dieses Bischöfliche Amt wurde im Jahre 1994 zum Bistum Erfurt erhoben.

Eine Besonderheit ist die Kuratie Ostheim vor der Rhön, die kirchenrechtlich als ehemalige thüringische Exklave zum Bistum Fulda gehört, aber seit 1945 von der Diözese Würzburg seelsorgerisch betreut wird.

Besondere Veranstaltungen[Bearbeiten]

Diözesanpartnerschaften[Bearbeiten]

  • 1989: Diözese Mbinga (Tansania)
  • 2012: Diözese Obidos (Brasilien)

Heilige und Selige im Bistum Würzburg[Bearbeiten]

Als Patrone des Bistums Würzburg gelten der Heilige Kilian und seine Weggefährten Kolonat und Totnan. Auch der Heilige Bruno wird als Diözesanheiliger verehrt.

Weitere Heilige, die als Bischöfe im Bistum Würzburg wirkten:

Heiligsprechung: 1883
  • Burkard, erster Bischof von Würzburg 741-754
  • Megingaud, Bischof von Würzburg 754-769

In Würzburg geboren wurde der Heilige Aquilin.

Bischöfe[Bearbeiten]

Seit 2004 ist Friedhelm Hofmann hier der röm.-kath. Bischof. Generalvikar (Stellvertreter in allen Verwaltungsaufgaben) ist der Prälat Dr. Karl Hillenbrand (* 1950 in Ochsenfurt). Weihbischof ist Ulrich Boom (* 1947 in Ahaus).

Alle Vorgänger im Bischofsamt mit der zugehörigen Amtszeit finden sich in der Liste der Bischöfe von Würzburg.

Dekanate des Bistums[Bearbeiten]

Das Bistum Würzburg ist unterteilt in 22 Dekanate:

  • Alzenau
  • Aschaffenburg Stadt
  • Aschaffenburg Ost
  • Aschaffenburg West
  • Bad Kissingen
  • Bad Neustadt an der Saale
  • Ebern
  • Hammelburg
  • Haßfurt
  • Karlstadt
  • Kitzingen
  • Lohr
  • Miltenberg
  • Obernburg
  • Ochsenfurt
  • Rhön-Grabfeld (ohne das zum Bistum Fulda gehörende Ostheim vor der Rhön)
  • Schweinfurt/Nord
  • Schweinfurt/Stadt
  • Schweinfurt/Süd
  • Würzburg-Stadt
  • Würzburg links des Mains
  • Würzburg rechts des Mains

Quellen[Bearbeiten]

  • Anna Schiener: Kleine Geschichte Frankens. Verlag Friedrich Pustet, Regensburg, 2008. ISBN 978-3-7917-2131-6

Literatur[Bearbeiten]

  • Urkundenregesten zur Geschichte der kirchlichen Verwaltung des Bistums Würzburg im hohen und späten Mittelalter (1136-1488) (Regesta Herbipolensia II), bearbeitet von Wilhelm Engel, (= Quellen und Forschungen zur Geschichte des Bistums und Hochstifts Würzburg), Kommissionsverlag Ferdinand Schöningh, Würzburg 1954, 311 S.
  • Ordensfrauen machen Bistumsgeschichte. Sankt Lioba. Mutter Antonie. Schwester Julitta, Bischof Paul-Werner Scheele am Tag der Ordensfrauen 13. April 1991 in Würzburg, Medienreferat der Diözese, Würzburg 1991, 27 S.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]


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