Heiliger Adalbero

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Kupferstich des Würzburger Hof- und Universitätskupferstechers Johann Salver (* 1670 in Forchheim; † 1738) aus der Serie mit Würzburger Fürstbischöfen
Büste des heiligen Adalbero in der Adalberokirche

Der Heilige Adalbero (* um 1010 in Lambach an der Traun/Oberösterreich; † 6. Oktober 1090 ebenda) war von 1045 bis 1085 (resigniert 1088) Bischof von Würzburg. Im Investiturstreit machte er sich als Gegner von König Heinrich IV. einen Namen und starb deshalb fernab seines Bistums.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Adalbero war der Sohn des Grafen Arnold II. von Lambach-Wels im heutigen Oberösterreich (aus der Familie der Grafen von Formbach) und der ostfränkischen Gräfin Reginlint. Nach seinen Studien in der Würzburger Domschule trat Adalbero in den Dienst von König Heinrich III. Dieser ernannte ihn 1045 zum Nachfolger des hl. Bruno auf dem Würzburger Bischofsstuhl.

Bischof von Würzburg[Bearbeiten]

Bischof Adalbero ließ den von Bruno begonnenen Dombau fortsetzen und ergriff die Initiative zur Errichtung der Neumünsterkirche (1058–1063). Bahnbrechende Leistungen schreiben ihm die Forscher bei der Reform des kirchlichen Lebens zu. Mit den benediktinischen Reformern in Cluny, Gorze und Hirsau hatte er enge Kontakte. Aus Gorze holte er den Mönch Egbert, der als Erneuerer der Abtei Münsterschwarzach weit gespannte Wirksamkeit entfaltete. Egbert, auch Eggebertus/Ekkebert genannt, war auch bis zum 25. November 1077 Abt im Benediktiner-Kloster Neustadt am Main. Bis Harsefeld bei Stade im Norden und Lambach und Melk im Süden breitete sich der Einfluss der Münsterschwarzacher Reformer aus. Ein solcherart reformiertes Benediktinerkloster gründete Adalbero auch auf der Stammburg seiner Familie in Lambach. 1057 besetzte Adalbero das Würzburger Kollegiatstift St. Peter, Paul und Stephan mit Münsterschwarzacher Benediktinern.

Nach dem Tod von König Heinrich III. intensivierte Adalbero sein Engagement auf Reichs- und Hoftagen sowie Synoden und profilierte sich als Ratgeber und Schlichter. 1066 traute er in Würzburg Heinrich IV. mit seiner Gemahlin Bertha von Susa. Gemeinsam mit anderen Fürsten vermittelte er 1075 den Frieden von Speyer.

Im kurz darauf ausbrechenden Investiturstreit schlug sich Adalbero mit allen Konsequenzen auf die Seite von Papst Gregor VII. und bezog damit Position gegen König Heinrich IV. Gregor wandte sich gegen die Praxis, dass die Bischöfe vom Landesherrn und nicht vom Papst eingesetzt wurden. Die Synode von Worms sprach sich 1076 jedoch mit Heinrich gegen Gregors Ideen einer Universalkirche aus und erklärte den Papst für abgesetzt. Gregor seinerseits verhängte über König Heinrich den Kirchenbann, worauf dieser den berühmten „Gang nach Canossa“ antreten musste. Mit der Aussöhnung der Kontrahenten in Canossa war das vormalige Abhängigkeitsverhältnis der Bischöfe vom König erneut festgeschrieben.

Mit anderen Fürsten rief Adalbero daraufhin 1077 Herzog Rudolf von Rheinfelden (auch Rudolf von Schwaben genannt) zum neuen König aus. Doch die Würzburger Bürger waren König Heinrich treu geblieben und verhinderten Adalberos Rückkehr in die Stadt. Heinrich IV. setzte unmittelbar nach seiner Rückkehr vom Gang nach Canossa 1077 oder 1078 den Naumburger Bischof Eberhard als Administrator von Würzburg ein. Eberhard von Zeitz und Naumburg starb 1079 bei einem Sturz vom Pferd und ertrank nahe der Schüpferleinsmühle in der Kürnach. [1]. Heinrich IV. ernannte später die Gegenbischöfe für Würzburg Meginhard II. und später Emehard. Vermittlungsangebote lehnte Adalbero ab: Man könne ihn zwar töten, nicht aber beugen, beteuerte er. Im Frühjahr 1085 wurde er von der Mainzer Synode für abgesetzt erklärt und musste in die Verbannung gehen.

1086 führte ihn Gegenkönig Hermann von Salm nach Würzburg zurück, von wo er aber bald erneut vertrieben wurde. Adalbero arbeitete, dem Papste treu, weiter, war Mitbegründer der Abtei Zwiefalten in Schwaben und engagierte sich in seinem Kloster in Lambach. Am 6. Oktober 1090 starb er in Lambach und wurde in der von seinem Jugendfreund Bischof Altmann von Passau 1089 geweihten Stiftskirche bestattet. Bald nach seinem Tod wurde er in seiner oberösterreichischen Heimat als Heiliger verehrt, in Münsterschwarzach ist seine Verehrung seit dem 17. Jahrhundert nachgewiesen.

Verehrung und Heiligsprechung[Bearbeiten]

1883 bestätigte Papst Leo XIII. Adalbero offiziell als Heiligen für die Weltkirche, der schon bald nach seinem Tod als solcher verehrt wurde [2]. In der Würzburger Neumünsterkirche befindet sich ein 1948 von Josef Amberg gestalteter Glasschrein, der als Reliquie einen Oberschenkelknochen Adalberos enthält. Außerdem erinnert die neuromanische Adalberokirche an den Heiligen. Im Jahr 2010 wurde an verschiedenen Orten, besonders im Stift Lambach, aber auch in Würzburg die Tausendjahrfeier seiner Geburt begangen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Roland Anzengruber: Adalbero - Graf von Wels-Lambach. Ein Heiliger aus OÖ. Oberösterreichische Heimatblätter Jahrgang 40 (1986) Heft 2, S. 107-117
  • Roland Anzengruber: Beiträge zur Geschichte des Benediktinerstiftes Lambach im 17. Jahrhundert. Diss. Universität Salzburg 1983
  • Alfred Wendehorst: Das Bistum Würzburg Teil 1 - Die Bischofsreihe bis 1254. In: Max-Planck-Institut für Geschichte (Hrsg.): Germania Sacra - Neue Folge 1 - Die Bistümer der Kirchenprovinz Mainz. Walter de Gruyter & Co., Berlin 1962, S. 100 ff.
  • Alfred Wendehorst: Adalbero, hl., Bf. v. Würzburg. In: Lexikon für Theologie und Kirche 3 Bd. 1, sp. 127-128
  • Peter Kolb und Ernst-Günther Krenig (Hrsg.): Unterfränkische Geschichte. Würzburg 1989. S. 300

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Heinz Wießner: Das Bistum Naumburg 1 - Die Diözese 2. In: Max-Planck-Institut für Geschichte (Hrsg.): Germania Sacra, NF 35,2, Die Bistumer der Kirchenprovinz Magdeburg. Berlin/New York 1998, S. 747
  2. Stift Lambach, Biographie Adalbero


Vorgänger Amt Nachfolger
Bruno Bischof
1045 - 1090
Meginhard II.


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