Domkapitel

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Domkapitulare bei der Fronleichnamsprozession 2014

Das Domkapitel (vom lat. Wort capitulum = Köpfchen, Kapitel, Hauptversammlung; zu caput = Kopf, Haupt) – oder seltener auch in Abgrenzung zu einem Stiftskapitel Kathedralkapitel genannt – ist das leitende Gremium eines Bistums an katholischen Bischofskirchen.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Hohe Domstift zu Würzburg entstand unter Bischof Iring von Reinstein-Homburg im Jahr 1260 aus den Patres des ehemaligen Benediktinerkloster St. Kilian und den Mitglieder der damaligen Domschule. Sie bildeten den geistlichen Rat der Fürstbischöfe, aus dessen Reihen nahezu die Hälfte der Bischöfe gewählt wurde. Das Stift bestand aus 56 Mitgliedern, einem Dompropst, einem Domdechanten, 24 Domherren und 30 Domizellaren. Mit der Säkularisation wurde 1803 das Domstift aufgelöst. Das heutige Domkapitel wurde in seiner heutigen Form als bischöflich-geistlicher Rat erst im Jahr 1821 wieder errichtet.

Mitglieder[Bearbeiten]

Das Domkapitel besteht heute aus weltlichen Geistlichen. Das Gremium besteht mindestens aus dem Dompropst, Domdechant (Domdekan) und evtl. Mitgliedern, die andere Regionen des Bistums vertreten. Dem erweiterten Domkapitel können Ehrendomherren (Ehrendomkapitulare) angehören, die vom Bischof ernannt werden.

Aufgaben[Bearbeiten]

Das Domkapitel unterstützt den Bischof als eigenständige juristische Person in der Leitung des Bistums. Die Hauptaufgabe des Domkapitels ist es, das Chorgebet und die Liturgie an der Kathedralkirche zu sichern und zu pflegen. In einigen Angelegenheiten hat es ein Zustimmungs- oder Beratungsrecht. Eine seiner Aufgaben ist es, nach dem Amtsverzicht oder dem Tod eines Bischofs, den zwischenzeitlichen Diözesan-Administrator zu wählen und dem Papst eine Liste von möglichen Kandidaten für das Bischofsamt vorzulegen.

Stifter[Bearbeiten]

Das Domkapitel stiftete 1431 in Ochsenfurt die Pfründespital-Stiftung.

Kathedrale[Bearbeiten]

Kathedrale in Würzburg ist der Dom St. Kilian.

Insignien[Bearbeiten]

Würzburger Kapitelkreuz von 1821

Die Kleidung der Domkapitulare (Domherren) besteht aus Talar (Obergewand) und Zingulum (Gürtelbinde), Rochett (Chorhemd), Mozetta (Schulterkragen mit kleiner Kapuze) und dem Birett (vierkantige Kopfbedeckung). Ein auf der Brust getragenes goldenes Kreuz zeigt das Bildnis des heiligen Kilians und auf der Rückseite das Bild des heiligen Andreas. Es bleibt im Eigentum des Domkapitels und geht nach dem Tod des Domkapitulars wieder an das Domkapitel zurück.

Würzburger Domkapitel[Bearbeiten]

Neben dem Weihbischof und dem Domdekan gehören in Würzburg derzeit acht Geistliche dem Domkapitel an (Stand 2015) [1]:

Dompropst und Domdekan[Bearbeiten]

Der Dompropst gehört wie der Domdekan zu den zwei Dignitäten – vom lateinischen Wort für Würde – in den Reihen der zehn Mitglieder des Würzburger Domkapitels. Der Dompropst steht an der Spitze des Domkapitels. Er ist Vorsitzender des Domkapitels, leitet die Kapitelsitzungen und vertritt es nach außen und innen. Der Dompropst wird vom Bischof nach Anhörung des Kapitels ernannt. Er hat den Vorrang im Domkapitel und vertritt den Bischof bei Gottesdiensten im Dom. Dompropst in Würzburg ist Weihbischof Ulrich Boom.

Die Aufgaben des Domdekans als zweitem Dignitär umfassen unter anderem die disziplinäre Aufsicht in Angelegenheiten des Domkapitels und die Verantwortung für Liturgie und Musik im Dom. Bei Abwesenheit des Dompropstes vertritt er diesen als Vorsitzenden des Domkapitels. Er wird vom Kapitel gewählt und durch den Bischof bestätigt. Sein Stellvertreter ist der jeweils dienstälteste Domkapitular. Prälat Günter Putz übt derzeit das Amt des Würzburger Domdekans aus.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Das Hohe Domstift zu Würzburg 1260-1803. In: Georg Link: Klosterbuch der Diöcese Würzburg. Band I., Würzburg, 1876, S. 407 (franconica)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Liste der Domkapitulare auf dom-wuerzburg.de