Juliuspromenade

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Juliuspromenade  

Stadtbezirk: Altstadt
Postleitzahl: 97070
Straßenbahn: Linien 1, 2, 3, 4 und 5
Bus: 6, 9 und 16

Juliuspromenade, Blick in Richtung Barbarossaplatz

Straßenverlauf[Bearbeiten]

Die Juliuspromenade beginnt nahe des Alten Kranen, wo Mainkai und Kranenkai aufeinander treffen. An dieser Kreuzung befand sich der Ochsenplatz, der noch in einigen Stadtplänen erwähnt ist. Die Promenade erstreckt sich in gerader Linie bis zum Barbarossaplatz.

Geschichte[Bearbeiten]

Zur Zeit der mittelalterlichen Stadtbefestigung zog sich hier ein Graben entlang der Stadtmauer. Die Linie bildete eine Seite des Fünfecks des sogenannten Bischofshuts. Zudem floss hier die Kürnach vom Bürgerspital kommend in Richtung Main. Noch lange Zeit nach der Verfüllung befanden sich an der Einmündung der Pleicherkirchgasse Reste einer steinernen Brücke, die über die Kürnach führte. Im 14. Jahrhundert wurde der Graben aufgeschüttet und die Allee entstand an seiner Stelle. Zunächst trug sie den Namen „Graben“, dann „Untere Promenade“. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Straße dann nach Julius Echter von Mespelbrunn benannt, der auch Stifter des anliegenden Juliusspitals war. 1847 wurde für ihn ein Denkmal errichtet, das sich an der Einmündung der Schönbornstraße befindet. Im 19. Jahrhundert trug die Juliuspromenade auch die Namen „Julius-Spital-Promenade“ und kurz „Spital-Promenade“. [1] [2]

In den 1870er Jahren wurde die Straße mit zwei neu angelegten Baumalleen ausgestattet (erstmals wurde dort 1764 eine Allee auf dem ehemaligen Stadtgraben gestaltet [3]). Gegenwärtig ist die Juliuspromenade bis auf einen kurzen Abschnitt im Bereich der Haltestelle nur noch eine Halballee, hat also nur noch eine Baumreihe.

Am westlichen Ende der Juliuspromenade im Bereich der Hirsch-Apotheke befinden sich einige der wenigen Häuser, die den Bombenangriff auf Würzburg am 16. März 1945 nahezu unbeschadet überstanden haben. Dies ist der Tatsache geschuldet, dass sich ein Löschwagen der Feuerwehr zur Zeit des Angriffs in diesem Straßenzug aufhielt und ein Übergreifen des Funkenfluges auf diese Häuser verhinderte. Die Hirsch-Apotheke mit ihrem Mansardwalmdach und Balkon zeigt sich bis auf zwei zugemauerte Fenster somit noch in ihrem ursprünglichen Zustand (erbaut im späten 18. Jahrhundert). Bei den weiteren Gebäuden zeigt sich dies noch an den kleinflächigen Grundrissen der ansässigen Gastronomiebetriebe (Hasenstall, Uschi).

Historische Abbildungen[Bearbeiten]

Trümmerräumung in Würzburg 1946 (Video)[Bearbeiten]

Trümmerräumung auf der Juliuspromenade im Jahre 1946

Besondere Merkmale[Bearbeiten]

  • Die obere Juliuspromenade ist komplett Fußgängerzone.
  • Die untere Juliuspromenade bis zur Koellikerstraße kann auch vom Individualverkehr genutzt werden, seitlich befinden sich Parkplätze. In diesem Abschnitt befindet sich auch die Haltestelle Ulmer Hof. Diese verfügt über eine Ampelanlage, die beim Einfahrt der Straßenbahn auf rot schaltet und so das gefahrlose Überqueren der Straße ermöglicht.

Sehenswertes[Bearbeiten]

Zivilschutz[Bearbeiten]

In der Tiefgarage Juliusgarage befand sich eine von drei großen Würzburger Zivilschutzanlagen. Die im Normallfall als Autogarage genutzte Mehrzweckanlage (MZA) verfügte bei Schutzraum-Funktion über 2.100 Schutzplätze.

Hotel[Bearbeiten]

Gastronomie[Bearbeiten]

Ehemalige Gastronomiebetriebe[Bearbeiten]

Unternehmen[Bearbeiten]

Ehemalige Unternehmen[Bearbeiten]

ÖPNV[Bearbeiten]

Bus.png Nächste Bushaltestelle: Juliuspromenade
Straßenbahn.png Nächste Straßenbahnhaltestellen: Juliuspromenade, Ulmer Hof


Stolpersteine[Bearbeiten]

In der Juliuspromenade wurden folgende Stolpersteine verlegt:

Adresse Erinnerung an / Historische Notizen Verlegejahr
Juliuspromenade 17 ½ Für Maria Kroner / deportiert am 6. Oktober 1940, ermordet im Oktober 1940 in Pirna-Sonnenstein im Rahmen der Aktion T4 („Erwachseneneuthanasie“) [1] des NS-Regimes. 2009
Juliuspromenade 17 ½ Für Horst und Sofie Löwenstein
Horst: deportiert am 4. September 1942 nach Auschwitz, ermordet.
Sofie: das Datum der Deportation und Datum und Ort der Ermordung sind nicht bekannt.
2007
Juliuspromenade 17 ½ Für Alfred Schindler / deportiert am 6. März 1943 von Drancy nach Majdanek, ermordet. 2007

Unterwegs in Würzburg (Video)[Bearbeiten]

„Unterwegs in Würzburg zwischen Dominikanerplatz und Kaiserstraße“ von wuerzburg-fotos.de

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Georg Franz Voll: Adreß-Handbuch für die kgl. Bayer. Kreis-Haupt- und Universitäts-Stadt Würzburg. Selbstverlag des Verfassers, Würzburg 1852, S. 118
  2. Intelligenzblatt für den Unter-Mainkreis des Königreichs Bayern (1831), Würzburg: C. A. Bonitas'sche Buchdruckerei, Nr.11, Sp. 216, und Nr. 31 (Anhang), Sp. 701
  3. Franz Gerstner: Die Spinne im Netz europäischer Verkehrslinien, in: 15 Jahrhunderte Würzburg, hrsg. von Heinz Otremba, Echter-Verlag, Würzburg 1979, S. 396-409, S. 401

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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