Gartenstadt Keesburg

Aus WürzburgWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Gartenstadt Keesburg auf dem Neuberg
Siedlungshäuser in der Kettelerstraße (Gartenstadt Keesburg)

Die Gartenstadt Keesburg ist eine Wohnsiedlung auf dem Neuberg im Süden des Stadtbezirks Frauenland. Der alte Kern der Siedlung wurde zwischen 1927 und 1938/1939 unter dem Namen Hindenburgsiedlung (bzw. Hindenburg-Siedlung) als Gartenstadt erbaut. [1] Ein Teil der Wohngebäude wurde unter Stadtbaurat Hubert Groß in den Jahren 1936 bis 1938 in Form von Reihenhäusern mit zugehörigen Gärten errichtet. Im September 1950 wurde die Wohnsiedlung in Gartenstadt Keesburg umbenannt.

Namensgeber und Geschichte[Bearbeiten]

Kees-Burg[Bearbeiten]

Nachdem der Maurermeister Joseph Georg Kees († 1823) aus Gaubüttelbrunn rund zehn Jahre in Würzburg gewohnt hatte und zu Wohlstand gekommen war, erbaute er sich in den Jahren 1811/1812 [2] einen Sommersitz in überschaubarer Größe inmitten seiner neu erworbenen Ländereien südwestlich des Galgenbergs im Bereich der Flurlage Sanderroth. 1823 verstarb Joseph Kees und seine Witwe verpachtete den Landsitz an Johann Christoph, der unter Kastanienbäumen 1838 eine Gartenwirtschaft eröffnete. Es folgten mit Johann Weiß und dem Ehepaar Rittmann weitere Pächter. 1857 erwarb der Privatier Bernhard Roth von Kees-Enkelin Apolonia Hetz das Anwesen. Dazu gehörten nach einer Erweiterung 1859 durch Roth und dem nachfolgenden Eigentümer Georg Popp ein Wohnhaus (Herrenhaus mit Mansarddach), eine Scheune, Gewölbekeller und ein doppelter Schweinestall, die als Vierseithof (Vierung) [1] um einen durch einen Torbogen erreichbaren Innenhof angeordnet waren. [2] Der Name Keesburg, der heute die gesamte Gartenstadt bezeichnet, entstand, weil die ursprünglich alleinstehenden Gebäude aus der Ferne wie eine Burg wirkten („Kees-Burg“, „Keesburg“, gelegentlich auch „Käsburg“ – die Schreibweise des Nachnamen änderte sich öfter). Es folgten weitere Eigentümer- und Pächterwechsel, zuletzt pachteten Katharina Hunsinger und Sohn Hans-Heinrich das Anwesen.

Hindenburgsiedlung[Bearbeiten]

► siehe Hindenburgsiedlung

Gartenstadt Keesburg[Bearbeiten]

Im September 1950 erfolgte die Umbenennung der Hindenburgsiedlung in Gartenstadt Keesburg. Einher ging mit der Umbenennung ein massiver Ausbau des Stadtteils mit weiteren Wohnhäusern: Vor 1955 wurden vor allem an Sanderroth-, Schanz- und Bodelschwingstraße Doppel- und Reihenhäuser errichtet – die Siedlung dehnte sich außerdem in Richtung Süden an Matthias-Ehrenfried-Straße, Cronthalstraße und Fröbelstraße aus. Es handelte sich um ein- und zweistöckige Gebäude mit Gartenanlagen, die ab der Cronthalstraße nicht mehr streng symmetrisch angeordnet waren. Ein Name, der fest in Verbindung mit der Gartenstadt Keesburg steht, ist Anton Mokroß: Der Stadtbaurat stellte 1950 den Bebauungsplan auf, mit dem 1.400 neue Wohnungen realisiert werden sollten. Die Pläne sahen ursprünglich eine als Allee ausgeführte Ringstraße vor, die mit der gebogenen Matthias-Ehrenfried-Straße zwar begonnen wurde, aber letztendlich in dieser Form nicht umgesetzt wurde. [3] Auch Sondervorschriften wie Heckengröße, Tierhaltung, Gestaltung etc. wurden schon bald wieder fallen gelassen.

Vom 29. November 1954 bis 30. September 1955 wurde unterdessen das alte Gut mitsamt Gewölbekeller abgerissen und 1958 mit dem Gebäude in der Hans-Löffler-Straße ersetzt, das gegenwärtig das griechische Restaurant Akropolis zur Keesburg beherbergt. Zeugen des einstigen Landsitz sind die im Biergarten des Restaurants stehenden, alten Kastanien und ein im Sommer 2012 zum 200. Jubiläum des Stadtteils eingeweihter Keesburg-Gedenkstein in der Hans-Löffler-Straße. [2]

In den 1950er Jahren wurde die Gartenstadt Keesburg in südliche Richtung erweitert. Teil der Erweiterung war unter anderem die Polizei-Siedlung. In den 1960er und 1970er Jahren dehnte sich die Siedlung vor allem nach Osten bzw. Südosten aus – so entstanden beispielsweise in den 70er Jahren die Gebäude des Studentenwohnheims an der Peter-Schneider-Straße, die mittlerweile modernisiert und teilweise durch Neubauten ersetzt wurden. Jüngste Bautätigkeiten gab es vor allem am Abtsleitenweg, darüber hinaus entsteht das kleine Neubaugebiet „Am Rebenbogen“ an der Ilse-Trotzke-Straße.

Einrichtungen[Bearbeiten]

Kirchen[Bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten]

Einzelhandel[Bearbeiten]

In der Gartenstadt Keesburg gibt es noch ein begrenztes Angebot an Einzelhandelsbetrieben. Diese befinden sich vor allem in der Hans-Löffler-Straße. Mit dem Markttreff Keesburg e.V. haben die Einzelhändler eine eigene Werbegemeinschaft. In der Hans-Löffler-Straße befand sich bis 2015 außerdem eine Kupsch-Filiale.

Sehenswertes[Bearbeiten]

Grünanlagen[Bearbeiten]

ÖPNV[Bearbeiten]

Die Gartenstadt Keesburg wird seit Mai 1950 durch die Buslinie 6 (Stadtmitte - Gartenstadt Keesburg) erschlossen. Aufgrund der Gaststätte Sieboldshöhe, die in der Anfangszeit noch die Endhaltestelle war, wurde für diese Buslinie lange Zeit die Zielbezeichnung Sieboldshöhe verwendet, wobei die eigentliche Sieboldshöhe nur das Areal nördlich bzw. nordöstlich der Gartenstadt Keesburg bezeichnet. Erst 1994 wurde die Zielbezeichnung der Linie 6 korrigiert zu Gartenstadt Keesburg. Sie hält an folgenden Haltestellen: Haltestelle Sanderrothstraße - Haltestelle St.-Alfons-Kirche - Haltestelle Hans-Löffler-Straße (Endhaltestelle mit Wendeschleife). Darüber hinaus hält an der Haltestelle Fachhochschule die verlängerte Buslinie 114.

Unterwegs in Würzburg (Video)[Bearbeiten]

„Unterwegs im Stadtteil Gartenstadt Keesburg in Würzburg“ von wuerzburg-fotos.de (12. Februar 2017)

(Mit dem Start des Videos stimmen Sie der Weiterleitung und Übermittlung von Daten an YouTube zu.)

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wikipedia: Gartenstadt
  2. 2,0 2,1 2,2 Main-Post: „Ein Stadtteil feiert Geburtstag“ (14. Juni 2012)
  3. Stadt Würzburg (Hrsg.): Würzburg 1945-55, Würzburg 1950, S. 106.