Sieboldswäldchen

Aus WürzburgWiki
Zur Navigation springenZur Suche springen
Sieboldswäldchen mit Blick auf den Wasserturm
Sieboldswäldchen
Sieboldswäldchen

Das Sieboldswäldchen ist eine Grünanlage im Stadtbezirk Frauenland.

Lage

Die Grünanlage wird begrenzt durch die Zeppelinstraße und den Sanderheinrichsleitenweg, sowie durch das Sportgelände der Würzburger Kickers.

Namensgeber

Namensgeber ist die dortige Flurbezeichnung Sieboldshöhe nach dem Würzburger Japanforscher Philipp Franz von Siebold. Den Name legte 1875 der Verschönerungsverein Würzburg e.V. fest - zuvor war auch die Bezeichnung Gerbrunner Höhe gebräuchlich.

Geschichte

Großherzog Ferdinand von Würzburg hatte den Plan, auf der Hochfläche des Neuberges eine Fasanerie anzulegen. Deshalb wurden neben den bestehenden Waldstücken weiter Wäldchen in dieser Gegend angelegt. Zwischenzeitlich waren sie bald wieder verschwunden und in Ackerflächen umgewandelt worden. 1874 begann der neugegründete Verschönerungsverein Würzburg unter Federführung von Bauamtsassessor Wilhelm Kretschmann mit den ersten Anpflanzungen gegenüber der heutigen Blindensiedlung am Oberen Bogenweg. Gepflanzt wurden zunächst Akazien, Lärchen und Ahorn. Aus dem Jahr 1876 sind die Pflanzungen von 18 Akazien, 30 Kastanien, 10 Ahornbäumen, fünf Linden, zehn Gleditschien (Lederhülsenbäume), drei Vogelkirschen, drei Japanischen Schnurbäumen und 25 Birken dokumentiert. 1877 kamen 180 Akazien, Ulmen, Eschen, Ahornbäume, Kastanien, Pappeln, Gleditschien und Birken hinzu. Auch 200 Weißdorn-Büsche wurden für Singvögel gepflanzt. Der Verein musste bei den Pflanzungen regelmäßig mit besonders heißen, trockenen Sommern kämpfen und verdorrte Setzlinge austauschen.

1889 wurde ein Holzpavillon im Sieboldswäldchen errichtet und 1929 der Brunnen am Oberen Bogenweg am nördlichen Eingang der Anlage in Betrieb genommen. 1931 wurde erstmals ein Sandkasten für Kinder aufgestellt. 1932 wurde auf dem höchsten Punkt des Sieboldswäldchens, ein auch als „Sieboldstante“ bezeichneter künstlich geschaffener Hügel, eine Parkbank aufgestellt. Von dort bot sich ein schöner Blick auf das Maintal und die weißgetünchten Häuser der Hindenburg-Siedlung. Der Hügel und die Treppenstufen sind heute noch erhalten, die Bank wurde unterdessen entfernt. Die einstige Aussicht ist heute aufgrund der Höhe der Bäume nicht mehr gegeben. 1937 wurden die Wege durch das Wäldchen ertüchtigt, der heutige Spielplatz geschaffen und spezielle Brutzonen für Vögel (Vogelschutzgehölze) mit Zäunen vor dem Betreten gesichert.

Zwischen 1973 und 1988 gab es einen Trimm-Dich-Pfad „Vita-Parcours“ mit 20 Stationen und einer Länge von 1.800 Meter durch das Sieboldswäldchen. 2012 plante die Stadt die Errichtung einer Miniramp-Skateanlage. Diese Planung wurde jedoch nach Protesten von Naturschützern und Verschönerungsverein verworfen. Zuletzt wurden im Frühjahr 2017 rund 18 Spenderbäume auf einer Brachfläche im Südosten des Sieboldswäldchens gepflanzt.

Aufforstung

Neue Kirschenallee als Zugang von der Zeppelinstraße in das Sieboldswäldchen (Mai 2020)

Die Hitzesommer der vergangenen Jahre haben im Sieboldswäldchen auf dem Hubland ein größeres Baumsterben verursacht. Daher musste das städtische Gartenamt in den zurückliegenden Monaten im Rahmen der Verkehrssicherung hunderte abgestorbene Bäume entnehmen. In einem ersten Schritt wird Ersatz für die ortsbildprägenden Schwarz-Kiefern geschaffen. Im Mai 2020 wurde als Zugang von der Zeppelinstraße eine Allee mit 18 heimischen Vogelkirschen gepflanzt. Zudem wurden im Bereich der großen Wiesenflächen fünf Burgen-Ahorne und widerstandsfähigere 13 Zedern gepflanzt. [1]

Besondere Merkmale

Lehrpfad Sieboldswäldchen

Mitten in der Stadt können die Besucher im Sieboldswäldchen viel über das Ökosystem Wald erfahren. Drei Lehrtafeln laden hier zu einer Entdeckungsreise ein.

Siehe auch

Quellen

Erläuterungen

  1. Der Burgen-Ahorn, oder Französischer Ahorn, hat die Nordgrenze seiner Verbreitung in Südwestdeutschland. Es finden sich jedoch auch Exemplare in den klimabegünstigten Lagen Unterfrankens. Hier könnte er aus Burggärten verwildert sein, daher auch die regionale Bezeichnung „Burgen-Ahorn“. Während der Blüte verwöhnt er zahlreiche Insekten, vor allem Bienen, mit reichlich Nektar. Die trockenheitsverträglichen Zedern sind Ersatz für die abgestorbenen Schwarz-Kiefern, die besonders unter dem Klimawandel leiden. Es wurden sowohl die Atlas-Zeder als auch die Libanon-Zeder gepflanzt, um zu testen, welche Art sich besonders gut für den Standort eignet. Die Heimat der Atlas-Zeder ist das nordafrikanische Atlas-Gebirge. Ein besonders malerisches Exemplar steht in Würzburg an der Theaterstraße – auf dem Gelände des Annastiftes. Die Libanon-Zeder ist entlang der Mittelmeerküste Süd- und Südwestanatoliens, im Libanon und in Syrien verbreitet. Auch die Libanon-Zeder ist seit Jahrhunderten ein beliebter Parkbaum. Das mit rund 300 Jahren wahrscheinlich älteste Exemplar in Deutschland steht nahe Heidelberg, im Schlosspark von Weinheim. Es hat einen beachtlichen Stammdurchmesser von 5,20 m.

Kartenausschnitt

Die Karte wird geladen …