Heiliger Burkard

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St. Burkard auf der Alten Mainbrücke
St. Burkard über dem Torbogen der Burkarder Kirche

Der Heilige Burkard, auch Burkhard oder altenglisch Burgheard (* 683; † 2. Februar 755 in Homburg am Main) [1], war ein aus Südwestengland stammender Mönch, der im Jahre 742 [2] von Bonifatius zum ersten Bischof von Würzburg geweiht wurde (742-753 oder 754).

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Der Angelsachse Burkard war wie Bonifatius von vornehmer Herkunft. Seine Heimat war wahrscheinlich das westliche Südengland. Auch er war wie Bonifatius Benediktiner.

Mit 30 Jahren wurde er wahrscheinlich von Bonifatius zum Priester geweiht und zog mit ihm 713 oder kurz darauf aufs Festland zur Missionsarbeit.

Burkard war vor 740/741 mit höchster Wahrscheinlichkeit der erste Abt in der Klosterzelle Rorlach, heute Neustadt am Main.

Erster Bischof von Würzburg[Bearbeiten]

Als Bonifatius nach dem Tode Karl Martells, den schon längst gehegten Plan der Gründung neuer Bistümer in Deutschland endlich zur Ausführung bringen wollte, kannte er keinen Würdigeren für die Übernahme der oberhirtlichen Sorgen und Mühen, als den unermüdet tätigen Glaubensprediger Burkard.

Ihn weihte er 742 zum ersten Bischof von Würzburg und übergab ihm die neu errichtete Diözese Würzburg. Im gleichen Jahr war er Teilnehmer der Synode Concilium Germanicum. Die erste Zeit als Bischof soll Burkard noch laut der Chronik von Lorenz Fries in Neustadt gewesen sein. [3]

Er besuchte weitere Synoden von 743 und 747. Im 749 erteilten Auftrag von Pippin dem Jüngeren reiste er gemeinsam mit Abt Fulrad von Saint Denis bei Paris 750/51 nach Rom. [4] Dort holte er von Papst Zacharias die Erlaubnis zur Absetzung des letzten MerowingersChilderich III. – ein.

In seiner Diözese war Burkard vor allem um deren Ausbau bemüht, da die Franken trotz der Missionierung durch Kilian und seiner Gefährten Kolonat und Totnan wieder zum Heidentum tendierten. Im Jahr 750 gründete Burkard das Andreaskloster in Würzburg, das später in Sankt Burkard umbenannt wurde.

Letzte Ruhestätte[Bearbeiten]

Laut Überlieferung legte er im Jahr 753 oder 754 seine Ämter nieder und wurde Einsiedler bei Homburg am Main, wo er im darauf folgenden Jahr starb. Seine Gebeine wurden am 11. Oktober 988 in das von ihm begründete Würzburger Kloster überführt.

Brauchtum und Verehrung des Heiligen[Bearbeiten]

Im Mittelalter wurde das Fest des heiligen Burkard im Bistum Würzburg wie die anderen Hochfeste gefeiert. Der Burkardusweck, ein Brot in Ringform, war damals ein Volksbrauch. Von den Gläubigen wird der heilige Burkard als Helfer gegen Gelenkschmerzen und Rheumatismus, sowie Stein- und Nierenleiden und Lendenschmerzen verehrt. Er galt früher auch als Frankenapostel. [5] Der Gedenktag des Heiligen ist der 14. Oktober.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Konrad Schäfer / Heinrich Schießer: Leben und Wirken des hl. Burkhard. In: Bad Neustädter Beiträge zur Geschichte und Heimatkunde Frankens. Band 4. Bad Neustadt a. d. Saale 1986, ISBN 978-3-9800482-4-8.
  • Heinrich Wagner: Würzburger Diözesan Geschichtsblätter (WDGB). Band 65, 2003 (Die Würzburger Bischöfe 741-842), S. 17-43.
  • Vita Burkardi 1 und 2
  • Alfred Wendehorst: Burchard (Nr. 14). In: Lexikon des Mittelalters. Bd. 2, Sp. 951.
  • Peter Moser: Würzburg - Geschichte einer Stadt, Babenberg Verlag, Bamberg 1999

Weblinks[Bearbeiten]

Anmerkungen und Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die Liste der Bischöfe von Würzburg auf weyer-neustadt.de
  2. Lorenz Fries: Liste der Bischöfe von Würzburg
  3. Lorenz Fries: Liste der Bischöfe von Würzburg
  4. Die genauen Jahresangaben sollten bei derart lange zurückliegenden Ereignissen jedoch auch immer wieder kritisch betrachtet und ggf. überprüft werden (siehe dazu z.B. Olaf Schneider: Die Königserhebung Pippins 751 in der Erinnerung der karolingischen Quellen. Die Glaubwürdigkeit der Reichsannalen und die Verformung der Vergangenheit, Digitalisat)
  5. Michael Büttner: Verehrung der heiligen Apostel des Frankenlandes Kilian, Kolonat und Totnan, Bonifacius und Burkardus. Ein Gedenkstein zum Gedächtnißmale unserer heiligen Apostel. 2. Aufl., Verlag der St. Kiliansbruderschaft (Druck: M. Walz'sche Buchdruckerei), Würzburg 1856


Vorgänger Amt Nachfolger
Bischof
741 - 754
Megingoz


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