Jürgen Lenssen

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Domkapitular Dr. Jürgen Lenssen, Kunstreferent des Bistums Würzburg / Foto: Markus Hauck (POW)
Domkapitular Dr. Jürgen Lenssen bei einem Rundgang durch eine Sonderausstellung im Museum am Dom / Foto: Markus Hauck (POW)
Domkapitular Dr. Jürgen Lenssen bei der Vorstellung der Georg-Häfner-Kapelle am 2. Oktober 2016
Domkapitular Dr. Jürgen Lenssen beim Künstlergottesdienst am 7. Mai 2017

Der katholische Priester Dr. Jürgen Lenssen (* 11. Mai 1947 in Mönchengladbach) ist emeritierter Domkapitular der Diözese Würzburg und leitete von 1991 bis zum 31. Mai 2017 das Kunstreferat der Diözese.

Ämter und Titel[Bearbeiten]

  • Direktor der Stiftung Kunstsammlung
  • Mitglied Allgemeiner Geistlicher Rat
  • Mitglied der Kommission für Liturgie
  • Mitglied der Kommission für Kirchenmusik
  • Geistlicher Beirat der Diözesangruppe Würzburg des Bundes katholischer Unternehmer (BKU)
  • Mitglied der Kunstkommission
  • Leiter der diözesanen Museen

Werdegang[Bearbeiten]

1966 - 1971
Studien der Theologie, Kunstgeschichte und Volkskunde in Würzburg, Münster und Osnabrück
1971
Priesterweihe in Osnabrück
1972
Kaplan in Osnabrück-Haste und Lingen-Laxen
1974
Kaplan in Alzenau
1975
Kuratus in Dittelbrunn, Dekanatsjugendseelsorger
1981
Pfarrer in Glattbach
1988
Promotion zum Doktor der Theologie
1989
Ernennung zum Ordinariatsrat und Leiter der Hauptabteilung Bau- und Kunstwesen und Pastoralreferent für die pastoralen Mitarbeiter(innen)
1991
Ernennung zum Domkapitular [1]
1992
Direktor der Stiftung Kunstsammlung der Diözese Würzburg [2]
1998
Wahl zum 1. Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Kirchliche Museen und Schatzkammern [3]
1999
Wahl zum Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für christliche Kunst e.V. [4] von 1893, München (bis 2003)
2017
Altersbedingter Rücktritt als Domkapitular und Leiter der Hauptabteilung Kunst zum 31. Mai

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Lenssen ist für seine zahlreichen Initiativen zur Kunst- und Kulturförderung wie die Errichtung der diözesanen Museen und die Gestaltung von Gotteshäusern weit über das Bistum Würzburg hinaus bekannt. Die Gegenüberstellung alter und neuer Kunst bestimmt sein Konzept im Reigen der insgesamt 13 Museen, die nach seinen Plänen und unter seiner Regie in den vergangenen Jahren entstanden. Zentrales und umfangreichstes Museum ist das Museum am Dom in Würzburg, das 2003 eröffnet wurde. Nach Lenssens Konzept ist es bestens in eine Landschaft von Museen eingebettet, die über das ganze Bistum verteilt, teils in kommunaler, teils in kirchlicher Trägerschaft, Kunstwerke aus dem Besitz der Diözese präsentieren: zum Beispiel das Kartäusermuseum Tückelhausen, das Museum Kartause Astheim, der Domschatz Würzburg, das Museum Schloss Oberschwappach, das Museum Johanniskapelle in Gerolzhofen, das Pilger- und Wallfahrtsmuseum in Dettelbach, das „Museum. Burg. Miltenberg.“ auf der Mildenburg oder das 2016 eröffnete Krippenmuseum in Baunach.

Lenssens Schaffen ist nicht immer unumstritten. Er vertritt klare Positionen und scheut auch Konflikte nicht. Sehr deutlich war dies bei der Debatte um die Neugestaltung des Kilianshauses um die Jahrtausendwende zu erleben, als Befürworter und Gegner der Neugestaltung heftig miteinander stritten. Auf allgemeine Zustimmung stießen dagegen große Kirchensanierungen unter Lenssens Regie wie von Kiliansdom, St. Johannes in Stift Haug, der Neumünsterkirche in Würzburg oder der Stadtpfarrkirche Dettelbach.

Den Kontakt zu Künstlern pflegt Lenssen bei Künstlergottesdiensten im Kiliansdom, beim traditionellen Aschermittwoch der Künstler oder bei Ausstellungen. Besonders am Herzen liegt ihm dabei die Kunst in der DDR. 1995 sicherte er beispielsweise der Diözese den bedeutenden Nachlass des Dresdner Künstlers Friedrich Press. Zahlreiche Altäre in den Gotteshäusern der Diözese Würzburg und darüber hinaus – selbst in evangelischen Kirchen – tragen Lenssens Handschrift. Seine künstlerischen Arbeiten fanden Interesse bei Ausstellungen in mehreren Städten Deutschlands, Italiens und den USA. [1]

Abschied als Kunstreferent[Bearbeiten]

Mehr als 2000 Menschen kamen am 7. Mai 2017 in den bis auf den letzten Platz gefüllten Kiliansdom, um dem Kunstreferenten zum Abschied ihre Anerkennung zu zollen. Lenssen sagte auch bei seinem Abschied vieles, was man sonst kaum in katholischen Kirchen hört. Die Gottesdienstbesucher begrüßte er mit den Worten: „Ich begrüße alle, unabhängig von ihrer kirchlichen Zugehörigkeit, denn es gibt keine Grenzen, die uns trennen, es sei denn, wir schaffen sie uns selbst!“ In seiner Predigt betonte er, dass wir aufgerufen seien, wieder Türen aufzustoßen anstatt uns binnenkirchlich abzuschließen. Es gelte sich, auf das Christenwort zu besinnen „Ich bin die Tür“ statt der Selbstgerechtigkeit zu frönen. Am Ende des Gottesdienste verabschiedete sich der scheidende Kunstreferent mit den Worten: „Jesu Tür steht immer offen, ich hoffe selbst mir, und ihnen allen, uns allen. Und wenn Sie sich auf den Weg machen, irgendwann, habe ich eine kleine Bitte: Nehmen Sie mich mit!“ Mit stehenden Ovationen und nicht mehr enden wollenden Applaus dankten die Gottesdienstbesucher Jürgen Lenssen. [2]

Ehrungen und Auszeichnungen[Bearbeiten]

1985
Verdienstmedaille der Gemeinde Glattbach
1986
Bayerische Denkmalschutzmedaille
2007
Bundesverdienstkreuz am Bande
2009
Verleihung des Kulturpreises der Stadt Würzburg
2011
„Alte Münze“ des Landesamtes für Denkmalpflege für besondere Verdienste im Bereich Denkmalschutz
2012
Verleihung des Kulturpreises der Stadt Miltenberg
2013
Kulturpreis des Bezirks Unterfranken
2013
Fränkischer Weintourismuspreis

Mitgliedschaften[Bearbeiten]

Er ist seit seinem Studium Mitglied der katholischen Studentenverbindung K.D.St.V. Franco-Raetia zu Würzburg im CV.

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen und Literatur[Bearbeiten]

Pressespiegel[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Pressestelle Bischöfliches Ordinariat Würzburg (POW): „Bischof nimmt Lenssens altersbedingten Rücktritt an“ (14. Februar 2017)
  2. Jerzy Staus: „Eine Verbeugung zum Schluss. Stehende Ovationen beim Abschied von Kunstreferent Dr. Jürgen Lenssen.“ in: Würzburger Katholisches Sonntagsblatt Nr. 20, 14. Mai 2017, S. 11