Mariä Himmelfahrt und St. Martin (Böttigheim)

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Blick vom Kreuzberg auf die katholische Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt und St. Martin in Böttigheim
Katholische Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt und St. Martin

Die katholische Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt und St. Martin in Böttigheim liegt mitten im Ort nahe des ehemaligen Rathauses am Kirchplatz.

Patrozinium[Bearbeiten]

Die Pfarrkirche verfügt über ein Doppelpatronat:

  1. Das Hochfest „Assunta“, von lateinisch „assumptio“ („Aufnahme“), hat seine Wurzel in einem Marienfest, das Ende des 4. Jahrhunderts in Syrien, Mitte des 5. Jahrhunderts in Jerusalem begangen wurde. Patrozinium ist am 15. August.
  2. Der Hl. Martin von Tours (* 316 / 317 in Szombathely, † 8. November 397 (?) in Candes-Saint-Martin) war Bischof von Tours und teilte der Legende nach seinen Mantel mit einem Bettler. Patrozinium ist am 11. November.

Seit 1710 ist die Kirche der Schutzpatronin Frankens "Mariä Himmelfahrt" geweiht.

Geschichte[Bearbeiten]

Vorhalle mit Kruzifix

Erste urkundliche Erwähnung einer Kirche stammt aus dem Jahr 1298. Das mittelalterliche Kirchengebäude an der Hauptstraße verfiel im 17. Jahrhundert wegen mangelnder Fürsorge der Bauherren, zuerst das Erzstift Mainz bis 15. Mai 1656, anschließend das Hochstift Würzburg, immer mehr, so dass der Gottesdienst und die Gesundheit der Kirchenbesucher gefährdet waren. Nachdem sich Gemeinde Böttigheim und fürstbischöfliche Hofkammer von Fürstbischof Johann Philipp von Greiffenclau in Würzburg über die Baufinanzierung verständigt hatten, konnte Mitte 1701 mit dem Abbruch des alten Kirchengebäudes begonnen [1] und bis 1704 der Neubau des vergrößerten Gotteshauses verwirklicht werden. Über die Bauvollendung informiert noch heute die Jahreszahl über dem Chorbogen der Kirche.

Die Kircheneinrichtung wurde im Stil des Barocks modernisiert, jedoch einige Stücke der ehemaligen Kirche, wie Taufstein und Figur des Hl. Sebastian in den Neubau übernommen. Am 17. November 1710 fand die Weihe des Gotteshauses Weihbischof Johann Bernhard Mayer statt. Die Kirche wurde 1904 bis 1907 umgebaut. Das Gotteshaus wurde um einen Turm, der den Aufgang zur Empore und den Glockenturm beinhaltet, erweitert. Zuvor war der Turm über dem Hochaltar errichtet. Die letzte Außenrenovierung fand im Jahr 2000 statt.

2014 beschloss die Kirchenverwaltung, die Kirche von innen zu renovieren. Nachdem sich der Diözesanbaumeister Cesare Augusto Stefano und Theo Öchsner vom Bauamt bei einem Besuch der Kirche von der Notwendigkeit der Renovierung überzeugt und einen Baubericht erstellt hatten, wurde die Finanzierung geklärt und im Juli 2018 mit der Renovierung begonnen. Am 11. November 2019 setzte Bischof Franz Jung mit der Altarweihe den Schlusspunkt. Der Bildhauer Kurt Grimm aus Kleinrinderfeld hat den Ambo, den Kredenztisch, Osterleuchter und zwei Altarkerzenständer sowie den bestehenden Altar mit neuen Elementen versehen. Die Orgel wurde durch die Firma Orgelbau Weiss aus Zellingen restauriert. [2]

Baubeschreibung[Bearbeiten]

Die katholische Pfarrkirche besitzt ein Langhaus mit Satteldach und eingezogener Chor von Christian Hermann, dreigeschossiger Turm mit oktogonalem Aufsatz und welscher Haube, Sakristeianbau, Vorhalle mit Steinkruzifix, mit Ausstattung. Zwischen dem Halbsegmentgiebel überhalb des Fensters über dem Hauptportal befindet sich an der Westfassade das Wappen von Fürstbischof Johann Philipp von Greiffenclau, links davon eine Christusfigur mit Kindern [3], auf der rechten Seite die Gottesmutter Maria.

Seit Anfang Juli 2001 zieren die Nischen der Westfassade wieder Figuren. [4] In den Nischen, die lange leerstanden, sollen sich nach mündlicher Überlieferung früher Holzfiguren der Apostel Petrus und Paulus befunden haben. Beide Figuren waren wegen Wetterschäden und Schädlingsbefall aus den Nischen entfernt worden. Die jetzigen überlebensgroßen Figuren mit den Motiven „Herz-Jesu“ (Jesus und die Kinder) und „Maria“ fertigte der ortsansässige Bildhauer Wolfgang Finger-Rokitnitz aus rotem Sandstein. Die feierliche Weihe der Figuren im Rahmen eines Pfarrfestes am 1. Juli 2001 marktierte zugleich den Abschluss der vorläufig letzten Außenrenovierung des Gotteshauses.

Bildergalerie (Außenansicht)[Bearbeiten]

Innenraum[Bearbeiten]

Hochaltar[Bearbeiten]

Der Hochaltar mit seinem viersäuligen Aufbau, von einem Würzburger Bildhauer 1707 geschaffen, zeigt im Altarblatt ein Maria-Himmelfahrtsgemälde von Johann Martin Bolster aus dem Jahre 1706. Die Vergoldungen führte ein Dettelbacher Vergolder im Jahre 1722 aus. Der Tabernakelaufbau mit seitlichen Anbetungsengeln, Putten und Vasen fertigte ein Karlstadter Bildhauer (wohl Georg Schäfer) in den Jahren 1778/79 (Veränderungen durch den Würzburger Bildhauer Franz Wilhelm Driesler im Jahre 1908). Auf dem Tabernakel befindet sich die Figur des auferstandenen Christus mit Siegesfahne. Seitlich des Altarblattes stehen die Figuren des Hl. Jakobus (rechts) und des Hl. Johannes Evangelist (links), im Volutenauszug Gemälde mit Darstellung der Krönung Mariens durch die Hl. Dreifaltigkeit, seitlich auf dem Gebälk die Figuren der Hl. Barbara (links) und eine weibliche Heilige ohne Attribute (rechts). Ein Kreuz bekrönt den Hauptaltar.

Seitenaltäre[Bearbeiten]

  • Der linke (nördliche) Seitenaltar ist der Markus- und Rochusaltar, geschaffen von einem unbekannten Würzburger Bildhauer 1710. An der Predella befindet sich die Inschrift: Ara in honorem sanctorum Martyrum Marci et Rochi erecta et consecrata 1710. coloribus depicta 1727. denuo 1877. 1908. In der Mittelnische Muttergottesfigur, zwischen den Säulen Figuren des Hl. Markus (links) und Hl. Rochus (rechts), im Auszug Gemälde mit Darstellung des Hl. Burkard, aufr den Giebelschenkeln Putten, als Bekrönung Vasen und ein Marienmonogramm im Strahlenkranz. Die Altarkonsekration zu Ehren des Hl. Markus und Hl. Rochus erfolgte am 17. November 1710 durch Weihbischof Johann Bernhard Mayer.
  • Der rechte (südliche) Seitenaltar ist der Vierzehn-Nothelfer-Altar. Er wurde vom selben Würzburger Bildhauer wie der linke Seitenaltar 1710 geschaffen. Tabernakel mit IHS-Monogramm, in der Altarmitte Figürchen der 14 Nothelfer, des Jesusknaben und Gottvater auf einem Wolkenpolster, zwischen den Säulen Figuren des Hl. Johannes der Täufer (links) und Hl. Franz Xaver (rechts), im Auszug Gemälde mit Darstellung des Hl. Martin, auf den Giebelschenkeln Putten, als Bekrönung Vasen und IHS-Mongramm im Strahlenkranz. Auch diese Altarkonsekration wurde am 17. November 1710 durch Weihbischof Johann Bernhard Mayer vorgenommen.
Die eigentlichen bildhauerischen Arbeiten an den Seitenaltären scheinen erst nach der Altarweihe angebracht worden zu sein, denn im Jahre 1714 erhielten die Altarschreiner und der Bildhauer jeweils von der Kirchenstiftung Zehrgeld anlässlich der nun vollständigen Nebenaltäre ausgezahlt. [5]

Kanzel[Bearbeiten]

Die Kanzel befindet sich an der nördlichen Langhauswand und entstand um 1712. Kanzelfuß aus Sandstein, am Korpus Figuren des Hl. Felix, Hl. Aquilin, Hl. Martin, Hl. Johannes Evangelist und Hl. Severin, unter dem Schalldeckel Heilig-Geist-Taube, als Bekrönung Figur Jesus als Sämann. Am Kanzelaufgang ein in die Langhauswand eingemauertes Sandsteinrelief, um 1650, mit Darstellung der Kreuzigungsgruppe. Die Figur des Hl. Wendelin ist im 18. Jahrhundert entstanden.

Taufstein[Bearbeiten]

Ein Taufstein mit der Jahreszahl 1630 steht auf der rechten Seite zu Aufgang des Hochaltars.

Weitere Kunstwerke[Bearbeiten]

  • An der südlichen Langhauswand eine Herz-Jesu-Figur (auf dem Beichtstuhl), Anfang 20. Jahrhundert. Spätgotische Figur des Hl. Sebastian, 15. Jahrhundert.
  • Gemälde mit 14 Kreuzwegstationen von Eulogius Böhler aus dem Jahre 1908 (Holzrahmen von Franz Wilhelm Driesler, Würzburg, 1909). An den beiden Emporenpfeilern Figuren einer Maria Immaculata und des Hl. Josefs, beide Anfang 20. Jahrhundert.
  • Deckengemälde im Langhaus von Eulogius Böhler 1908. vorne Heimsuchung Mariens, in der Mitte Tempelgang Mariens, seitlich Putten, hinten Geburt Jesu, in den Ecken die vier lateinischen Kirchenväter, unter der Empore Verkündigung Mariens, seitlich Putten mit Rosenkranz bzw. Skapulier.

Bildergalerie (Innenraum)[Bearbeiten]

Orgel[Bearbeiten]

Die Orgel mit 12 Registern wurde 1908 von der Hardheimer Firma Wilhelm Bader gebaut und erhielt 1928 einen neuen Spieltisch. Die Restauration 1987 nahm die Firma Vleugels aus Hardheim vor.

Geläut[Bearbeiten]

  1. Christusglocke mit Schlagton fis'; Durchmesser 120 cm; Gewicht 800 kg; Umschrift: GELOBT SEI JESUS CHRISTUS; Stahlglocke 1951 von Fa. Friedrich Wilhelm Schilling, Heidelberg, gegossen.
  2. Marienglocke mit Schlagton a; Durchmesser 92 cm; Gewicht 490 kg; Umschrift: AVE MARIA.
  3. Glocke mit Schlagton h; Durchmesser 82 cm; Gewicht 350 kg; Umschrift: EHRE SEI GOTT IN DER HÖHE.
Die beiden letztgenannten Stahlglocken wurden 1924 von Firma Schilling und Lattermann, Apolda, gegossen.

Pfarreisprengel[Bearbeiten]

Die Pfarrei Mariä Himmelfahrt ist für den gesamten Ortsteil Böttigheim der Marktgemeinde Neubrunn verantwortlich.

Pfarreiengemeinschaft[Bearbeiten]

Mariä Himmelfahrt gehört zur Pfarreiengemeinschaft Hl. Benedikt zwischen Tauber & Main.

Seelsorger (Auszug)[Bearbeiten]

Priestergrab auf dem Friedhof in Böttigheim

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen und Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Erläuterungen und Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Grundsteinlegung am 13. September 1701
  2. Main-Post: „Bischof Jung zelebrierte Altarweihe in Böttigheim“ (11. November 2019)
  3. Die Figurengruppe zeigt die Szene aus dem Neuen Testament Matthäus 19:14: „Lasset die Kindlein zu mir kommen und wehret ihnen nicht, denn solcher ist das Reich Gottes.“
  4. Fränkische Nachrichten (Ausgabe Tauberbischofsheim), 2./3. Juli 2001
  5. Diözesanarchiv Würzburg, Pfarrei Böttigheim, Chronik Pfr. Saala von 1806, S. 251 ff.

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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