Erwin Immer

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P. Dr. Erwin Immer OPraem (* 1728 in Würzburg; † 5. September 1803 in Gaukönigshofen) war Prämonstratensermönch im Kloster Oberzell und Pfarrer in Gaukönigshofen.

Geistliche Laufbahn

Am 23. Dezember 1752 wurde er zum Priester geweiht und am 17. Juni 1760 an der Universität Würzburg promoviert. Anschließend war er Subprior im Kloster Gerlachsheim.

Ortspfarrer in Gaukönigshofen und Kuratus in Eichelsee

1763 wurde ihm die Pfarrei Gaukönigshofen und die Kuratie Eichelsee übertragen. 1764 ist in der Chronik der Pfarrei Gaukönigshofen vermerkt, dass am 25. Juli ein Mann aus Eichelsee zu ihm kam und berichtete, dass die Decke im Eichelseer Gotteshaus herabgesunken und auf die Kanzel gefallen war. Der desolate Zustand der Kirche in Eichelsee war in Gaukönigshofen bereits länger bekannt, jedoch war man in der Mutterpfarrei zu sehr mit dem eigenen Kirchenneubau beschäftigt. Dieser zog sich damals schon 40 Jahre hin und gerade hatte man begonnen mit der sogenannten „Prachtrenovierung“ die Schutzengelkirche zur Vollendung zu bringen.

Da sein Amtsvorgänger Valentin Langenberger die Bauschäden gekannt haben muss, hatte er einen Kapitalstock für die Filiale während seiner Wirkungszeit in weiser Voraussicht von 700 auf 1.500 Gulden erhöht. Pfarrer Immer konnte daher sofort handeln und meldete den Schaden in der Eichelseer Kirche umgehend dem Abt des Klosters Oberzell, Oswald Loschert, der umgehend nachfragte, welche Maßnahmen Pfarrer Immer für die Eichelseer Kirche vorschlage. Pfarrer Immer war für einen Neubau des Gotteshauses und wünschte sich als Planfertiger den damals bekannten „Baubruder Martin“, der die Arbeiten am Konvent- bzw. Prälaturgebäude (Oberzell) nach dem Tode von Balthasar Neumann selbständig weitergeführt hatte. Im gleichen Schreiben erinnerte er den Abt daran, dass dieser „in dem Filial Eichelsee Dezimator Suo universalis“ war, also ihm persönlich alle Zehnteinnahmen, die aus Eichelsee nach Oberzell geleistet wurden, zustanden. Damit begründete er die Bitte um die finanzielle Unterstützung durch den Abt persönlich weniger für das Kirchengebäude als vielmehr für einen neuen Hochaltar. Nach einer Bauzeit von nur sieben Monaten war das neue Langhaus der Kirche fertig. Da die Kirche nur teilweise und nicht vollkommen neu erbaut worden war, war eine Weihe nicht nötig, sondern lediglich eine Benediktion, die am 28. Oktober 1765 stattfand.

Letzte Ruhestätte

Seine letzte Ruhestätte fand er auf dem Friedhof Gaukönigshofen, sein klassizistischer Grabstein ist noch vorhanden.

Siehe auch

Quellen und Literatur

  • Helmut Flachenecker, Stefan Petersen: Personallisten zu Ober- und Unterzell. In: Helmut Flachenecker, Wolfgang Weiß (Hrsg.): Oberzell – Vom Prämonstratenserstift (bis 1803) zum Mutterhaus der Kongregation der Dienerinnen der heiligen Kindheit Jesu. In: Quellen und Forschungen zur Geschichte des Bistums und Hochstifts Würzburg Band LXII. Würzburg 2006. S. 521–570.
  • Ludwig K. Walter: Die Graduierten der Theologischen Fakultät Würzburg, Band I. Nr. 480