Paul-Werner Scheele

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Amtseinführung von Bischof Dr. Paul-Werner Scheele am 21. Oktober 1979 in Würzburg: Zug vom Neumünster zum Kiliansdom.
Bischof em. Dr. Paul-Werner Scheele
Karl Kardinal Lehmann (rechts) umarmt Bischof Dr. Paul-Werner Scheele bei dessen Verabschiedung im Kiliansdom am 13. Juli 2003
Wappen Bischof Paul-Werner Scheele

Prof. Dr. Paul-Werner Scheele (* 6. April 1928 in Olpe/Sauerland; † 10. Mai 2019 in Würzburg) war 87. Bischof der Diözese Würzburg von 1979 bis 2003.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Scheele wurde 1928 als Sohn des, in einem Industriebetrieb und später im Arbeitsamt tätigen [1], kaufmännischen Angestellten Anton Scheele und seiner Ehefrau, der Hausfrau Hedwig Scheele im Sauerland geboren. Er hatte fünf Geschwister, von denen zwei noch im Kindesalter starben. Scheele besuchte die Volksschule in Olpe sowie die Oberschulen in Olpe und Attendorn. Im Zweiten Weltkrieg wurde er zum Kriegsdienst in der Luftwaffe eingezogen. Nach Ende des Krieges legte Scheele am 8. Oktober 1946 an der Oberschule in Attendorn das Abitur ab.

Vom 22. April 1947 bis 14. März 1951 studierte Scheele Philosophie und Katholische Theologie an der Philosophisch-Theologischen Akademie in Paderborn und der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Am 19. Mai 1951 wurde er in Paderborn zum Diakon geweiht. Seine Priesterweihe empfing er am 29. März 1952 vom damaligen Erzbischof von Paderborn Lorenz Jaeger im Dom zu Paderborn. Nach seiner Weihe war Scheele zehn Jahre lang bis 1962 Kaplan und Religionslehrer an beruflichen Schulen in Paderborn. [2] Von 1952 bis 1962 leitete er die Sektion für Berufsschulfragen am Officium Catechisticum der Erzdiözese Paderborn.

Nach weiteren Studien von 1962 bis 1964, begleitet von einer Tätigkeit als wissenschaftlicher Assistent der Theologischen Fakultät der Universität Würzburg, wurde Paul-Werner Scheele am 4. Februar 1964 in Würzburg mit der Dissertation „Johann Adam Möhlers Lehre von der Einheit der Kirche und ihre Bedeutung für die Glaubensbegründung“ bei Professor Josef Hasenfuß summa cum laude zum Dr. theol. promoviert.

Von 1964 bis 1965 war er Sektionsleiter im Johann-Adam-Möhler-Institut für Ökumene in Paderborn. 1965 wurde er Ordinarius für Fundamentaltheologie in Fulda [3] und zum 3. März 1966 folgte Scheele einem Ruf auf den Lehrstuhl für Fundamentaltheologie an der Ruhr-Universität Bochum. 1970 folgte seine Berufung auf den Lehrstuhl für Dogmatik an der Universität Würzburg. Zu dieser Zeit wohnte Scheele in Oberleinach und hatte die Seelsorge der nicht besetzten Pfarrei übernommen. Von 1971 bis 1979 war Scheele Dompropst in Paderborn, hatte gleichzeitig eine Professur für Dogmatik und Ökumenische Theologie an der Theologischen Fakultät Paderborn inne und wurde Direktor des Johann-Adam-Möhler-Instituts. [4]

Bischof Paul-Werner Scheele - Nachruf auf einen großen Geistlichen

(Quelle: Bistum TV der Diözese Würzburg, 12. Mai 2019, Länge: 5:53)

Scheele als Bischof[Bearbeiten]

Am 31. Januar 1975 wurde er zum Titularbischof von Druas und Weihbischof in Paderborn ernannt. Die Bischofsweihe empfing er am 9. März 1975 durch den Erzbischof von Paderborn Johannes Joachim Degenhardt. Die Paderborner Weihbischöfe Paul Heinrich Nordhues und Friedrich Maria Rintelen waren die Mitkonsekratoren.

Papst Johannes Paul II. ernannte Paul-Werner Scheele am 31. August 1979 zum Bischof von Würzburg. Die Amtseinführung im Kiliansdom erfolgte am 21. Oktober 1979 durch den Erzbischof von Bamberg Elmar Maria Kredel. Unter Scheeles Ägide wurde der Kiliansdom aufwändig renoviert.

Am 1. April 2002 feierte er sein goldenes Priesterjubiläum in Würzburg. Ein Jahr später, am 14. Juli 2003, nahm Papst Johannes Paul II. den altersbedingten Amtsverzicht von Bischof Paul-Werner Scheele an.

Scheele war bis zu seinem Ruhestand Vorsitzender der Ökumenekommission der Deutschen Bischofskonferenz und Mitglied der Kommission für Glaube und Kirchenverfassung des Ökumenischen Rates der Kirchen. Auch nach seinem Ruhestand war er weiter Mitglied des Vatikanischen Rates zur Förderung der Einheit der Christen. Scheele engagierte sich in der Bartholomäus-Gesellschaft und als Kuratoriumsmitglied von Shalom Europa (Israelitische Kultusgemeinde Würzburg und Unterfranken). Bischof Scheele war Ehrendomherr des Paderborner Metropolitankapitels.

Ruhestand[Bearbeiten]

Paul-Werner Scheele wählte seinen Alterssitz in Würzburg (Wohnung im Gebäude des Archiv und Bibliothek des Bistums Würzburg) und übernahm als Altbischof immer noch Dienste am Altar.

Anlässlich seines 85. Geburtstags ist Bischof em. Dr. Paul-Werner Scheele mit dem Ehrenring der Stadt Würzburg ausgezeichnet worden. Bei einer Feierstunde im Wenzelsaal des Rathauses am 10. April 2013, steckte ihm Oberbürgermeister Georg Rosenthal den selten vergebenen Goldring an, würdigte Bischof Scheeles außerordentliche Verdienste in Wissenschaft und Seelsorge und reichte ihm den Riemenschneider-Pokal, aus dem der neue Ehrenringträger eine Rieslaner-Auslese vom Würzburger Stein trinken durfte. Scheeles Wirken habe Würzburg nachhaltig positiv geprägt und das Ansehen der Stadt gemehrt.

Wappen und Wahlspruch[Bearbeiten]

Das in zwei Felder geteilte Wappen zeigt im Schildhaupt ein rotes Kreuz auf weißem Grund, das Wappen des alten Hochstifts Paderborn (laut Homepage der Diözese Würzburg ein Hinweis „auf die enge Verbundenheit von Bischof Scheele mit der ungebrochenen Glaubensüberlieferung“). Darunter findet sich im zweiten Feld auf goldenem Grund im weißen Kreis das Drei-Hasen-Motiv aus einem Fenster des Paderborner Dom-Kreuzganges (Einheit und Dreiheit als Symbol der Dreifaltigkeit, des zentralen Glaubensgeheimnisses der katholischen Kirche und der gesamten Christenheit).

Sein Wahlspruch Pax et Gaudium („Friede und Freude“) entstammt dem Brief des Paulus an die Römer (Römer 14, 17 [1]).

Ehrungen und Auszeichnungen[Bearbeiten]

Die Stadt Würzburg zeichnete Bischof em. Dr. Paul-Werner Scheele am 10. April 2013 im Wenzelsaal des Rathauses mit dem Ehrenring der Stadt aus. Auf den neuen Ehrenringträger erhoben Festgäste das Glas (v.l.): Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer, Hanna Rosenthal, Bischof Scheele, Bischof Dr. Friedhelm Hofmann und Oberbürgermeister Georg Rosenthal.

Mitglied[Bearbeiten]

Er war Ehrenmitglied der K.D.St.V. Markomannia Würzburg im Cartellverband der katholischen deutschen Studentenverbindungen und der K.St.V. Normannia Würzburg im Kartellverband katholischer deutscher Studentenvereine.

Letzte Ruhestätte[Bearbeiten]

Vom 15. Mai bis 17. Mai war der Leichnam in der Seminarkirche St. Michael aufgebahrt und wurde um 18.00 Uhr in einer feierlichen Prozession unter dem Geläut der Salvatorglocke und aller tieftönenden Glocken im Bistum Würzburg in den Kiliansdom überführt. [6] Am 18. Mai fand um 10.30 Uhr im Dom das Pontifikalrequiem mit Bischof Dr. Franz Jung, den Kardinälen Reinhard Marx und Friedrich Wetter sowie einer großen Zahl von Erzbischöfen, Bischöfen und Weihbischöfen das Requiem. Benediktinerpater Augustinus Sander aus Rom vertrat den Päpstlichen Rat für die Einheit der Christen. Für die evangelisch-lutherische Kirche nahm Regionalbischöfin Gisela Bornowski teil. Unter den zahlreichen Vertretern des öffentlichen Lebens waren auch Landtagspräsidentin a. D. Barbara Stamm sowie der bayerische Staatsminister a. D. Professor Dr. Winfried Bausback. In einem Trauerzug wurde nach dem Schlusssegen der Sarg mit dem Leichnam des Verstorbenen durch den Mittelgang und das Seitenschiff in die Krypta unter dem Dom geleitet. Dort wurde die sterbliche Hülle von Bischof Scheele im Grab neben seinem direkten Vorgänger Josef Stangl beigesetzt. [7]

Beisetzung des ehemaligen Würzburger Bischofs Paul-Werner Scheele

(Quelle: Bistum TV der Diözese Würzburg, 18. Mai 2019, Länge: 3:10)

Posthume Würdigung[Bearbeiten]

Nach dem ehemaligen Oberhirten wird das Bischof-Scheele-Haus benannt, ein ökumenisches Seniorenzentrum auf dem Heuchelhof.

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen und Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]


Vorgänger Amt Nachfolger
Josef Stangl Bischof
1979 - 2003
Friedhelm Hofmann