Barbara Stamm

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Barbara Stamm
Barbara Stamm beim Stadtempfang zum Mozartfest 2018 © Angelika Cronauer
Barbara Stamm bei einer CSU-Wahlkampfveranstaltung am 11. September 2013 am Oberen Markt

Dr. h.c. Barbara Stamm (geborene Stocker, * 29. Oktober 1944 in Bad Mergentheim) ist Erzieherin, Politikerin der CSU, und war bayerische Sozialministerin und Präsidentin des Bayerischen Landtags. Bei der Landtagswahl 2008 war sie als einzige Listenkandidatin des Wahlkreises Unterfranken für die CSU in den Landtag eingezogen.

Familiäre Hintergründe[Bearbeiten]

Sie ist verheiratet mit Ludwig Stamm und Mutter von drei Kindern. Ihre Tochter Claudia Stamm ist ebenfalls in der Landespolitik engagiert.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Barbara Stamm zog 1966 nach Würzburg, absolvierte eine Ausbildung zur Erzieherin und übte diesem Beruf bis 1978 aus. Zudem war sie ehrenamtlich in der Diözese Würzburg aktiv. Nach Geburt des ersten Kindes Hausfrauentätigkeit und Teilzeitarbeit als Erzieherin.

Von 1974 bis 1989 war Barbara Stamm Heimleiterin des Schifferkinderheimes in Würzburg. Ihr beruflicher Hintergrund trug dazu bei, dass sie die ehrenamtliche Funktion der Vorsitzenden des Lebenshilfe-Landesverbandes Bayern innehat.

Politische Laufbahn[Bearbeiten]

1969 trat sie in die CSU und war Mitglied im Würzburger Stadtrat von 1972 bis 1987. 1976 wurde sie in den Bayerischen Landtag gewählt, dem sie bis 2018 angehörte, also 42 Jahre lang. Ab 1978 gehörte sie dem Fraktionsvorstand der CSU-Landtagsfraktion an und war von 1986 bis 1987 stellvertretende Fraktionsvorsitzende. 1987 wurde sie Staatssektretärin und 1994 bayerische Sozial- und Gesundheitsministerin. Von 1993 bis 2017 war sie stellvertretende Parteivorsitzende der CSU und von 1998 bis 2001 stellvertretende Ministerpräsidentin. Im Januar 2001 trat wegen der von ihrer Behörde nicht beherrschten BSE-Seuche zurück. 2003 wählte der Landtag Barbara Stamm zu seiner Vizepräsidentin.

Landtagspräsidentin[Bearbeiten]

Am 20. Oktober 2008 wählte sie der Landtag als erste Frau zu seiner Präsidentin. Am 7. Oktober 2013 wurde sie in ihrem Amt für die 17. Legislaturperiode des Landtages bestätigt. Bei der Wahl am 14. Oktober 2018 erhielt sie trotz Listenplatz 1 in Unterfranken kein Landtagsmandat mehr.

Soziales Engagement[Bearbeiten]

  • Von 1989 bis 1999 war Barbara Stamm Vizepräsidentin des Bayerischen Roten Kreuzes.
  • Seit 1990 ist sie Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung für Rumänien.
  • Sie ist Mitglied des Beirat des Bayernbunds.

Ehrungen und Auszeichnungen[Bearbeiten]

Ehrenbürgerin der Stadt Würzburg[Bearbeiten]

Mit dem Namen der Landtagspräsidentin a.D. Barbara Stamm ist der Titel „soziales Gewissen“ bereits eng verwoben. Ab 29. Mai 2019 darf die Würzburger Politikerin, deren Karriere sie in hohe Staatsämter geführt hat, aufgrund ihres Einsatzes für ihre Heimatstadt und ihres beispiellosen ehrenamtlichen Engagements den Titel „Ehrenbürgerin der Stadt Würzburg“ tragen. Der Stadtrat entschied im Januar, Barbara Stamm die Ehrenbürgerwürde zu verleihen. Sie habe sich über lange Jahre durch hervorragende Leistungen um die Stadt besonders verdient gemacht und sich in herausragender Weise für die Interessen der Stadt Würzburg und ihrer Bürger eingesetzt.

„Fast ein halbes Jahrhundert lang haben Sie die Geschicke unserer Stadt maßgeblich mitgestaltet und sich große und bleibende Verdienste um Würzburg und die hier lebenden Menschen erworben“, sagte Oberbürgermeister Christian Schuchardt im voll besetzten Ratssaal zur Ehrung Barbara Stamms in seiner Laudatio. „Dafür wollen wir Ihnen heute danken, indem wir Ihnen die höchste Auszeichnung verleihen, die wir als Stadt zu vergeben haben.“ Im Rahmen der Verleihung der Ehrenbürgerschaft trug sich die sehr berührte Landtagspräsidentin a.D. in das Goldene Buch der Stadt Würzburg mit den bescheidenen Worten ein, die sie in ihrer Dankesrede wiederholte: „Es steht nicht in meiner Geburtsurkunde.“ Dies belegte sie mit einer kurzen Zeitreise in ihr Leben und betonte: „Es ist wichtig, zu wissen, wo man hingehört und man erfährt nie etwas umsonst im Leben.“ Sie habe in dieser Stadt, in der sie 1990 Oberbürgermeisterin werden wollte, immer mitgelebt und geprüft, „wo können wir uns einsetzen.“ Die Ehrenbürgerwürde sehe sie nun geradezu als neue Herausforderung an, sich weiterhin einzusetzen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  • Pressemitteilung Stadt Würzburg: „Barbara Stamm ist Ehrenbürgerin der Stadt Würzburg - OB Schuchardt verlieh höchste Auszeichnung der Stadt“ (29. Mai 2019)

Weblinks[Bearbeiten]