St. Michael (Kürnach)

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Katholische Pfarrkirche St. Michael in Kürnach
Innenraum der katholische Pfarrkirche St. Michael
Ölberghäuschen
Kruzifix vor der Pfarrkirche

Die katholische Pfarrkirche St. Michael prägt das Ortsbild von Kürnach und liegt in der Ortsmitte am Kirchberg.

Patrozinium

Die Pfarrkirche ist dem Erzengel Michael geweiht. Michael war nach der Überlieferung der Engel mit dem Schwert, der Adam und Eva aus dem Paradies trieb und den Lebensbaum bewachte (1. Mose 3, 23 - 24). Patrozinium ist am 29. September.

Geschichte

Um 1279 bis ca. 1300 ist in Kürnach ein Zisterzienserinnenkloster beurkundet. 1292 wird zum ersten Mal ein eigener Pfarrer für Kürnach erwähnt. 1425 ist eine Pfarrkirche dokumentiert, die dem Hl. Blasius geweiht war. Im 17. Jahrhundert feierte man das Patrozinium St. Peter in Ketten. Diese Kirche war um 1715 nicht nur zu klein, sondern auch so baufällig geworden, dass „kein Pfarrkind wegen gar zu großer Gefahr und besorgenden Unheils allda den Gottesdienst anhören wolle“.

Die heute noch existierende Kirche wurde 1723/1724 erbaut und am 30. September 1731 zu Ehren des Hl. Erzengels Michael geweiht. Da die Pfarrkirche um 1910 für die inzwischen wesentlich größer gewordene Pfarrgemeinde bei weitem nicht mehr ausreichte, wurde im selben Jahr von Pfarrer Philipp, kurz vor seinem Tode, ein Kirchenbauverein gegründet. Zunächst wurde die Kirchenerweiterung auf 1915/16 zurückgestellt um noch weitere Mittel zu sammeln, dann aber kam 1914 der Erste Weltkrieg, der alle Pläne zerschlug. Im September 1921 war das Vermögen des Kirchenbauvereins auf ca. 100.000 Mark angewachsen, so dass Pfarrer Josef Kram der Gemeinde nahelegte, mit dem Erweiterungsbau zu beginnen. Da aber erst noch entschieden werden musste, ob die Kirche nach Osten oder nach Westen erweitert werden sollte, verschob sich der Baubeginn bis in den Mai 1923. Durch den Anbau nach Plänen des Architekten Rudolf Hofmann (Würzburg) in östliche Richtung konnte die barocke Westfassade erhalten werden. Am 24. Juni 1923 wurde durch Generalvikar Dr. Joseph Weidinger der Grundstein gelegt. Der Chorraum wurde abgebrochen und weiter östlich wieder aufgebaut. Der so entstandene neue Teil des Kirchenschiffes wurde auch nach Norden und Süden erweitert, so dass die Kirche – zumindest andeutungsweise – einen kreuzförmigen Grundriss erhielt. Am 30. November 1923 läuteten erstmals die Glocken vom neu erbauten 33 m hohen Kirchturm. Erschwert wurde der Bau durch die Inflation. Die rasende Geldentwertung führte dazu, dass zuletzt ein einziger Tag auf Billionen zu stehen kam und der Baubetrieb vorübergehend sogar eingestellt werden musste. Am 27. April 1925 erhielt das erweiterte Gotteshaus durch Bischof Matthias Ehrenfried die kirchliche Weihe.

2000 erfolgte ein erster Bauabschnitt der Außenrenovierung mit der Erneuerung der Westfassade und dem Bau einer neuen Treppenanlage aus Sandstein. 2002 wurde die restliche Außenfassade erneuert und in die leere Nische eine Bronzefigur des heiligen Michael des Mainzer Metallbildhauers Karlheinz Oswald gestellt.

Baubeschreibung

Das Kirchengebäude ist ein Saalbau mit eingezogenem Chor aus den Jahren 1723/24, die Chorerweiterung und der Turm mit Welscher Haube stammen aus dem Jahr 1923. Kirchhofmauer, Bruchsteinmauerwerk, 18./ 19. Jh.; Ölberghäuschen, halboffener Bruchsteinmauerwerkbau mit Pyramidendach, im Kern, 18. Jh.; Kruzifix, erneuerter Corpus und Kreuzstamm, (Fragment des Corpus im Kirchhof erhalten), auf klassizistischem Sockel, bez. 1840.

Innenraum

Die Kirche kann zu jeder Zeit besichtigt werden. Bemerkenswert sind eine Kreuzigungsgruppe von Johann Peter Wagner aus dem Jahr 1766 [1], ein Taufstein aus dem Jahre 1589, Kürnachs ältestes Kunstwerk, sowie ein Deckengemälde aus dem Jahr 1947 mit dem Motiv „Christus der König“ von Oskar Martin-Amorbach.

Orgel

Die 1985 aufgestellte Orgel stammt aus der Orgelwerkstatt Hofmann in Ostheim v.d. Rhön.

Geläut

Die drei Glocken wurden von der Gießerei Czudnochowsky in Erding gefertigt.

  • Christkönig, Gussjahr: 1949, 1.300 kg, Schlagton: dis'
  • Maria, Gussjahr: 1949, 950 kg, Schlagton: fis'
  • Josef, Gussjahr: 1949, 359 kg, Schlagton: h'

Bildergalerie

Pfarrgebiet

Die Pfarrgemeinde St. Michael ist zuständig für die Gemeinde Kürnach, 5 Aussiedlerhöfe, Grießmühle, Mittlere Mühle, Obere Mühle und die Siedlung Geisbühl.

Seelsorger (Auszug)

Pfarreiengemeinschaft

St. Michael ist seit 2. Mai 2010 Teil der Pfarreiengemeinschaft St. Mauritius - St. Michael - St. Georg.

Pilgerweg

St. Michael ist Zwischenstation der Via Romea von Stade nach Rom.

Siehe auch

Quellen und Literatur

  • Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, Baudenkmäler in Kürnach, Nr. D-6-79-156-7
  • Burkard Strauß: Untere Pfarrkirche. In: Christine Demel: Chronik 1225 Jahre Kürnach. Selbstverlag Gemeinde Kürnach 2004, S. 165 ff.

Weblinks

Einzelnachweise und Erläuterungen

  1. Die Kreuzigungsgruppe, darstellend Christus am Kreuz mit Maria und Johannes als Assistenzfiguren, wurde an ihrem ursprünglichen Aufstellungsort, der Brücke vor der Grießmühle bei Kürnach, durch eine Kopie ersetzt. Das Original, gestiftet von den Geschwistern Ringelmann, ziert seit 1955 den Hochaltar in der katholischen Pfarrkirche. (Quelle: Hans-Peter Trenschel: Die kirchlichen Werke des Würzburger Hofbildhauers Johann Peter Wagner. Kommissonierungsverlag Ferdinand Schöningh, Würzburg 1968, S. 305)

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