Mittlere Mühle (Kürnach)

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Mittlere Mühle
Ortstyp Einöde
Gemeinde Kürnach
Landkreis Würzburg
Regierungsbezirk Unterfranken
Freistaat Bayern
Land Deutschland
Kfz-Kennzeichen
Café Bieberbau, früher Standort der Mittleren Mühle, in Kürnach
Ökonomiegebäude des Bioland-Hofs Bieber in Kürnach

Die Mittlere Mühle (oder auch Herrenmühle) war ein ehemaliger klösterlicher Wirtschaftsbetrieb an der Kürnach.

Lage

Die Mittlere Mühle liegt im östlichen Landkreis Würzburg im Kürnachtal und gehört mit zwei weiteren Einöden zur Gemeinde Kürnach. Da viele Häuser in der Semmelstraße erst nach 1798 gebaut wurden, lag sie früher alleine, wurde jedoch inzwischen in der Dorfbereich integriert.

Geschichte

Die älteste der drei Mühlen in Kürnach wird als „Hoennemoel“ 1288 erstmals von ihrem damaligen Besitzer, dem Benediktinerkloster St. Stephan in Würzburg erwähnt. Noch im Jahre 1798 war die dem Kloster St. Stephan zins-, gült- und lehenbar. Bis 1465 gab es wechselnde Müller auf der Mühle. Ab 1465 bis 1798 gibt es keine Nachrichten über das Schicksal der Mühle, die in einem Schriftstück Herrenmühle genannt wird. Im Jahre 1800 heiratete der aus Eßleben stammende Nikolaus Bieber als Witwer Barbara Kraft in Kürnach. Er ist Stammvater aller heute in Kürnach lebenden Angehörigen der Familie Bieber und schon 1798 als Besitzer der Mittleren Mühle eingetragen. Einige Jahre später erwarb er auch die Untere Mühle von einem Professor Geyer aus Würzburg.

Als das Wasser der Kürnach dem Wasserleitungsbau mit dem Wasserleitungsbau 1913 weniger wurde und das oberschlächtige Wasserrad nicht mehr gut treiben konnte, wurde ein Dieselmotor angeschafft, der eine Turbine trieb. Eine Zeit lang lieferte die Turbine auch den elektrischen Strom für die Mühle. Aber schon vor 1939 schloss man sich dem Stromnetz an. Da der Müller um diese Zeit schon alt war, wurde es in der Mühle stiller. Bei der Bachregulierung verlegte man die Kürnach von der Mühle weg. Das Mühlrad und das gesamte Mühleninventar wurde abgebaut. Die Mühle mit ihrer über 700-jährigen Geschichte war endgültig stillgelegt. Der letzte Müller, Georg Michael Bieber, starb 1950.

Aufgrund der schlechten Bausubstanz der alten Mühle, musste dies 1999 wegen Baufälligkeit eingerissen werden.

Heutige Nutzung

In den 1990er Jahren wurde der landwirtschaftliche Betrieb auf biologischen Anbau umgestellt. Seit 1994 beherbergt ein Nebengebäude des Hofes eine Schreinerei. 2006 entstand auf dem Mühlengelände das Café Bieberbau.

Siehe auch

Quellen und Literatur

  • Christine Demel: Chronik 1225 Jahre Kürnach. Selbstverlag Gemeinde Kürnach 2004, S. 282 ff.

Weblinks

Kartenausschnitt

Früherer Standort der Mittleren Mühle
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