St. Peter und Paul (Hopferstadt)

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Katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul

Die Pfarrkirche St. Peter und Paul ist das katholische Gotteshaus des Ochsenfurter Stadtteils Hopferstadt.

Patronat[Bearbeiten]

Die katholische Pfarrkirche ist Simon Petrus und Paulus von Tarsus geweiht

  • Simon Petrus (* 1 in Galiläa; † möglicherweise um 67 in Rom) war nach dem Neuen Testament einer der ersten Juden, die Jesus von Nazaret in seine Nachfolge berief. Er wird dort als Sprecher der Jünger bzw. Apostel, erster Bekenner, aber auch Verleugner Jesu Christi, erster männlicher Augenzeuge des Auferstandenen und als ein Leiter der Jerusalemer Urgemeinde dargestellt.
  • Paulus von Tarsus († um 65, vermutlich in Rom) war nach dem Neuen Testament ein erfolgreicher Missionar des Urchristentums und einer der ersten Theologen der Christentumsgeschichte.

Patrozinium für beide Heilige ist der 29. Juni.

Geschichte[Bearbeiten]

Möglicherweise geht die erste Kirche im Ort auf eine adelige Eigenkirche der Grafen von Comburg-Rothenburg aus der Zeit um 1050 zurück, die diese, neben weiteren Gütern im Ochsenfurter Gau, dann dem Stift Neumünster in Würzburg übergeben hatten. Ein erster Pfarrer Gernodus ist 1165 erwähnt, 1245 erstmals eine eigene Pfarrkirche. In der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts steigt das Stift Neumünster, zu dem bereits 1300 die Pfarrei gehörte, bis 1803 zum Dorfherrn und zum größten Grundbesitzer auf. Das Dorf war ab etwa 1420 mit einem Dorfgraben und Erdwall sowie drei Torhäusern versehen, die Kirche mit dem Friedhof wird mit einer hohen Mauer umgeben. Von 1817 bis 1860 hat man diese Befestigung abgebrochen - heute steht nur noch ein Stück der alten Kirchhofmauer.

Außenansicht[Bearbeiten]

Der hoch aufragende Echter-Turm der Kirche ist im weiten Umland zu sehen. Seine gotischen Maßwerk-Friese verweisen auf die Entstehungszeit wohl um 1400. Die alten Glocken von 1851 und 1880 fielen dem Ersten Weltkrieg zum Opfer - die verbliebenen zwei wurden 1921 nach Hohestadt und Riedenheim verkauft. Die heutigen vier Stahl-Glocken konnten 1921 angeschafft werden.

Die Gotik prägt auch das äußere Erscheinungsbild des ganzen Kirchenbaus. 1416 war das Gotteshaus bei kriegerischen Auseinandersetzungen schwer beschädigt worden - erst 1505 wird der Chor unter Fürstbischof Lorenz von Bibra und dessen Verwandten Propst Albrecht von Bibra neu erbaut. Aus dieser Zeit stammt wahrscheinlich der Ölberg auf dem Kirchvorplatz. Das Kreuz mit der Heiligen Maria Magdalena (ein Totenkopf fehlt heute), das früher hinter der Kirche im alten Friedhof stand, schuf 1800 der in Hopferstadt ansässige Barockbildhauer Johann Michael Pfeuffer.

Bei einer Erweiterung der Kirche mangelt es an der Bauausführung, so dass bis 1864 das gesamte Kirchenschiff neu erbaut wird.

Bildergalerie Außenansicht[Bearbeiten]

Innenraum[Bearbeiten]

Blick von der Empore auf den Innenraum
Empore mit Orgel

Der Eindruck des Innenraums ist heute wesentlich durch die erhaltenen Teile der vom Münchner Bildhauer Franz Hofmann geschaffenen neugotischen Ausstattung von 1892/93 bestimmt und die Neugestaltung 2006/07 (Entwurf Domkapitular Dr. Jürgen Lenssen), die dem Raum neue Klarheit und „Leuchtkraft" geschenkt hat. Die Formen der Altaraufbauten und Konsolen sind aufeinander abgestimmt und binden die einzelnen Objekte zu einem Ganzen zusammen.

Eines der älteren Objekte, der Taufstein von 1689, empfängt als Weihwasser-Becken im von Bänken befreiten Raum zwischen den Säulen der Empore heute die Besucher. Der kleine Gebetsraum gegenüber dem Eingang, 1958 als Beicht-Kapelle umgebaut, birgt eine Marienstatue aus der Zeit um 1720, die früher über dem Eingang zum alten Pfarrhaus von 1710 stand.

Die drei Statuen unter (Heiliger Antonius von Padua und Heilige Theresia von Lisieux) bzw. auf der Empore (Heiliger Bruder Konrad von Parzham) schuf zwischen 1940 und 1944 der Würzburger Bildhauer Ludwig Sonnleitner, ebenso 1944 die Kreuzweg-Stationen.

An den Langhauswänden befinden sich vier Figuren, die, wie die meisten anderen im Kirchenraum, bis 1966 die drei neugotischen Altäre zierten:

  • links an der Nordseite die Heilige Elisabeth und der Heilige Wendelinus
  • rechts an der Südseite der Heilige Franziskus und Heilige Josef.

Im Zentrum des linken Seitenaltars steht der Heilige Sebastian, flankiert von der Heiligen Barbara (Turm und Kelch) und der Heilige Leonhard. Davor sehen wir den Taufstein von 1893, bekrönt von der Szene der Taufe Jesu durch Johannes.

Im rechten Seitenaltar steht eine erst 1983 von Guntram Stiller geschaffene Marien-Statue. Alle weiteren Plastiken dieses Altars, die Bittenden zu Füßen Marias, ihre Eltern die Heilige Anna und der Heilige Joachim, sind 1893 entstanden.

Wichtigstes Element der Neugestaltung ab 2006 war es, die feiernde Gemeinde näher mit dem Geschehen am Altar zu verbinden, indem dieser mit Ambo und Kredenz wie auf einer „Zunge" aus dem Chorbogen herausragt. Der Chorbogen mit dem Kreuz (um 1600) und seinen Figuren Maria und Johannes umrahmt gleichsam den Altar.

Im Chorraum steht im Mittelpunkt des neuen Retabels ein 1850 entstandenes, 2002 im Kunsthandel erworbenes Gemälde des Schweizer Malers Paul Melchior von Deschwanden (1811 - 1881), flankiert von den Kirchenpatronen Petrus (links) und Paulus. Darunter stehen die heiligen Frankenapostel Kilian, Kolonat und Totnan, alle von der Ausstattung von 1893 stammend. Motiv des Gemäldes ist der „sinkende Petrus“, der Jesus auf dem See entgehen will (Mt. 14,24 ff).

Über dem Chor wölbt sich ein Rippengewölbe, in das drei Schlusssteine eingefügt sind. Sie zeigen den Heiligen Petrus, einen der Kirchenpatrone, den Biber als Wappentier der Familie von Bibra, die als Fürstbischof und als Propst von Stift Neumünster 1505 den Chor erneuert haben und eine bisher nicht recht zu deutende Rose, eventuell ein Hinweis auf die Famlie von Guttenberg.

In die nördliche Chorwand ist das steinerne Sakramentshaus der Zeit um 1500 mit dem Tabernakel eingelassen. Zwei Engel präsentieren eine gotische Turm-Monstranz mit dem Sanctissimum, zwei weitere Engel sind darüber aufgemalt. Das Ewige Licht entstand um 1780 und gehört so zu den ganz wenigen Stücken der Ausstattung der Kirche vor 1892, die sich erhalten haben. In die Barockzeit um 1760 gehört die Madonna an der gegenüberliegenden Wand. Sie ist als ehemalige Hausfigur die Stiftung einer Familie aus dem Ort.

Neu unter den Chorfenstern positioniert wurden zwei Epitaphien, die sich früher im alten Friedhof um die Kirche befanden. Rechts steht die Grabplatte der Familie Caspar und Barbara Riegel mit ihren fünf Kindern von 1707. Das Epitaph links erinnert an den Hopfenstädter Pfarrer Martin Ganz, der 1786 nach nur dreijähriger Wirkungszeit mit 33 Jahren verstorben war. Geschaffen hat das Kunstwerk der Hopferstädter Bildhauer Johann Michael Pfeuffer (1742 - 1805).

Unter dem Empore fällt der Blick auf die Figurengruppe mit dem jugendlichen Jesus in der Mitte, begleitet von Maria und Josef, bekrönt von der Taube des Heiligen Geistes und dem segnenden Gott Vater. Heiliger Wandel nennt man diese Komposition. Damit ist leibhaftig ausgedrückt, wie nach den Worten des 2. Vatikanischen Konzils (1965) Kirche in unserer Zeit sich verstehen soll: als sichtbares Zeichen für das „pilgernde Gottesvolk" durch die Zeit, sich gegenseitig stärkend und stützend, geführt und begleitet vom dreifaltigen Gott.

In der Advents- und Weihnachtszeit wird der Innenraum durch die Hopferstadter Friedenskrippe aus dem Jahre 1918 bereichert.

Bildergalerie Innenraum[Bearbeiten]

Pfarrsprengel[Bearbeiten]

Zum Pfarrgebiet gehört nur der Ochsenfurter Stadtteil Hopferstadt.

Seelsorger (Auswahl)[Bearbeiten]

Pfarreiengemeinschaft[Bearbeiten]

Pfarreiengemeinschaft Tückelhausen

Bis 1989 hatte - zusammen mit Rittershausen - der Ort einen eigenen Pfarrer, dann wurde es von St. Thekla in Ochsenfurt mitbetreut. Seit Oktober 2001 ist die Gemeinde als Pfarrverband verbunden mit Darstadt, Goßmannsdorf, Hohestadt, Tückelhausen und Winterhausen in der Pfarreiengemeinschaft Tückelhausen.

Pilgerweg[Bearbeiten]

St. Peter und Paul ist Zwischenstation der Via Romea.

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]