Friedhof Hopferstadt

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Panorama-Ansicht des Friedhofs in Hopferstadt

Der Friedhof Hopferstadt ist eine denkmalgeschützte Anlage im Ochsenfurter Stadtteil Hopferstadt.

Lage

Der Friedhof liegt außerhalb der ehemaligen Ortsbefestigung Hopferstadt im Nordosten des Dorfes.

Geschichte

In Hopferstadt war der Kirchhof, also das unmittelbar an die Pfarrkirche St. Peter und Paul angrenzende Gelände, welches von einer hohen Mauer begrenzt wurde, bis zum Beginn der 1820er Jahre der Begräbnisort der Gemeinde. Bereits vor der Säkularisation war von Ärzten auf die Nachteile und Gefahren der häufig von Platznot bestimmten innerörtlichen Friedhöfe (Geruchsbelästigung, Wasserverunreinigung und Schmutzanfall jeglicher Art) hingewiesen worden, jedoch wurden die Kirchhöfe von den Würzburger Fürstbischöfen bis 1803 geduldet. Erst beim Übergang des Fürstbistums Würzburg im Zuge der Säkularisation an das Kurfürstentum Bayern führte die bayerische Staatsregierung eine Neuordnung des Beerdigungswesens durch und eine Verlegung der innerörtlichen Friedhöfe wurde angeordnet. Hatte die bayerische Staatsregierung für die Friedhöfe in den ländlichen Regionen zunächst noch eine Auge zugedrückt, so erließ die Regierung von Unterfranken am 18. Mai 1821 die Anordnung, dass alle Friedhöfe aus den Ortschaften zu entfernen seien.

In Hopferstadt hatte die örtliche Gemeindeverwaltung bereits im Jahre 1820 die Weichen für eine Friedhofsverlegung gestellt und vom Ortsbürger Friedrich Häuslein ein Ackerfeld am Ortsende käuflich erworben. [1] Nachdem um das Gelände vom örtlichen Maurermeister Jakob Gloos eine Mauer errichtet und Ende 1822 fertiggestellt worden war, dürften auf dem neuen Friedhof auch die ersten Beerdigungen stattgefunden haben. Pfarrer Michael Vornberger, der von 1819 bis 1830 Seelsorger in Hopferstadt war, fand dort Ende Dezember 1830 als erster Priester der Gemeinde seine letzte Ruhe.

Ende der 1870er Jahre machte sich auf dem neuen Friedhof ein Platzmangel bemerkbar, so dass der Gemeinderat eine Vergrößerung des Beerdigungsplatzes in Erwägung zog. Die hohe Schuldenlast der Gemeinde infolge der Errichtung des neuen Rat- und Schulhauses und der Durchführung von Straßenbaumaßnahmen verhinderten jedoch vorerst eine Verwirklichung des Bauvorhabens. Als sich die Finanzlage wieder gebessert hatte und die Auswirkungen des Ersten Weltkrieges und der Inflation von 1922/23 überwunden waren, machte die Aufsichtsbehörde des Bezirksamtes Ochsenfurt bei ihrer Gemeindevisitation in Hopferstadt auf die unbefriedigende Beerdigungssituation auf dem Friedhof aufmerksam. Im Jahre 1927 wurde der Friedhof auf eine Fläche von 2.565 m² vergrößert und ein neues Friedhofskreuz errichtet. [2] 1929 ließen der Krieger- und Militärverein Hopferstadt und die örtliche Freiwillige Feuerwehr im neuen Friedhofsteil auf eigene Kosten ein Kriegerdenkmal für die aus der Gemeinde stammenden und im Ersten Weltkrieg gefallenen Soldaten anfertigen und aufrichten.

Erste Planungen zum Bau einer Leichenhalle sind in den schriftlichen Quellen seit den frühen 1970er Jahren fassbar. Bei den Haushaltsberatungen für das Jahr 1975 berücksichtigte der Gemeinderat eine Summe von 100.000 DM für das Bauprojekt. Die Planung oblag dem Ochsenfurter Architekten Oswald Rückel. Anfang 1977 wurde die Leichenhalle fertiggestellt.

Beschreibung

Der örtliche Friedhof ist eine ummauerte Anlage mit Grabdenkmälern des ersten Viertels des 20. Jahrhunderts, der südliche Teil ist aus dem ersten Viertel des 19. Jahrhundert, mit späterer Friedhofserweiterung im Norden. Das Friedhofskreuz ist ein Steinkruzifix auf Postament mit Inschrift, um 1920 entstanden. Die Friedhofsmauer mit erneuertem Rundbogenportal von 1822 besteht aus Bruchsteinmauerwerk.

Bildergalerie

Eigentümer

Der Friedhof ist im Eigentum der Stadt Ochsenfurt, es gilt die Friedhofs- und Bestattungsordnung vom 11. Januar 1983.

Bekannte Persönlichkeiten (Auswahl)

Siehe auch

Quellen und Literatur

  • Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, Baudenkmäler in Ochsenfurt, Nr. D-6-79-170-337
  • Joachim Braun: Der Kirchhof und der neue Friedhof. In: Hopferstadt - Ein Dorf im Ochsenfurter Gau. Hrsg.: Katholische Kirchenstiftung Hopferstadt, Vier Türme Verlag, Münsterschwarzach 2006, S. 251 ff.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Stadtarchiv Ochsenfurt, Abt. Hopferstadt, Gemeinderechnung 1820/21, S. 44. Hopferstadt - Ein Dorf im Ochsenfurter Gau. Anm. 45, S. 262.
  2. Pfarrarchiv Hopferstadt, Akte verschiedenen Inhalts ohne Bezeichnung, undatierter Fragebogen zum Friedhof und Schreiben vom 29. September 1927. Das neue Friedhofskreuz wurde vom Bildhauer Karl Albert aus Gelchsheim geschaffen.

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