Zeller Straße

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Zeller Straße  

Stadtbezirk: Altstadt
Postleitzahl: 97082
Bus: Buslinie 7

Zeller Straße (2012)

Straßenverlauf

Die Zeller Straße (veraltet auch Zellerstraße) beginnt bei der Alten Mainbrücke am Übergang der Saalgasse in die Dreikronenstraße und setzt sich nach der Zeller-Tor-Brücke ab der Kreuzung mit der Höchberger Straße in Richtung Nordwesten als Frankfurter Straße fort. Seit dem Frühjahr 2022 ist sie zwischen Burkarderstraße und dem Nigglweg Einbahnstraße.

Verkehrsregelung

Einbahnstraßenregelung in der Zeller Straße

Zum 1. September 2020 startete der Probebetrieb für die Einbahnstraßenregelung der östlichen Zeller Straße. Der Probebetrieb sieht vor, dass von der Wörthstraße kommend bis zum Nigglweg der Zwei-Richtungsverkehr beibehalten wird d.h. Nautiland, Eisbahn, Umweltstation und Norma können aus westlicher Richtung weiterhin ohne Einschränkung angefahren werden.

In der Zellerstraße zwischen Burkarderstraße und Nigglweg jedoch darf der motorisierte Verkehr zukünftig nur noch bergauf fahren. Radfahrende dürfen weiterhin in beide Richtungen fahren. Gleichzeitig wird die Durchfahrt durch das Wohngebiet Schottenanger von Westen her unterbunden, um Ausweichverkehre zu verhindern.

Im Probebetrieb sollte u.a. herausgefunden werden, wie sich die Lärmbelastungen im betroffenen Quartier tatsächlich verändern. Vor allem aber sollten Erkenntnisse darüber gewonnen werden, wie sich die Verkehrssituation in der Zeller Straße und auf möglichen Ausweichstrecken darstellt. Die Stadt Würzburg setzte dabei auch auf die zunehmende Bereitschaft der Bürgerinnen und Bürger auf den ÖPNV, auf das Fahrrad umzusteigen oder beispielsweise Fahrgemeinschaften zu bilden und damit insgesamt zu einer Verbesserung der Luft- und Lärmsituation beizutragen sowie dem Radverkehr eine verbesserte Führung in der Zeller Straße zu ermöglichen.

Das mit dem Probebetrieb einhergehende Monitoringkonzept sah regelmäßige Auswertungen bereits während der vorgesehenen Probezeit von max. 1 Jahr vor, so dass bei möglichen negativen Auswirkungen frühzeitig gegengesteuert werden konnte bzw. auch die Möglichkeit bestand, den Probebetrieb bei gravierenden Problemen abzubrechen. Die Erkenntnisse aus dem Probebetrieb waren Grundlage für die Entscheidung, ob für die Zeller Straße eine dauerhafte Einrichtung dieser Verkehrsführung in Frage kommt. [1] Der Probebetrieb war nach gut zwanzig Monaten beendet, die Zeller Straße in Würzburg wird dauerhaft zur Einbahnstraße: Das hat der Ausschuss für Planung, Umwelt und Mobilität (Puma) des Stadtrats in seiner Sitzung am 19. Mai 2022 ohne große Diskussion mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit beschlossen. Darüber hinaus wurde die Dreikronenstraße aus Gründen des Lärmschutzes zur Tempo-30-Zone. [2] [3]

Zusätzlich zu den weißen unterbrochenen Linien, die seit der Umwandlung der Zeller Straße in eine stadtauswärtige Einbahnstraße den Rad-Schutzstreifen abgrenzen und markieren, wurden parallel dazu unterbrochene rote Streifen auf der Fahrbahn angebracht. Bereits am 20. Oktober 2021 hatte der Planungs-, Umwelt- und Mobilitätsausschuss (PUMA) des Stadtrats dieses Farbkonzept für Radverkehrsanlagen beschlossen. [4] Dieses neue Farbkonzept, der „rote Faden der Radverkehrsanlagen“, solle die Erkennbarkeit und Wahrnehmung von Radverkehrsanlagen verbessern, sie vom motorisierten Individualverkehr noch besser abgrenzen, Radfahrenden durch einen Farbcode bessere Orientierung geben und deren subjektives Sicherheitsgefühl erhöhen. [5]

Namensherkunft

Die Straße führt in Richtung der Gemeinde Zell a. Main.

Geschichte

Bis 1867

Früher hieß sie Klausentorstraße, welche eben nach dem Klausentor, dem späteren Zeller Tor, führte. Das Klausentor hatte seinen Namen nach dem in der Nähe gelegenen, aber bei Errichtung der neuen Festungswerke abgebrochenen Siechenhaus zu St. Nikolaus bzw. St. Klaus (ein Haus für Pestkranke), das dann an die Straße nach Veitshöchheim verlegt wurde. [6] Die alte Zeller Straße verlief über den Schottenanger zum Zeller Tor. Der Durchstich durch die Stadtmauer erfolgte erst 1870 nach der Auflösung der Festungseigenschaft des Mainviertels im Jahre 1867. [7]

Ab 1882

Durch die städtebauliche Entwicklung in der Zellerau war die Zeller Straße zu eng geworden und musste verbreitert werden. Seit 1882 gingen beim Würzburger General-Anzeiger eine Vielzahl von Leserbriefen ein, dass der enge Zustand der Zeller Straße jeder Beschreibung spotte: „... man sollte es gar nicht meinen, daß man nach Auflassung der Festungswerke jemals eine solche gefährliche Passage, die zu einer Reihe von Unglücksfällen schon Anlaß gab, bestehen lassen konnte.“ Da die Verkehrssicherheit nicht mehr gegeben war, entstand die Frage, wie viele Unglücksfälle noch passieren müssten, ehe sich der Magistrat dazu entschließen würde, dem beklagenswerten Missstand der für den riesigen Verkehr absolut zu schmalen Zeller Straße abzuhelfen. Am 19. April 1899 meldete der General-Anzeiger, dass die Erweiterung der Zeller Straße im nächsten Monat in Angriff genommen werde: „Kurz nach dem 1. Mai, mit welchem Tage die Anwesen Zeller Straße 14 und 26, dem Privatier A. Klingler sesp. dem Kaufmann F. Seiler gehörig, in den Besitz der Stadt übergehen, soll mit dem Abbruch dieser Häuser begonnen werden. Die übrigen zum Zweck der Straßenerweiterung angekauften Anwesen an der Zeller Straße übernimmt die Stadt mit 1. November. Die Abbruchsarbeiten werden in einem Los hiesigen Baugewerbetreibenden übertragen und müssen in zwei Monaten beendet sein.“

Nach 1945

An der westlichen Zeller Straße und insbesondere an der daran anschließenden Frankfurter Straße erstreckte sich an der Nordseite nach dem Zweiten Weltkrieg eine Ladenkolonie aus kleinen Holzbaracken.

Historische Abbildungen

Zeller Straße 1895

Zeller Straße nach 1900

Gastronomie

Ehemalige Gastronomiebetriebe

Hotels

Einrichtungen

Unternehmen

Ehemalige Unternehmen

Sehenswürdigkeiten

Bildergalerie

Stolpersteine

In der Zeller Straße wurden die folgenden Stolpersteine verlegt:

Adresse Erinnerung an/Historische Notizen Verlegejahr
Zeller Straße 3 Für Karl Müller / Karl wurde im März 1911 durch den Beschluss des Amtsgerichts Würzburg wegen Geisteskrankheit entmündigt und am 10. Mai 1911 in die Heil- und Pflegeanstalt Werneck gebracht. Am 4. Oktober 1940 kam er mit einem Transport in der Zwischenanstalt Großschweidnitz/Sachsen an. Zwei Monate später, am 4. Dezember, teilte die Anstalt Pirna-Sonnenstein dem neuen Vormund Rechtsanwalt Dr. Pfriem mit, dass sein Mündel Karl gestorben sei. Es stellte sich jedoch heraus, dass er mit einem anderen Karl Müller verwechselt wurde, der am 29. November in die Tötungsanstalt verlegt worden war. Aber schon am 21. Dezember teilte man dem Bruder mit, dass sich Karls Befinden „durch eine plötzliche Herzschwäche“ verschlechtert hat und Lebensgefahr besteht. Noch am selben Tag verstarb Karl. Offizielle Todesursache: Kreislaufversagen. Da bekannt ist, dass in der Anstalt Großschweidnitz Patienten schon seit 1939 getötet wurden und auf Grund der überraschenden plötzlichen Verschlechterung von Karls Zustand kann man davon ausgehen, dass auch er getötet wurde. 2018
Zeller Straße 47 Für Anton Kropf / Er kam 1939 im KZ Mauthausen nach einem angeblichen Fluchtversuch zu Tode. 2007

ÖPNV

Bus.png Nächste Bushaltestellen: Wörthstraße, Alte Mainbrücke
Straßenbahn.png Nächste Straßenbahnhaltestelle: Nautiland


Siehe auch

Quellen und Literatur

  • Jörg Lusin: Würzburg, wie es früher war. Band 1. Mainpresse Zeitungsverlagsgesellschaft mbH & Co, Würzburg 1999
  • Jörg Lusin: Würzburg, wie es früher war. Band 2. Mainpresse Zeitungsverlagsgesellschaft mbH & Co, Würzburg 2000

Einzelnachweise

Angrenzende Straßen

Kartenausschnitt

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