Heidingsfeld

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Heidingsfeld
Ortstyp Stadtteil
Gemeinde Würzburg
Regierungsbezirk Unterfranken
Freistaat Bayern
Land Deutschland
Höhe 180 m ü. NN
Kfz-Kennzeichen
Einwohner 10.273
Fläche 6,901 km²
Eingemeindung 1. Januar 1930
ehemaliges Wappen
Wappen Heidingsfeld.jpg
Lage des Stadtbezirks Heidingsfeld in Würzburg
Blick auf Heidingsfeld
Heidingsfeld um 1830

Heidingsfeld ist ein Stadtbezirk und zugleich Stadtteil in Würzburg und war bis 1930 eine selbständige Stadt, zugehörig zum Regierungsbezirk Unterfranken im Freistaat Bayern. Umgangssprachlich wird Heidingsfeld auch Hätzfeld oder Städtle (der Heidingsfelder Altort) genannt. In dem Stadtbezirk wohnten zum 31. Dezember 2015 insgesamt 10.273 Einwohner.[1]

Geographie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Der Stadtteil liegt etwa drei Kilometer südlich der Altstadt. Er befindet sich auf der linksmainischen Seite und erstreckt sich auf ein Gebiet von 6,90 Quadratkilometern, was ihn zum fünftgrößten Bezirk macht. Begrenzt wird er durch den Main im Norden und Osten, sowie einen im Nordwesten vom Steinbachtal mit dem Dallenberg und Unglücksberg. Im Süden befindet sich die Hanglage des Katzenbergs und Kirchbergs. Durch Teile des Ortes verläuft der Heigelsbach.

Benachbarte Stadtbezirke sind im Westen das Steinbachtal, im Norden die Sanderau und im Süden Heuchelhof. Im Osten grenzt die Gemeinde Randersacker an.

Ortsteile[Bearbeiten]

Namensherkunft[Bearbeiten]

Urkundlich erwähnt wird Heidingsfeld in einer Marktbeschreibung von 779. Der Name soll von „Hedans Feld“, also Stadt des thüringischen Herzogs Hetan II. kommen.

Geschichte[Bearbeiten]

Um 849 ist in der „villa Heitungsfelden“ karolingisches Königsgut nachweisbar, das ein Graf Sigihard von König Ludwig II. der Deutsche als Lehen besaß. Ab 1268 [2] war Heidingsfeld unmittelbares Reichsdorf. Heidingsfeld wurde - wie Dr.iur.utr. Manfred Morys in seiner rechtshistorischen Dissertation von 1958 „Das Stadtrecht von Heidingsfeld“ ausführte - 1367 kraft Ermächtigung durch Kaiser Karl IV. von dessen Sohn König Wenzel IV. in den Rang einer „königlich böhmischen“ Stadt erhoben, ging 1508 an das Hochstift Würzburg über und kam 1628 unter „fürstbischöfliche Territorialgewalt“ [3] und war bis 1929 eine eigenständige Stadtgemeinde.

Nach der Erhebung zur Stadt wurde auch mit dem Bau einer Stadtbefestigung begonnen. Diese wurde im 15. Jahrhundert vollendet. Im 17. Jahrhundert wurden Erneuerungen vorgenommen, während im 19. und 20. Jahrhundert der Graben, Wall und Zwinger beseitigt wurden. [4]

Wappenblasonierung[Bearbeiten]

Das Stadtwappen ist in rot und weiß gehalten und zeigt den doppelschwänzigen, gekrönten böhmischen Löwen im Heidingsfelder Stadttor.

Eingemeindung[Bearbeiten]

1930 wurde die Stadt Heidingsfeld nach einer Volksabstimmung mit ihren Gemeindeteilen Heidingsfeld, Heuchelhof, Vogelshof und Zwickerleinshof nach Würzburg eingemeindet. Allerdings legen manche Heidingsfelder bis heute Wert darauf, in erster Linie Heidingsfelder und erst dann Würzburger zu sein. Beim Bombenangriff am 16. März 1945 wurden etwa 90 Prozent Heidingsfelds zerstört. [5] 1960 wurde das so genannte Rathaus erbaut, ein Rat tagte darin aber nie. Es ist vielmehr ein Bürgertreff und der Standort der Stadtbücherei. 2005 bis 2007 wurde die Stadtmauer renoviert.

Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept[Bearbeiten]

Das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept Heidingsfeld wurde am 24. Mai 2012 vom Stadtrat beschlossen. Darin wird ein Rahmenplan sowie das Handlungs- und Durchführungskonzept für die Sanierung des Heidingsfelder Städtles erstellt. Es wurden dabei folgende drei Themenbereiche beschrieben:

  • Lebendiges und erreichbares Zentrum
  • Heidingsfeld ans Wasser
  • Stadtbild und Stadträume

Zwischen 2012 und 2014 sollten Analysen und Konzepte ausgearbeitet werden und ab 2015 mit deren Umsetzung begonnen werden.[6]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Wehrgang über den Heigelsbach (Speierloch)
Zehnthof Heidingsfeld

Architektonisches[Bearbeiten]

Brunnen[Bearbeiten]

►  Brunnen in Heidingsfeld

Einrichtungen[Bearbeiten]

Schulen[Bearbeiten]

Bibliothek[Bearbeiten]

Offene Jugendarbeit[Bearbeiten]

Die Offene Jugendarbeit Heidingsfeld bietet:

  • Fußballtraining, montags 18.30 - 21.00 Uhr, Turnhalle der Josef-Greising-Schule
  • Offener Treff, dienstags 18:00- 21:00 Uhr, Hofmanstr. 7
  • Offener Treff, donnerstags 18.00 - 21.00 Uhr, Hofmanstr. 7
  • Wochenend Specials
  • Kids Friday, freitags 13:00 - 16:00, Hofmanstr. 7, Anmeldung erforderlich

Die Offene Jugendarbeit Heidingsfeld liegt in der Trägerschaft der Evangelischen Kinder-, Jugend- und Familienhilfe.

Heidingsfelder Symbolfigur Giemaul

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Vereine und Gruppierungen[Bearbeiten]

Der Winzerverein von Heidingsfeld ist der älteste Winzerverein Deutschlands. Insgesamt gibt es über 45 Vereine in Heidingsfeld (Stand: 2012) [7]

Wagenplatz

Sportvereine[Bearbeiten]

Religion[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

ÖPNV[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Rainer Leng (Hrsg.): Die Geschichte der Stadt Heidingsfeld. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. Verlag Schnell & Steiner, 2005. ISBN 978-3-7954-1629-4 (Stadtbücherei Stadtinfo Würzburg-Stadtteil und Zweigstelle Heidingsfeld)
  • Helmut Jäger / Werner Graenzer: Heidingsfeld - seine Entwicklung unter besonderer Berücksichtigung von Bevölkerung und Wirtschaft seit dem 19. Jahrhundert. Universitätsbund Würzburg, 1977 (Universitätsbibliothek u.a. 20/NZ 97958 J22 und im Magazin der Stadtbücherei)
  • Horst Wolf / Christoph Bauer: Heidingsfeld - Ansichten einer alten Stadt. Verlag Ferdinand Schöningh, Würzburg, 1998 (Universitätsbibliothek NZ 97950 W 853) Sammlung von Ansichtskarten mit Erklärungen
  • Leo Rettner: Heidingsfeld und die Hätzfelder. Überlegungen eines „Eingeborenen" zur 1200-Jahr-Feier. Würzburg, 1979
  • Klaus Künzel: Verschluckte Städte. Zehn Spaziergänge durch ganz besondere Stadtteile. Kapitel Phönix ohne Schmuckgefieder. Würzburg-Heidingsfeld. Tredition, Hamburg 2013

Weitere Quellen[Bearbeiten]

  • Werner Dettelbacher: Würzburg, eine Stadt der Brunnen. Stadtwerke Würzburg, 1985
  • Georg Dehio, Bayern I: Franken, Seite 968. Deutscher Kunstverlag 1979
  • Dr. Karl Bösl: Handbuch der historischen Stätten Deutschlands, 7. Band Bayern, Alfred Kröner Verlag Stuttgart

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Information der Statistikstelle Stadt Würzburg
  2. Alemannia judaica
  3. Alemannia judaica
  4. Sanierung der Stadtmauer
  5. Main-Post: „Der Stadtteil, der ein richtiges Städtle ist“ (11. September 2012)
  6. Infoseite zum ISEK
  7. Main-Post: „Weine, Vereine und prominente Söhne“ (11. September 2012)

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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