Universitätsbibliothek

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Die Universitätsbibliothek

Die Universitätsbibliothek (abgekürzt UB) ist die zentrale Bibliothek der Julius-Maximilians-Universität. Das Hauptgebäude wird auch Zentralbibliothek genannt. Sie beherbergt die weltweit größte Literatursammlung über Franken (viele Medien sind Alleinbesitz) und ist seit 40 Jahren Regionalbibliothek für Unterfranken. Die Universitätsbibliothek besteht seit 1619 und umfasst 3.393.642 Medien (Stand: 2012). [1] Träger ist der Freistaat Bayern.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Bibliothek wurde im Jahr 1619 durch Fürstbischof Johann Gottfried von Aschhausen gegründet und war in der Alten Universität in der Domerschulstraße (bzw. in der Neubaustraße 11 [2]) beheimatet (heute Juristische Fakultät). Die Zahl der Bücher stieg stetig an und wurde auch mit Privatbeständen erweitert. Während des Dreißigjährigen Krieges kam es jedoch zu großen Verlusten, da die Bibliotheksbestände zur Kriegsbeute der Schweden wurden.

Die größten Verluste erlitt die UB durch die Bombenangriffe auf Würzburg am 16. März 1945: Etwa 80% der bis dahin gesammelten rund 500.000 Bücher wurden zerstört, ebenso das gesamte Bibliotheksgebäude. Erst Ende der 1950er Jahre konnten die Räumlichkeiten wieder hergestellt werden.

1981 zog die Bibliothek dann auf den Hubland-Campus um: Alexander Raimund Freiherr von Branca, Architekt und Künstler, gestaltete den Neubau in einem asiatisch anmutenden Stil (siehe Gebäude). Am 15. Juli 1981 wurde der Bau eröffnet. Die Bauzeit betrug sieben Jahre (1974 - 1981).

Fast 30 Jahre nach der Eröffnung wurde im Sommer 2010 eine Dachsanierung begonnen. Die Maßnahme kostete rund 1,5 Millionen Euro und wurde aus dem Konjunkturpaket II der Bayerischen Staatsregierung gefördert. Bei der Sanierung wurde die immer wieder undichte und in die Jahre gekommene bituminöse Abdichtung des Daches entfernt und durch eine moderne Folienabdichtung ersetzt. Darunter wurde zudem eine Wärmedämmung verlegt. [3] Umbauarbeiten gab es auch im Inneren: In den Lesesälen wurden zusätzliche Arbeitsplätze installiert, die Aufzüge wurden saniert.

Bibliotheksleiter und Abteilungsleiter (Auszug)[Bearbeiten]

Gebäude[Bearbeiten]

Gegenüber der Mensa wurde die Zentralbibliothek auf dem erhöhten Plateau des Forums errichtet und erschließt sich auch von dort. Mensa und Zentralbibliothek zeichnen sich beide durch eine prägnante Architektur mit leicht geschwungen teilweise vertikalen Schieferdächern und horizontal gegliederten Fassaden aus Holz und Betonfertigteilen aus. Das Ensemble bildet somit ein modernes Pendant zur Festung Marienberg, die sich etwa auf Augenhöhe befindet und auf die sich je nach Wetterlage vom Plateau aus ein beeindruckender Blick bietet.

Die Zentralbibliothek ist im Inneren durch eine zweigeschossige Eingangshalle mit Galerie erschlossen. Hier befinden sich auf der oberen Ebene Verwaltungsräume, unten PC-Arbeitsplätze für die Recherche, Kataloge, angegliedert auch Ausstellungs- und Veranstaltungsräume. Im Erdgeschoss befindet sich auch die zentrale Ausleihe, die die halbrunde großzügige Treppenanlage als einzigen Zugang zu den auf mehren Ebenen darüber liegenden Freihandbereichen kontrolliert.

Bibliothek in Zahlen (2013)[Bearbeiten]

Medien insgesamt: 3.428.378
Neuerwerbungen: 63.000
Nutzfläche: 26.477 m²
Nutzer: 27.297
davon Externe: 7.162
Öffnungstage/Woche: 7
Öffnungsstunden/Woche: 103,5
Auskünfte: 28.495
Einführungskurse: 462
Zentralbibliothek:
Besucher: 1.057.166
Ausleihen: 743.843
Arbeitsplätze: 773
16 Teilbibliotheken (ohne Instituts- und Klinikbibliotheken):
Besucher: 1.017.000
Arbeitsplätze: 1.757

Kataloge[Bearbeiten]

Die Universitätsbibliothek umfasst neben der Zentralbibliothek am Hubland noch 70 Teil-, Instituts- und Klinikbibliotheken. [7] Diese befinden sich teilweise auf dem Hubland-Campus, sind außerdem aber auch über das gesamte Stadtgebiet verteilt. Bei den Teilbibliotheken handelt es sich ausschließlich um Präsenzbibliotheken, das heißt die Bestände sind in der Regel nur vor Ort zu benutzen und (bis auf Ausnahmeregelungen) nicht ausleihbar.

Die Bestände der Universitätsbibliothek (außer Handschriften, Inkunabeln und noch einem großen Teil der frühen Drucke) sind im elektronischen Katalog erschlossen. Dieser umfasst:

  • den lokalen Bestand der UB Würzburg (Zentralbibliothek ab 1959, Teilbibiotheken ab 1983, teilweise auch Altbestand)
  • Katalog FH Würzburg - Schweinfurt - Aschaffenburg - Coburg
  • Katalog des Bibliotheksverbunds Bayern (mit Fernleihe-Möglichkeit)
  • Aufsatzdatenbank des Bibliotheksverbunds Bayern

Der Katalog enthält auch E-Books, E-Zeitschriften, E-Zeitungen.

Bilddatenbank[Bearbeiten]

In der Bilddatenbank „Pictothek“ [1] stellt die Universitätsbibliothek seit Dezember 2013 Digitalisate von Bildern, Gemälden, Druckgraphiken, Landkarten und Architekturplänen zur Verfügung. Die Dateien sind für private und wissenschaftliche Zwecke kostenfrei nutzbar. Hochauflösende Versionen können online bestellt werden. Die Pictothek befindet sich noch im Aufbau. [8]

Sondersammlungen[Bearbeiten]

Unter dem Begriff „Sondersammmlungen" sind die beiden Abteilungen „Handschriften und Alte Drucke“ mit seltenen und kostbaren Büchern aus über 15 Jahrhunderten und „Fränkische Landeskunde“ , die größte Literatursammlung über Franken weltweit, zusammengefasst. Zur Benutzung einschlägiger Materialien gibt es den Lesesaal Sondersammlungen im obersten Stock des Hauses.

Angebotene Dienstleistungen[Bearbeiten]

  • Beschaffung nicht in Würzburg vorhandener Literatur über Fernleihe
  • Lesesaal-Arbeitsplätze
  • PC-Arbeitsplätze
  • Gruppen- und Einzelarbeitsräume
  • PC-Arbeitsplatz für blinde und sehbehinderte Nutzer, Kopierer, Drucker,
  • Readerprinter, Scanner und CD-Brenner
  • Verschiedene Drucker und Kopierer
  • Beratung zu allen Dienstleistungen der UB, Einführungskurse

Öffnungszeiten (Zentralbibliothek)[Bearbeiten]

  • Montag - Freitag: 8.30 - 24.00 Uhr
  • Samstag: 9.00 - 22.00 Uhr
  • Sonntag: 9.00 - 22.00 Uhr

im August:

  • Montag - Freitag: 8.30 - 20.00 Uhr
  • Samstag: 9.00 - 18.00 Uhr
  • Sonntag: geschlossen

Außerdem an gesetzlichen Feiertagen geschlossen.

Anschrift / Kontakt[Bearbeiten]

Universitätsbibliothek
Am Hubland
97074 Würzburg
Telefon: 0931 - 31-85906
Telefax: 0931 - 31-85970
E-Mail: information@bibliothek.uni-wuerzburg.de

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Bibliotheksforum Bayern 1982: Heft 2: Universitätsbibliothek Würzburg.
  • Karl Südekum 1999: Die Universitätsbibliothek auf dem Weg in das nächste Jahrtausend. In: Würzburg heute 67, S. 6 bis 7
  • Otto Handwerker: Dreihundert Jahre Würzburger Universitäts-Bibliothek (1619-1919). In: Aus der Vergangenheit der Universität Würzburg. Festschrift zum 350jährigen Bestehen der Universität. Hrsg. von Max Buchner, Würzburg 1932, S. 102-133

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Infoblatt: UB im Überblick (2012)
  2. Telephon-Anlage Würzburg: Verzeichniss der Sprechstellen, Nr. 1 - abgeschlossen am 30. September 1887, Königl. Universitätsdruckerei von H. Stürtz, Würzburg 1887, S. 37 (Königliche Universitäts-Bibliothek; „Sprechstunde Vorm. 9-10 Uhr“
  3. einBLICK (Onlinemagazin der UB): 30 Jahre Neubau der Universitätsbibliothek
  4. Otto Handwerker: Dreihundert Jahre Würzburger Universitätsbibliothek (1619-1919), in: Aus der Vergangenheit der Universität Würzburg. Festschrift zum 350jährigen Bestehen der Universität, hrsg. von Max Buchner, Würzburg 1932, S. 102-133, S. 115
  5. Thomas Sauer und Ralf Vollmuth: Briefe von Mitgliedern der Würzburger Medizinischen Fakultät im Nachlass Anton Rulands. Quellen zur Geschichte der Medizin im 19. Jahrhundert mit Kurzbiographien, Würzburger medizinhistorische Mitteilungen 9 (1991), S. 135-206, S. 167-169
  6. Nachruf auf Maria Günther
  7. Information auf der UB-Homepage
  8. Main-Post 3.12.2013: "Bilddatenbank erweitert Angebot der Uni-Bibliothek"

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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